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2013-11-23

Wenig Neues in Sachen gesellschaftliche Teilhabe | kobinet-nachrichten


Wenig Neues in Sachen gesellschaftliche Teilhabe

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Logo: Daheim statt Heim
Logo: Daheim statt Heim
© BI Daheim statt Heim
Berlin (kobinet) Die Bundesinitiative Daheim statt Heim kritisiert, dass die angehenden Koalitionsparteien auf Bundesebene wenig Neues schaffen wollen, wenn es um die gesellschaftliche Teilhabe von älteren und behinderten Bürgerinnen und Bürgern geht.
"Ich habe die Befürchtung", so die Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim Silvia Schmidt, "dass die Interessen der pflegebedürftigen und behinderten Menschen in unserem Land unter die Räder kommen, da es wieder einmal nicht um innovative Lösungen und nachhaltige politische Konzepte für die Herausforderungen unseres Landes geht, sondern nur um blanke Parteipolitik."

Wenig Neues in Sachen gesellschaftliche Teilhabe | kobinet-nachrichten

2013-07-29

Nicht ins Heim: Das wünschen sich die Deutschen im Pflegefall - DAS INVESTMENT


29.07.2013

Nicht ins Heim: Das wünschen sich die Deutschen im Pflegefall


Quelle: Fotolia

My home is my castle: Die Deutschen wollen ihr Zuhause trotz Pflegebedürftigkeit nicht verlassen. Die überwiegende Mehrheit würde eine ambulante Pflege vorziehen.

 Die Deutschen wünschen sich im Pflegefall am liebsten ambulant zu Hause gepflegt zu werden. Ein Umzug zu Verwandten oder in ein Pflegeheim möchten die meisten vermeiden. TNS Infratest führte im Auftrag der R+V Versicherung eine bundesweite Umfrage zur Pflege durch.*

Nicht ins Heim: Das wünschen sich die Deutschen im Pflegefall - DAS INVESTMENT

 Daheim statt heim | Willkommen bei Daheim statt Heim e.V.

 Hilfe daheim statt Milliarden für Heime - UN-Konvention in Deutschland umsetzen!

2013-02-15

Daheim statt Heim e.V. / In Würde alt werden? - In deutschen Heimen ist das nicht möglich!

Logo der Bundesinitiative Daheim statt Heim e. V.

In Würde alt werden? - In deutschen Heimen ist das nicht möglich!

Berlin, 08. Februar 2013 - Rolf Sierlinski, Fachkrankenpfleger, beschreibt in seinem erschienenen Buch die Pflegesituation in deutschen Heimen. Der Autor gibt dem Leser die Möglichkeit, zehn Arbeitstage in der Altenpflege einer 4-Sterne-Seniorenresidenz zu verbringen. Zu wenig Fachpersonal, Dumpinglöhne und Zeitarbeit, Überforderung und damit einhergehende Aggressivität gegenüber den Patienten - zu wenig Zeit für eine Fachpflege! Das Altern in Würde sei seiner Ansicht nach in deutschen Heimen nicht möglich.
Daheim statt Heim e.V. / In Würde alt werden? - In deutschen Heimen ist das nicht möglich!

2012-11-22

Daheim statt Heim e.V. / Daheim statt Heim: Gewalt in der Pflege verhindern - mehr Geld in eine menschenwürdige ambulante Versorgung investieren.


Logo der Bundesinitiative Daheim statt Heim e. V.Daheim statt Heim: Gewalt in der Pflege verhindern - mehr Geld in eine menschenwürdige ambulante Versorgung investieren.

Daheim statt Heim fordert: Gewalt in der Pflege verhindern - mehr Geld in eine menschenwürdige ambulante Versorgung investieren. Das Modell Pflege im „sogenannten“ Heim ist gescheitert!

Berlin, 16.11.2012 Schockierende Berichte über Missstände und Gewalt in der Pflege dominierten auch in dieser Woche wieder einmal die Medien. Im ZDF-Morgenmagazin stellt der Pflegeexperte und Unterstützer von Daheim statt Heim, Claus Fussek, fest: „Was in vielen Heimen läuft, ist kriminell. Heime sind weitgehend rechtsfreie Räume geworden.“ Dieser Feststellung schließt sich die Bundesinitiative Daheim statt Heim an und fordert die Stärkung des ambulanten Sektors.

Das Pflegemodell Heim ist nach Auffassung der Bundesinitiative Daheim statt Heim das Grundproblem und muss angesichts der aufgedeckten und bekannten Missbrauchsfälle und Missstände als menschenunwürdig und gescheitert angesehen werden. Auch in sogenannten Heimen für Kinder- und Jugendliche sowie für Menschen mit Behinderungen, die ein sicheres „Zuhause“ ersetzen sollen,  wurden in den letzten Jahren zahlreiche schwerwiegende Missbrauchsfälle aufgedeckt.  Diese reichten von den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Das Ausmaß dieser Skandale und die große Zahl der Opfer lassen nur den Schluss zu, dass wir einen Ausstieg aus dem Geschäftsmodell „Heim“ brauchen
Daheim statt Heim e.V. / Daheim statt Heim: Gewalt in der Pflege verhindern - mehr Geld in eine menschenwürdige ambulante Versorgung investieren.


