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2012-07-18

Betreuung von Behinderten: Für eine Handvoll Euro - taz.de

  • 18.07.2012

Betreuung von Behinderten

Für eine Handvoll Euro

In Hamburg und Bremen kämpfen die Betriebsräte der Assistenzgenossenschaft um einen Tarifvertrag für ihre Pflegekräfte. Und könnten am eigenen Arbeitsprinzip scheitern.von Jan Zier

Kampf um bessere Löhne: Behindertenpfleger und ihre Klienten protestieren.  Bild:  Christian Ditsch
BREMEN taz | In Frankfurt haben sie gerade einen bekommen, wenn auch erst nach einem Streik. In Bremen verhandeln sie momentan darum, die Betriebsräte und Gewerkschaftler. Und in Hamburg fordern die ihn ebenfalls – einen Tarifvertrag für die Assistenzgenossenschaft (AG).
Betreuung von Behinderten: Für eine Handvoll Euro - taz.de

2011-09-14

Auf dem Weg zum Freedom Drive nach Straßburg -- kobinet

11.09.2011 - 11:28

Auf dem Weg zum Freedom Drive nach Straßburg.

Mainz (kobinet) Auf dem Weg zum Freedom Drive nach Straßburg machte gestern eine norwegische Delegation in Mainz halt und informierte sich über die deutsche Behindertenpoliti. Vom 12. bis 15. September finden in Straßburg eine Vielzahl von Veranstaltung und am 14. Dezember eine große Demonstration statt, zu der das Europäische Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen einlädt und seiner Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe und bedarfsgerechter Assistenz Nachdruck verleiht.

Gerade rechtzeitig vor Beginn des Treffens der norwegischen Delegation von ULOBA, einer Assistenzgenossenschaft aus der Nähe von Oslo, mit Dr. Corina Zolle vom Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) und Ottmar Miles-Paul, dem rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten klarte der Himmel auf, so dass das Treffen auf der Terrasse des Integrationshotels Inndependence stattfinden konnte. Nachdem Dr. Corina Zolle ihre Geschichte erzählt und die Situation von behinderten Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind in Deutschland geschildert hatte, hagelte es von den norwegischen Freedom Drivern eine Vielzahl von Fragen. Auf Unverständnis stieß dabei nicht nur die Tatsache, dass es in der Regel sehr schwer ist, aus Behinderteneinrichtungen auszuziehen und die Assistenz oft vor Gericht erkämpft werden muss, sondern auch die Tatsache, dass das Einkommen und Vermögen von Assistenznutzern angerechnet wird. "Das klingt fast ein bisschen so, wie in Bulgarien", meinte ein Mitglieder der norwegischen Situation, der schilderte, dass in Norwegen die herkömmlichen Behinderteneinrichtungen gesetzlich verboten sind und behinderte Menschen dort maximal 200 Euro von ihrem Einkommen für Kosten der Assistenz einsetzen müssen.

Auf dem Weg zum Freedom Drive nach Straßburg -- kobinet

2011-07-22

Sozialverband kritisiert Thüringer Versäumnisse bei Behindertenrechten - otz.de

Sozialverband kritisiert Thüringer Versäumnisse bei Behindertenrechten

  • Nach Forderungen des Sozialverbandes müssten Pflegebedürftige so lange wie möglich zu Hause gepflegt werden können. Dabei sollen Familien stärker vom Land unterstützt werden. Foto: Andrea Fricke Nach Forderungen des Sozialverbandes müssten Pflegebedürftige so lange wie möglich zu Hause gepflegt werden können. Dabei sollen Familien stärker vom Land unterstützt werden. Foto: Andrea Fricke
Thüringen hat die UN-Behindertenkonvention nach Ansicht des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) noch nicht ausreichend umgesetzt. Im bundesweiten Vergleich gehöre der Freistaat sogar zu den Schlusslichtern, kritisierte SoVD-Landeschef Maik Nothnagel am Donnerstag in Erfurt.
Erfurt. Das Sozialministerium reagierte empört. "Die Äußerungen von Herrn Nothnagel sind ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich intensiv und sachlich an der Umsetzung der UN-Konvention beteiligen", sagte ein Sprecher. Tatsächlich gehöre Thüringen sogar zu den Vorreitern in Deutschland.

Zuvor hatte Nothnagel vor allem die Pflege von Schwerbehinderten als unzureichend gerügt. Ältere und behinderte Menschen würden zu häufig allein nach medizinischen Kriterien behandelt und systematisch in Heime abgeschoben. Stattdessen müssten Pflegebedürftige solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen können und dort versorgt werden, verlangte der ehemalige Linke-Landtagsabgeordnete. Das sehe auch die UN-Konvention vor. Hier stehe das Land in der Pflicht, Familien bei der Pflege ihrer Angehörigen stärker zu unterstützen.

