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2013-06-15

20 Jahre Peer Counseling von und für behinderte Menschen in Mainz |


20 Jahre Peer Counseling von und für behinderte Menschen in Mainz

Landesbeauftragter Rösch gratuliert ZsL Mainz zum Jubiläum Mainz, 13.06.13 Der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen Matthias Rösch beglückwünscht das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz e.V. (ZsL) zu 20 Jahren erfolgreicher Tätigkeit. „Das ZsL Mainz war und ist Motor, um die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz voran zu treiben. Nur so können Beratungs- und Unterstützungsangebote in diesem Umfang umgesetzt werden“, so Rösch anlässlich der 20-Jahr-Feier heute in Mainz. Das ZsL berät behinderte Menschen und setzt sich für deren Interessen ein. Das Besondere der täglichen Beratungspraxis sei dabei, so Rösch, dass Betroffene in einem sogenannten Peer Counseling gleichfalls Betroffene beraten.
 20 Jahre Peer Counseling von und für behinderte Menschen in Mainz |

2011-10-28

Psychiatrieerfahrene als Partner | Südwest Presse Online

Eigentlich ist die „Peer-to-Peer“-Beratung nur ein kleines Angebot, das die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ergänzen kann. Trotzdem ist die Beratung ein Zeichen für ein sich wandelndes Verhältnis zwischen Pflegepersonal und Patienten.
„Peer-to-Peer“-Beratung, hinter diesem englischen Begriff versteckt sich schlicht die Gesprächsmöglichkeit für Psychiatriepatienten mit einem seit vielen Jahren Psychiatrieerfahrenen. Klaus Laupichler aus Herbrechtingen steht jeden Montag ab 16 Uhr auf Station 41 für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. „Ich bin nicht gesund“, sagt der 57-Jährige, der insgesamt sechs Jahre seines Lebens stationär in psychiatrischer Behandlung war. „Ich kann aber trotzdem ein sinnvolles Leben führen – wie viele andere psychisch Kranke auch“, fügt Laupichler hinzu. Diese Erfahrung möchte er gerne an andere Patienten weitergeben, ihnen die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Situation vermitteln, sie begleiten und ihnen zuhören.
Vor zwei Jahren hat der damals noch neue Chefarzt der Klinik für Psychiatrie Dr. Martin Zinkler Klaus Laupichler direkt angesprochen und für diese Form der Beratung gewonnen. Noch ungewöhnlicher, als dass es dieses Angebot überhaupt gibt, ist es, dass Laupichler auch bei einer Fortbildung für psychiatrieerfahrene Berater („Ex-In“ in Stuttgart) finanziell vom Klinikum unterstützt wurde und für seine Beratungstätigkeit honoriert wird.
„Für mich als Arzt ist die Beratung eine Bereicherung, weil die Behandlung um das Element des persönlichen Erfahrungsschatzes erweitert wird“, sagt Dr. Zinkler. Was man auch wissen muss: Zwischen Patientenvertretern und Medizinern gibt es in der Psychiatrie große Meinungsdifferenzen, in der es beispielsweise um die Anwendung von Zwang und Gewalt, aber auch um die Sinnhaftigkeit einer medikamentösen Behandlung geht. „In Deutschland sind die Fronten sehr verhärtet“, sagt Zinkler, in England, wo er zuvor gearbeitet hat, habe er die Erfahrung gemacht, dass Ärzte und Patienten unkompliziert und pragmatisch zusammenarbeiten würden.
Dass man in der Psychiatrie die Patienten als Partner sieht und sie nicht bevormundet, ist für Zinkler aus mehreren Gründen notwendig: „Die Psychiatrie hat auf viele Fragen der Patienten nur unzureichende Antworten“, erklärt er. Die Psychiatrie sei viele Irrwege gegangen, von denen der krasseste die Ermordung von Psychiatriepatienten im Nationalsozialismus gewesen sei. Aber auch die Anstaltspsychiatrie und das „Wegsperren“ von Patienten hält er für ebenso kritikwürdig wie die medikamentösen Behandlungsverfahren, „deren Nutzen über viele Jahre hinweg übertrieben und deren Gefahren missachtet wurden.“
Der Begriff der „Gesundheit“ müsse in der Psychiatrie vom Patienten definiert werden und nicht vom Arzt. Klaus Laupichler geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich bestehe auf das Recht des Andersseins und möchte so akzeptiert werden“, sagt er.