Petition mitzeichnen: 
Hilfe daheim statt Milliarden für Heime - UN-Konvention in Deutschland umsetzen!

2012-11-07

SPD fordert Programm "Altersgerecht umbauen" - SPD Fraktion im Bayerischen Landtag - Homepage

31. Oktober 2012

SPD fordert Programm "Altersgerecht umbauen"

Fraktionschef Rinderspacher: Menschen wollen möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben!
Der Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher fordert von Bundes- und Staatsregierung größere Anstrengungen beim altersgerechten Umbau von Bestandswohnungen. Das Programm "Altersgerecht Umbauen", das Bundesbauminister Ramsauer 2011 gestrichen hat, müsse wieder mit 100 Millionen Euro Bundesmitteln für Investitions- und Zinszuschüsse ausgestattet werden, so Rinderspacher:  (...)

"Altersgerechte Modernisierung bedeutet hohe Investitionen, die die Betroffenen selten aus eigener Kraft schultern können", so Rinderspacher. Die meisten Bestandsgebäude hätten keine stufenlose Hauseingänge für Rollstühle oder Gehwagen, enge Hausflure, schmale Türen und keine ausreichenden Bewegungsflächen in Küche und Bad für Rollstuhlfahrer. Die Folge unzureichend ausgestatteter Wohnungen: Immer mehr Menschen müssen in Alten- und Pflegeheimen umziehen, anstatt wie gewünscht in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können. "Altersgerechter Umbau erhöht die Lebensqualität unserer Senioren und hilft, Pflegekosten zu sparen sowie die öffentlichen Kassen zu entlasten", so Rinderspacher.(...)

SPD fordert Programm "Altersgerecht umbauen" - SPD Fraktion im Bayerischen Landtag - Homepage

2012-07-15

Daheim statt Heim e.V. / SPD in der Pfalz ist gegen neue Heime

Logo der Bundesinitiative Daheim statt Heim e. V.

Die Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz setzen ganz auf alternative Wohnformen für Ältere. „Wir treten dafür ein, dass keine großen stationären Pflegeeinrichtungen mehr gebaut werden,“ sagte SPD-Fraktionschef Hendrik Hering. Mainz, Juli 2012. Handlungsbedarf sieht die SPD-Fraktion im Landtag aus mehreren Gründen. Der erste: Ziehen zukünftig prozentual genau so viele Menschen in ein Heim wie in der Vergangenheit, dann wird die absolute Zahl der Heimbewohner in Rheinland-Pfalz drastisch steigen – weil es immer mehr Ältere gibt.
„Die Kosten werden geradezu explodieren“, sagte Hendrik Hering der 'Rhein-Zeitung'. Außerdem würden immer weniger Ältere ein Leben im Heim akzeptieren, die SPD trete deshalb für einen „neuen sozialen Generationenvertrag“ ein. Im Mittelpunkt dieses Konzepts stehen alternative Wohnformen, Wohngemeinschaften zum Beispiel oder Mehrgenerationenhäuser. Auch Genossenschaften sind denkbar.
Nach der Sommerpause will die SPD in Städten und Dörfern für das Konzept werben, Ziel ist eine 'breite Bürgerbewegung.'
Lesen Sie auch zum Thema Wohnen im Alter:
Studie: Niemand will ins Heim – Silvia Schmidt: Klarer Auftrag an die Politik

„Unsere Branche sollte aufhören, sich demographischen Phantasien hinzugeben.“


Einstürzende Neubauten


Berlin: Wohnen mit Service auch für Menschen, die wenig Geld haben
Daheim statt Heim e.V. / SPD in der Pfalz ist gegen neue Heime



 AVAAZ.org: The World in Action

Hilfe daheim statt Milliarden für Heime - 

UN-Konvention in Deutschland umsetzen!





 

2012-07-03

Daheim statt Heim e.V. / „Heime sind ein Denkfehler“

 
 
„Heime sind ein Denkfehler“

 

'Wir dürfen in unserem Engagement nicht nachlassen, bis das Ziel erreicht ist.' Das ist die zentrale Botschaft, die vom Parlamentarischen Abend der Bundesinitiative Daheim statt Heim ausging.
Mehr als 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Organisationen waren nach Berlin in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft gekommen. Unter ihnen Politiker, Vertreter von Ländern und Kommunen, Sozialversicherungsträgern, Verbänden und der Wirtschaft.