Zudem plädierte Nothnagel für sogenannte Assistenzgenossenschaften, über die Bedürftige ihre Pflegekräfte eigenverantwortlich auswählen und Dienstzeiten individuell festlegen könnten. Diese seien nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu mobilen Pflegediensten vorgesehen, die Leben und Tagesrhythmus der Bedürftigen "zwangsläufig stärker fremdbestimmen". Den Kostenaufwand für eine solche Assistenz schätzt Nothnagel auf einige Hundert bis deutlich über 10.000 Euro pro Monat, je nach Pflegestufe. In anderen Bundesländern habe sich dieses System bereits bewährt.

Kritik an Rolle der Sonderschulen

Des Weiteren verwies Nothnagel auf Erfolge in Rheinland-Pfalz, wo das Land Unternehmen für jeden fest angestellten Behinderten 300 Euro im Monat überweise. 250 von ihnen seien so bereits in reguläre Stellen vermittelt worden. Ein ähnliches Programm würde den Freistaat laut Nothnagel rund eine Million Euro kosten.

Das Sozialministerium hielt dem entgegen, dass bereits seit geraumer Zeit intensive Beratungen zur Umsetzung der Konvention liefen. Die Landesregierung befinde sich im "intensiven Dialog" mit Wohlfahrts- und Betroffenenverbänden, Kommunen, Unternehmen und der Wissenschaft, sagte ein Sprecher. In einer der Arbeitsgruppen habe auch Nothnagel mitgewirkt. Die "mehreren Hundert Vorschläge" zur Novellierung des Gleichstellungsgesetzes müssten ihm daher bekannt sein. Die Verwaltung sei also keineswegs untätig, sondern werde noch im Herbst einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.

Nothnagel zufolge gibt es offiziell zwar 182.000 anerkannte Schwerbehinderte in Thüringen, tatsächlich seien es aber "weit über 300.000", denn nicht alle beantragten oder erhielten einen Schwerbehindertenausweis. Zudem würden viele von ihnen nach wie vor systematisch stigmatisiert. Die Trennung von der Lebenswelt nicht behinderter Menschen setze bereits im Kindesalter ein - mit der Einteilung auf diskriminierende Sonderschulen.

Das Sozialministerium wies auch diese Kritik zurück. Seit 2003 sei der Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die an einer regulären Schule unterrichtet werden, bereits von 14 auf 25 Prozent gestiegen. Inklusion gehöre zu den wichtigsten Zielen der Landesregierung, "umso verwunderlicher" sei daher sei Nothnagels Kritik.

21.07.11 / DDP

Sozialverband kritisiert Thüringer Versäumnisse bei Behindertenrechten - otz.de

2011-03-03

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DemoDie Assistenzgenossenschaft:
"Ein Kind der Behindertenbewegung ..."
Mit der Gründung der Krüppelgruppe Ende der 1970er Jahre in Bremen wurde auch der Grundstein für die Selbstbestimmt-Leben- Bewegung gelegt. Hier fanden sich behinderte Menschen zusammen, um sich über ihre Rolle in der Gesellschaft klar zu werden, ein eigenes Selbstbewusstsein zu entwickeln und die Kraft zu finden, sich gegen Unterdrückung und fehlende Gleichberechtigung zur Wehr zu setzen.
Hierzu fanden auch zahlreiche Demonstrationen statt, wie beispielsweise Blockaden der öffentlichen Verkehrsmittel, um auf die mangelnden Möglichkeiten der Mobilität behinderter Menschen aufmerksam zu machen. Der bundesweit organisierte Protest gegen das UNO - "Jahr der Behinderten" 1981, genannt das "Jahr der Behinderer", so wie ein Hungerstreik in der Bremer Bürgerschaft gegen die drastische Kürzung des Behindertenfahrdienstes bildeten vorläufige Höhepunkte des Widerstandes behinderter Menschen gegen eine aussondernde Gesellschaft. Früh begann sich abzuzeichnen, dass es nicht ausreichte, neue Gesetze zur Gleichstellung behinderter Menschen zu erstreiten, sondern dass diese Unterstützung dabei benötigten, um ihre Rechte einzuklagen und auch umsetzen zu können. Es entstand die Idee einer Beratungsstelle, in der Behinderte andere Behinderte solidarisch beraten und in ihrer Selbstbestimmung stärken und unterstützen sollten. Als Ergebnis vieler Diskussionen wurde im November 1986 die Beratungsstelle Selbstbestimmt Leben eröffnet, bundesweit die erste ihrer Art....

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