Psychiatrieerfahrene als Partner | Südwest Presse Online

2011-09-18

Behinderte als "Spezialisten" für Beratung - oesterreich.ORF.at

Behinderte als "Spezialisten" für Beratung
Niemand kann einen Blinden oder einen Hörgeschädigten besser beraten als jemand, der selbst kaum sieht oder hört. An Menschen mit Behinderung, die einen Job in der Behindertenberatung anstreben, richtet sich ein neuer Kurs in Innsbruck.
Behinderte als "Spezialisten" für Beratung - oesterreich.ORF.at

2011-08-31

Gießener Anzeiger - Zentrum selbstbestimmt Leben gegründet - Kompetenzen Behinderter stärken

Zentrum selbstbestimmt Leben gegründet - Kompetenzen Behinderter stärken

31.08.2011 - GIESSEN
(olz). „Zentrum selbstbestimmt Leben“ heißt der neue Verein, der sich in den Räumen der Arbeitslosenhilfe Gießen im Gewerkschaftshaus gegründet hat. Rund 15 Teilnehmer kamen zur Gründungsversammlung des Zentrums, das vor allem das Ziel verfolgt, die Eigeninitiative behinderter Menschen anzuregen und dazu notwendige Kompetenzen zu stärken.
Entstanden war die Idee zu dem Zentrum, das die Interessenvertretung, Beratung und Assistenzorganisation für Behinderte als seine Hauptaufgabe betrachtet, vor rund drei Monaten vor allem auf studentischer Initiative. Bundesweit gibt es bereits zahlreiche derartige Zentren - beispielsweise in Kassel. Nach Vortreffen seien die Vorbereitungen für den Gießener Verein vor 14 Tagen abgeschlossen gewesen, sagte Versammlungsleiter Alexander Busam. Die Mitglieder beschlossen, sowohl dem Dachverband der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland als auch dem Landesverband Hessen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes beizutreten. Renke Theilen wurde als Vorsitzender gewählt. Sein Stellvertreter wurde Uwe Paul Gaidzik. Henrike Mandrella ist für die Verwaltung der Finanzen bestimmt. Erika Wolf ist einzige Beisitzerin des Vorstandes.
Die bereits vorliegenden Projektskizzen wurden einstimmig als Arbeitsgrundlage des Vorstands für das Jahr 2012 verabschiedet. Insgesamt fünf Projekte mit einem Finanzbedarf von zusammen rund 400 000 Euro sind derzeit vorgesehen. Inhaltlich geht es um das sogenannte „Peer Counseling“, Assistenzdienste, ein Medienprojekt, die Evaluation der aktuellen Lage der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Stadt und Landkreis Gießen und die Literaturumsetzung für Blinde und Sehbehinderte.
Das „Peer Counseling“ ist ein Ansatz, bei dem Behinderte durch Behinderte beraten werden und der nicht nur auf der persönlichen Betroffenheit, sondern auch auf einer professionellen Ausbildung der Berater basiert.
Gießener Anzeiger - Zentrum selbstbestimmt Leben gegründet - Kompetenzen Behinderter stärken

2011-07-30

Gießener Anzeiger - „Selbstbestimmt Leben“ rückt näher

„Selbstbestimmt Leben“ rückt näher

30.07.2011 - GIESSEN
Künftiger Verein leistet Vorarbeit für Zentrums-Gründung
(red). Die Gründung des „Zentrums selbstbestimmt Leben Gießen“ als selbstverwaltete Organisation von behinderten Frauen und Männern in Gießen und Umgebung (der Anzeiger berichtete) rückt immer näher. Auf der jüngsten Versammlung des künftigen Vereins wurde der Satzungsentwurf diskutiert und verabschiedet. Außerdem wurden erste Projekte angesprochen. Diese sollen dann beim nächsten Treffen weiter diskutiert werden.
Diese Projekte sollen auf der Gründungsversammlung als Arbeitsgrundlage für das erste Jahr der operativen Arbeit des Vereins dienen. Unter anderem geht es dabei um die Projekte „Peer Counceling“ (Beratung von Betroffenen für Betroffene), das Projekt „Assistenzdienste“ (Bereitstellung und Organisation von Assistenz in allen Lebensbereichen), die Evaluation der tatsächlichen Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in der Kommune, ein Medienprojekt (Weiterbildung im Bereich Medienanalyse, Medienrezeption, Medienproduktion sowie die tatsächliche Medienproduktion im Sinne der Bewegung). Weitere Projekte sollen noch ausführlicher beim nächsten Treffen diskutiert werden, unter anderem die Themen „Frauen und Behinderung“, „Migration und Behinderung“ und „Studium und Behinderung“. Der Satzungsentwurf soll jetzt in Abstimmung mit dem zuständigen Dachverband Interessenvertretung selbstbestimmt Leben in Deutschland dem örtlichen Finanzamt und Amtsgericht vorgelegt werden, um die Eintragung in das Vereinsregister und die Gemeinnützigkeit sicherzustellen. Zwischenzeitlich will der Arbeitskreis Disability Studies, der die Gründung des Zentrums angestoßen hatte, beim AStA der Justus-Liebig-Universität Gießen als Träger Unterstützung organisieren. Auch geht es darum, über den Arbeitskreis beziehungsweise den AStA als schon bestehende rechtsfähige Person Förderungen zu organisieren. Um dies mit der angemessenen öffentlichen Würdigung verbinden zu können, sollen entsprechende Informationen und Anträge dem Studierendenparlament im August vorgelegt werden.

Gießener Anzeiger - „Selbstbestimmt Leben“ rückt näher
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