Berlin, 29.6.2012. Unter den mehr als 20 Bundestagsabgeordneten war Prof. Dr. Karl Lauterbach, Gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, ebenso wie Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung und Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Fuchtel sagte, das Bewusstsein für dieses Thema in Deutschland müsse noch deutlich geschärft werden.
Prof. Dr. Lauterbach betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Bundesinitiative und des Engagement der Vorsitzenden Silvia Schmidt. Lauterbach: „Ich hatte in unserer Fraktion schon häufiger die Aufgabe, Silvia Schmidt von bestimmten Dingen abzubringen, es ist mir selten gelungen. Und am Ende hat sich oft herausgestellt, dass sie Recht hatte.“
Professor Dr. Dr. Klaus Dörner, Mediziner und Psychiater, Mitbegründer von Daheim statt Heim, schließlich mahnte, die Gesellschaft müsse „endlich erkennen, dass Heime ein Denkfehler sind, dass die Hilfe heute zu den Menschen kommen muss und nicht umgekehrt.“Ziel der Bundesinitiative Daheim statt Heim ist es, allen – jungen, alten, behinderten und nicht behinderten Menschen – zu jenem selbst bestimmten Leben zu verhelfen, das sie sich wünschen und auf das sie ein Recht haben. Denn ein Leben zu Hause ist nicht nur menschenwürdiger als ein Leben im Heim, es kostet auch sehr viel weniger Geld.
Je mehr Menschen bis zum Schluss in ihrer gewohnten Umgebung leben, desto eher akzeptieren wir Behinderung, Alter und Pflegebedürftigkeit als normalen Teil des Lebens.
Für diesen Bewusstseinswandel setzt sich die Bundesinitiative Daheim statt Heim als politische Nonprofit-Organisation ein.
Daheim statt Heim e.V. / „Heime sind ein Denkfehler“

2012-04-28

Daheim statt Heim e.V. / Rettungsschirme für Alle: „Wer nicht mit uns spricht, muss mit uns rechnen.“

Rettungsschirme für Alle: „Wer nicht mit uns spricht, muss mit uns rechnen.“


Berlin, 27. 4. 2012: Um ein deutliches Zeichen zu setzen für die Rechte behinderter Menschen zogen mehr als 1500 Menschen bei bestem Sommerwetter vom Kanzleramt zum Brandenburger Tor. Damit war die Veranstaltung noch deutlich besser besucht als ein Jahr zuvor.

Die meisten Teilnehmer trugen Regenschirme, die sie mit konkreten Forderungen an die Politik beschriftet hatten. Eine davon lautete, die UN-Behindertenrechtskonvention endlich umzusetzen, eine andere, Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen Wirklichkeit werden zu lassen. Die traditionelle Losung „Rettungsschirme für Alle“ soll daran erinnern, dass der Politik das Wiederauffüllen geplünderter Staatskassen Milliarden wert ist, gleichzeitig aber bei Leistungen für behinderte Menschen um jeden Cent gefeilscht wird.
Veranstalter der Demonstration waren der Berliner Behindertenverband, SoVD-Landesverband Berlin-Brandenburg und die Bundesinitiative Daheim statt Heim.
Neben den Vertretern weiterer Verbände und Organisatoren nahm auch eine Reihe von Bundestagsabgeordneten an der Kundgebung teil. Dr. Ilja Seifert von der Fraktion Die Linke sagte bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor: „Wer nicht mit uns spricht, muss mit uns rechnen. Politik muss mit uns gemacht werden und für uns, nicht gegen uns.“ Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, äußerte sich ähnlich: „Es kann nicht sein, dass Teilhabe nicht stattfindet, weil man sagt, es gibt gerade Wichtigeres.“
Silivia Schmidt, Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim, bezeichnete es als Skandal, dass „immer noch viele behinderte Menschen in Heimen verschwinden, anstatt ihnen die volle gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe am Leben zu ermöglichen.“Daheim statt Heim e.V. / Rettungsschirme für Alle: „Wer nicht mit uns spricht, muss mit uns rechnen.“

2012-02-27

Wahre Liebe: Seit 23 Jahren pflegt sie ihren Mann im Wachkoma - Nachrichten Donauwörth - Augsburger Allgemeine

Wahre Liebe

Seit 23 Jahren pflegt sie ihren Mann im Wachkoma

In guten wie in schlechten Tagen: Seit 23 Jahren pflegt Amalie Blank aus Bachhagel ihren Mann - einen Wachkoma-Patienten. Trotz aller Widrigkeiten. Von Katharina Gaugenrieder
Amalie Blank pflegt seit 1989 ihren Mann Xaver im Wachkoma
Katharina Gaugenrieder
Amalie Blank kann sich noch an den Tag erinnern, als sei es gestern gewesen. Zusammen mit ihrem Mann Xaver hat sie damals drüben am Lagerplatz ihres Fuhrunternehmens noch die Maschinen aufgeräumt. „Ich habe ihn gefragt, ob wir es gleichmachen können, weil ich noch zum Friseur wollte.“ Plötzlich, erzählt Amalie Blank, sagte ihr Xaver: „Jetzt hat mich auch noch eine Wespe gestochen.“ Als sie sich umdrehte, schwankte er schon, brach schließlich zusammen. Allergischer Schock, Atemstillstand. Mit dem Notarzt kam Xaver Blank, damals gerade 50 Jahre alt, ins Krankenhaus. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass er die Nacht wahrscheinlich nicht überleben wird.“
Amalie Blank holt ihren Mann nach Hause

Das war im Juli 1989. Seitdem liegt Xaver Blank, langjähriger Gemeinderat, Mitglied des Musikvereins, Fuhrunternehmer, im Wachkoma. Zweieinhalb Jahre, sagt Amalie Blank, war ihr Ehemann zunächst im Lauinger Krankenhaus. Lange hat sie sich um einen Rehaplatz bemüht. „Aber damals hat man sich mit so etwas noch nicht so ausgekannt.“ Nach zäher Suche fand sie schließlich einen Platz. Danach ging es für Xaver Blank wieder ins Krankenhaus. Und bei Amalie Blank wuchs der Entschluss: Ich will meinen Mann nach Hause holen. Viel Ermutigung kam damals nicht. Die Ärzte rieten ihr dazu, für ihn einen Platz in einem Pflegeheim zu suchen. „Was wollen Sie denn mit ihm zu Hause, das können Sie ja gar nicht“, hätten viele gesagt. „Aber wir haben es probiert und es ist gegangen.“ (...) Aus den Händen von Christine Haderthauer erhielt Amalie Blank für langjährige Pflege das Bundesverdienstkreuz am Bande. So viel Aufhebens um ihre Person, das sei ihr schon ein bisschen unangenehm gewesen, sagt sie. „Schließlich bin ich ja nicht die Einzige. Es gibt ja viele Menschen, die ihre Angehörigen pflegen.“
Wahre Liebe: Seit 23 Jahren pflegt sie ihren Mann im Wachkoma - Nachrichten Donauwörth - Augsburger Allgemeine


Debatte

Vater von Wachkoma-Patient: "Bloß kein Heim"

17.11.2008 | 06:49 Uhr Essen. Wilfried Breer, Vater eines Wachkoma-Patienten und Kopf einer Selbsthilfegruppe, lehnt Sterbehilfe ab. Die künstliche Ernährung auszusetzen und sie somit dem Hungertod auszuliefern, "ist Mord". Die Patienten müssten - wie sein Sohn - zu Hause gepflegt werden.

Obwohl Peter (Name geändert) im Wachkoma liegt, kann er zum Beispiel eine Reittherapie machen. „Niemals kommt er in eines dieser schrecklichen Heime”, sagt sein Vater. (Foto: privat)
 Es ist sieben Jahre her, seitdem der Sohn vom Stuhl fiel mit einem Herzstillstand. Zwar konnte der Notarzt den Körper zurück ins Leben rufen – doch nichts war mehr wie vorher. Peter*, der 40-jährige Schreinermeister,  liegt seitdem im Wachkoma. 

2012-01-10

Rettungsschirme für Alle - Demo auch 2012 wieder -- kobinet

10.01.2012 - 17:32

Rettungsschirme für Alle - Demo auch 2012 wieder.

Berlin (kobinet) Zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen rund um den 5. Mai haben der Berliner Behindertenverband, der Landesverband Berlin-Brandenburg des Sozialverbands Deutschland und die Bundesinitiative "Daheim statt Heim" heute wieder gemeinsam zu einer großen Protestveranstaltung in der Hauptstadt Berlin aufgerufen.
Rettungsschirme für Alle - Demo auch 2012 wieder -- kobinet

2011-11-28

DasErste.de - Gott und die Welt - Was darf William kosten? (27.11.2011)

Rückschau: Was darf William kosten? (HR/SWR)

Der Kampf eines Rollstuhlfahrers
Sendeanstalt und Sendedatum: Sendetermin Sonntag, 27. November 2011, 17.30 Uhr im Ersten
Der Rollstuhlfahrer William Geier (Bild: HR) Bildunterschrift: Der Rollstuhlfahrer William Geier. ]
William Geier hat verloren. Der 37-Jährige hatte vor Gericht geklagt. Er möchte endlich raus aus dem Heim und zum ersten Mal in seinem Leben in eine eigene Wohnung ziehen. Dafür benötigt er "persönliche Assistenz", das heißt, eine 24-Stunden-Betreuung, denn als spastisch gelähmter Mensch ist er körperlich so stark behindert, dass er weder selbständig essen, trinken, noch auf die Toilette gehen kann.

Der Rollstuhlfahrer William Geier (Bild: HR) Bildunterschrift: William Geier unterwegs. ]
Sein ganzes Leben hat er in Heimen verbracht; und die waren nicht einmal schlecht. Doch zu seiner Behinderung, die ihn abhängig von anderen Menschen macht, kommt die Abhängigkeit von den Abläufen im Heim: Er kann nicht trinken, wenn er Durst hat, kann nicht essen, wenn er Hunger hat, sondern wenn es Zeit dafür ist bzw. jemand vom Pflegepersonal Zeit für ihn hat. In einer eigenen Wohnung mit "persönlicher Assistenz" wäre das anders.
DasErste.de - Gott und die Welt - Was darf William kosten? (27.11.2011)

2011-10-13

DasErste.de - Plusminus - Kostenfalle Heim (12.10.2011)

Rückschau: Kostenfalle Heim

Wie die Pflege Kommunen arm macht

Rentner auf Bank (Quelle hr) Bild vergrößern Bildunterschrift: ]
(© hr) Im städtischen Altersheim in Dresden lebt Hildegard Weber seit anderthalb Jahren. Wie ihr geht es derzeit rund einer Millionen Älteren. Dabei wollen neun von zehn Deutschen gar nicht ins Heim: "Eigentlich wollte ich selbstständig wie bisher leben, meine Aufgaben alles weiter machen und mir ein bisschen helfen lassen, sauber machen und Essen auf Rädern - so hatte ich mir das vorgestellt.“ Das ging leider nicht. Für sie gab es keine passende ambulante Betreuung. Da bleibt nur der teure Weg ins Heim. Pflegeheime sind ein riesiger Markt. In vielen Kommunen gibt es sie im Überfluss. Auch Dresden ist ein Eldorado für Heimbetreiber, über 60 Heime gibt es bereits und es wird immer noch gebaut.

Burkhard Werner, Prof. für Pflegemanagement ist Mitbegründer der Bundesinitiative Daheim statt Heim, er kennt den Grund für den anhaltenden Boom bei Pflegeheimen: "Wenn sie sich anschauen, wie die Bundesländer in den letzten Jahrzehnten den Heimneubau gefördert haben, dass zwei Drittel der Heimneubaukosten von den Bundesländern gefördert werden aus Steuermitteln, während für ambulante Wohnformen wie Pflegewohngemeinschaften überhaupt keine Förderung vorgesehen sind." Ein falsches Anreiz-System. Die Folge: Zu viele Heimplätze, zu wenig ambulante Angebote. Die Kommunen sitzen in der Kostenfalle, erzählt Martin Seidel, Sozialbürgermeister Dresden:
DasErste.de - Plusminus - Kostenfalle Heim (12.10.2011)

Eine Messe für Menschen mit Einschränkungen • Stormarn • Lokales • LN-Online

Eine Messe für Menschen mit Einschränkungen
Oldesloer Behindertenbeirat lädt am 29. Oktober zur bundesweit ersten Wohnraummesse.
Als Team stellen sie die Wohnraummesse in Bad Oldesloe auf die Beine: Doris Rickmers, Oliver Ruddigkeit, Hauke Heesch, Roswitha Spiegel,
Joachim Wiebers und Marion Janssen (v.l.). Foto:Kuhlmann-Schultz
Foto: Foto:Kuhlmann-Schultz
Bad Oldesloe – Der Oldesloer Behindertenbeirat lädt für Sonnabend, 29. Oktober, zur bundesweit ersten Wohnraummesse ein.

Es ist ein Novum – bundesweit: Der Bad Oldesloer Behindertenbeirat lädt am Sonnabend, 29. Oktober, zur ersten Wohnraummesse in die Stormarnhalle ein. Aussteller aus der Region zeigen an diesem Tag von 10 bis 16 Uhr, wie Menschen trotz Handicap ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen können. Die Schirmherrschaft für diese Messe hat der Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Hubert Hüppe, übernommen.
Motor und letztlich Ideengeberin dieser ersten Wohnraummesse ist Marion Janssen, die sich ehrenamtlich als Vorsitzende des Behindertenbeirates der Stadt Bad Oldesloe engagiert. Ihr und ihren Mitstreitern ist es zu verdanken, dass sich im Frühjahr ein kleiner Organisationskreis zusammengefunden hat, der die Messe seitdem plant. Ein Kreis bestehend aus Menschen, die sich für die Belange von Bürgern einsetzen, die mit Einschränkungen leben müssen, die eine Behinderung haben.

Eine Messe für Menschen mit Einschränkungen • Stormarn • Lokales • LN-Online

2011-10-09

Korruption und Betrug in Altenheimen -- kobinet

09.10.2011 - 07:59

Korruption und Betrug in Altenheimen.

Berlin (kobinet) Die Diskussion um Missstände in Altenheimen muss nach Ansicht von Silvia Schmidt offensiv geführt werden. Die Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim ging auf einen Beitrag der Welt am Sonntag ein. Ihren großen Altenheim-Report hatte die Zeitung vergangene Woche "Korruption und Betrug" überschrieben und dargestellt, dass extremes Gewinnstreben von Betreibern zwangsläufig zur schlechten Behandlung von Bewohnern führt.

"Vieles, was die WamS hier beschreibt, ist eher die Regel als die Ausnahme. Der Fehler liegt im System. Es wird höchste Zeit, dass wir alle uns dieser Diskussion stellen", so Schmidt in einer Pressemitteilung. Für die Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim, kommen die Enthüllungen nicht überraschend. Sie fordert, dass Politik und Öffentlichkeit endlich die Realität zur Kenntnis nehmen und die Konsequenzen ziehen.

"Heime mit gravierenden Missständen sollten sofort geschlossen werden. Alles andere ist unverantwortlich", erklärte Schmidt. "Auch müssen wir uns fragen, wie Gesellschaft insgesamt mit älteren Menschen umgeht. Die Wahrheit ist: Qualität in der Pflege kostet Geld, kostet höhere Beiträge. Und gut ausgebildete, motivierte Pflegekräfte kosten ebenfalls Geld. Wenn wir bei der Versorgung alter Menschen weiter auf möglichst billig und möglichst viel Rendite setzen, dann ändert sich an dem Elend in vielen Heimen nie etwas. Die Diskussion darum müssen wir offensiv führen." sch

Korruption und Betrug in Altenheimen -- kobinet

2011-10-05

Selbstbestimmt hoch hinaus - Strohgäu Extra - Stuttgarter Nachrichten

Selbstbestimmt hoch hinaus

"Strohgäu Extra", vom 05.10.2011 02:46 Uhr

Ditzingen Im Alter in eigenen vier Wänden wohnen - das müsse keine Wunschvorstellung bleiben, sagt Werner Hoffmann vom Forum 55 plus. Der Verein wirbt für das Seniorenhochhaus. Von Franziska Kleiner
Werner Hoffmann ist Ideengeber, Vermittler, in gewisser Weise auch ein Vordenker, der aus Erfahrungen im persönlichen Umfeld gelernt hat. Jetzt macht er sich stark für ein Leben im Seniorenhochhaus. Entstanden vorwiegend in den 1970er Jahren, sind Hochhäuser heute meist behindertengerecht umgestaltet, als Wohnraum für Senioren jedenfalls "mehr geeignet als ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus ohne Aufzug", sagt Hoffmann. Der 50-Jährige ist Vorsitzender des Forums 55 plus. Die Mitlieder setzen sich für die Belange von Senioren ein.
Guido Paulmann etwa ist überzeugt von Hoffmanns Idee: Von 40 Eigentümern oder Mietern eines Hochhauses entschließen sich mindestens zehn Parteien, eine Wohnung in dem Gebäude gemeinschaftlich zu kaufen, um sie dann an einen ambulanten Pflegedienst zu vermieten. Die Senioren leben auch weiterhin in ihren eigenen vier Wänden, haben aber auf diese Weise bei Bedarf Pflegekräfte im Haus, nach Wunsch auch Haushaltshilfen. Da die jungen und alten Senioren selbst Vermieter seien, hätten sie die Macht, bei Bedarf "den ambulanten Pflegedienst durch Mehrheitsbeschluss auszutauschen", erklärt Hoffmann.
Der Pflegedienst wiederum profitiert von den kurzen Wegen zwischen den Kunden. Hoffmann will die Wohnungseigentümer in ihrer selbstbestimmten Leben stärken, wohl wissend, dass er damit auch die Konkurrenz zwischen privaten Pflegediensten, Kirchen und Kommunen belebt.

Selbstbestimmt hoch hinaus - Strohgäu Extra - Stuttgarter Nachrichten

2011-09-14

Hausnotrufdienste - Drei sind gut - Test - Stiftung Warentest

Hausnotrufdienste : Drei sind gut

Hausnotrufdienste Test
09.09.2011
Wer öfter allein zuhause ist, gesund­heitliche Ein­schränkungen hat, sturz­gefährdet ist oder generell ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, kann von einem Haus­notruf­dienst profitieren. Die monatlichen Kosten liegen zwischen 14 und 25 Euro. test hat bei zwölf Haus­notruf­diensten geprüft, ob sie im Vor­feld gut beraten, für eine sorg­fältige Einrichtung der Technik sorgen und ob im Notfall alles klappt.

Bedürfnisse älterer Kunden wenig berücksichtigt

Nur das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter-Unfall-Hilfe schnitten gut ab. Insgesamt ist das Ergebnis mit fünf ausreichenden Hausnotrufdiensten – mit dem Arbeiter-Samariter-Bund als Schlusslicht – ernüchternd: Viele Anbieter gingen unzureichend auf die Bedürfnisse älterer Kunden ein. Häufig fehlten zum Beispiel genaue Erklärungen und ausführliche Funktionstests. (...)
Im Test waren Hausnotrufdienste von Wohlfahrtsverbänden und privaten Anbietern.Hausnotrufdienste - Drei sind gut - Test - Stiftung Warentest

2011-09-09

HWelt - Daheim statt Heim gründet weitere Regionalgruppe

Daheim statt Heim gründet weitere Regionalgruppe Drucken E-Mail
Freitag, 09 September 2011
Am Montag, dem 12. September, wird die Bundesinitiative Daheim statt Heim in Frankfurt ihre nächste Regionalgruppe - nach dem niedersächsischen Westerstede - offiziell vorstellen. Ort: AWO-Kreisverband Frankfurt am Main e. V., Henschelstraße 11, 60314 Frankfurt Beginn: 15 Uhr. Alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen. Teilnehmer (u.a.): Silvia Schmidt, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Bundesinitiative Daheim statt Heim Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Arzt und Psychiater Ulrike Halmschlager, Filmemacherin, die einen Trailer ihres Dokumentarfilms 'Ilse, wo bist Du?' zeigen wird.

Ziel der Initiative ist es, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung ein Leben in der eigenen Wohnung statt in einem Heim zu ermöglichen und den Bau neuer Heime zu verhindern. In und um Frankfurt werden noch immer neue Heime eröffnet, obwohl hier bereits mehr als 500 Betten in Einrichtungen leer stehen. “Dieser Entwicklung werden wir entgegenwirken. Durch Aktionen und Diskussionen mit der Stadt und mit dem Bundesland Hessen wollen wir erreichen, dass Kommunen zukünftig den Bau neuer Heime verhindern können. Im Augenblick ist das noch nicht möglich,” so Holm Schmidt, einer der Initiatoren und 'Motor' der Regionalgruppe in Frankfurt. Schmidt, seit 46 Jahren bürgerschaftlich engagiert, ist seit 2008 zudem Pflegebegleiter und Projektiniator zur Qualifizierung von PflegebegleiterInnen in Frankfurt/Main. Daheim statt Heim in Frankfurt wird über Alternativen zum Heim und Unterstützungsangebote informieren.
Holm Schmidt: “Es gibt viele Hilfen, die den Menschen ein Leben zu Hause erleichtern, aber das Angebot ist schwer zu überblicken. Wir werden hier Orientierung bieten und dafür kämpfen, dass Menschen jene Hilfe, die ihnen zusteht, auch bekommen.” Designierter Vorsitzender der Regionalgruppe ist das Frankfurter Polit-Urgestein Rudi Baumgärtner, der 22 Jahre lang Stadtverordneter war, davon 18 Jahre Vorsitzender des Sozialausschusses. Er kennt also den Sozialbereich und seine Akteure wie kaum ein zweiter in der Region. Auch Baumgärtner plädiert für einen Baustopp für neue Heime, spricht sich zugleich aber für Kooperationen aus. “Heime sind für mich klar ein Auslaufmodell. Dennoch geht es uns nicht darum, eine Kampfansage an vorhandene Einrichtungen zu machen. Statt dessen wollen wir mit jenen Heimträgern kooperieren, die offen für Veränderungen sind.” Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeiterwohlfahrt, in dessen Räumen die Veranstaltung am 12.9. stattfindet. Der AWO-Kreisverband Frankfurt unterstützt die Regionalgruppe von Daheim statt Heim ausdrücklich, obwohl die AWO auch Heime betreibt. Kontakt Daheim statt Heim in Frankfurt und Hessen: Holm Schmidt MBA Tel:    069 - 53 36 86 E-Mail: koordinator-bi-daheim-hessen@web.de Die Bundesinitiative Daheim statt Heim wurde am 1. Dezember 2006 in Berlin von der Bundestagsabgeordneten Silvia Schmidt gemeinsam mit Wissenschaftlern, Pflegeexperten, Fachjournalisten, Politikern, Selbsthilfeorganisationen und anderen gegründet. Durch die wachsende Unterstützung ist die Initiative schnell zu einer breiten gesellschaftlichen Bewegung geworden. Als Anwalt älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen kämpft sie für das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. www.bi-daheim.de Pressekontakt Bundesinitiative Daheim statt Heim: presse@bi-daheim.de 0151-55506408

HWelt - Daheim statt Heim gründet weitere Regionalgruppe

2011-08-31

Altenheime ruinieren die Haushalte von Kreisen und Städten -Daheim statt Heim e. V. -

Altenheime ruinieren die Haushalte von Kreisen und Städten



Immer noch gibt es Landräte, die grinsend Altenheime eröffnen. Doch für den Haushalt der Gemeinden hat das verheerende Folgen. Ein Beispiel aus Hessen, das ein bundesweites Phänomen beleuchtet.

Hersfeld-Rotenburg, September 2011. “Kreis zahlt Millionen für Pflegefälle” titelte die hessische Regionalzeitung HNA vor einigen Tagen. Wie viel Sprengkraft in dieser auf den ersten Blick lapidaren Überschrift steckt, zeigt ein detaillierter Blick auf die Zahlen. 397 Personen benötigten im vergangenen Jahr im osthessischen Hersfeld-Rotenburg Hilfe zur Pflege vom Sozialamt. Das belastete den Haushalt mit rund 4,1 Millionen Euro (hier geht es zum aktuellen Haushaltsplan). Im Jahre 2010 gab es hier insgesamt ein Minus von 12,2 Millionen Euro. Was bedeutet, dass die Hilfe zur Pflege für ein Drittel des Haushaltslochs verantwortlich ist.
Kostspielig – aus Sicht des Kreises – ist dabei nicht etwa die Versorgung zu Hause, hier kommen fast alle ohne Unterstützung des Sozialamtes aus: Von den 397 Menschen, die Hilfe zur Pflege benötigten, leben nur 32 in der eigenen Wohnung, 365 dagegen in einem Heim. Mehr als 90 Prozent der Mittel werden also für die Heimunterbringung aufgewandt.
Jeder Anspruchsberechtigte benötigt pro Jahr etwa 10.000 Euro vom Sozialamt. Wenn nur 100 von ihnen statt im Heim zu Hause versorgt würden, ließe sich eine Million (!) Euro pro Jahr einsparen – sehr viel Geld für den kleinen Landkreis und seine nur 122.000 Einwohner.
Vizelandrätin Elke Künholz rechnet damit, das die Kosten in diesem Bereich weiter steigen werden. Deshalb will sie gegensteuern: Man fördere die günstigere ambulante Pflege ganz klar, dazu soll auch der Pflegestützpunkt in Bebra seinen Beitrag leisten, der in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird.
Nach Ansicht von Christoph Lixenfeld von der Bundesinitiative Daheim statt Heim läßt sich das Beispiel auf die allermeisten Landkreise in Deutschland übertragen. “Und Jahr für Jahr wird die Situation dramatischer. Denn das Rentenniveau sinkt in hohem Tempo, mehr Geld von der Pflegekasse für die Heimunterbringung wird es auch nicht geben. Also müssen die Kreise und Städte immer höhere Beträge zuschießen. Einziger Ausweg: Weniger Heime bauen und statt dessen ambulante Strukturen zügig verbessern.”

Daheim statt Heim e. V. - Thema Detailseite

2011-08-28

Ein Netzwerk für pflegende Angehörige - Ratgeber - WDR.de

Ein Netzwerk für pflegende Angehörige Auch Pflegende brauchen Pflege

Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Die meisten werden von Angehörigen zu Hause betreut. Eine Dauerbelastung, die oft an die Gesundheit geht. In Dortmund und Solingen läuft seit drei Jahren ein Modellprojekt, das das Wohl der Pflegenden im Blick hat.


Porträt Angelika Zegelin
Angelika Zegelin
Das Konzept wird betreut von der Pflegewissenschaftlerin Angelika Zegelin von der Universität Witten/Herdecke. Auftraggeber ist die Unfallkasse NRW. Drei Jahre hat Zegelin unter anderem mit Pflegediensten, Beratungsstellen, Arztpraxen, Apotheken, den Städten, Kirchen und Angehörigengruppen zusammengearbeitet. Entstanden ist ein engmaschiges Netz aus verschiedenen Hilfs- und Informationsmöglichkeiten.
WDR.de: Frau Zegelin, es gibt eine Vielzahl von Pflegeangeboten. Dieser Eindruck wird jedenfalls in der Öffentlichkeit erzeugt. Warum beschäftigen Sie sich besonders mit pflegenden Angehörigen?
Angelika Zegelin: Pflegende Angehörige sind schlecht dran. In Deutschland sind über zwei Millionen Menschen pflegebedürftig. Mehr als zwei Drittel davon werden zu Hause versorgt. Meistens von den Ehefrauen, Töchtern oder Schwiegertöchtern, die die Hauptlast alleine tragen. Häufig wissen sie gar nicht, welche Hilfen und finanziellen Leistungen ihnen zustehen. Zum Beispiel Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege, wenn sie mal Urlaub ohne den Pflegebedürftigen machen wollen.
WDR.de: Inwiefern geht das an die Gesundheit?
Zegelin: Oft sind die Pflegenden nach einiger Zeit kränker als die zu versorgende Person, weil sie ihre Bedürfnisse nicht äußern, ihre Hobbys aufgeben und nicht mehr rausgehen. Sie leiden an Rückenbeschwerden, Depressionen oder haben häufig Infekte. Außerdem führt die Dauerbelastung zu Konflikten in der Familie.
WDR.de: Das klingt nach viel Arbeit. Wie kann Ihr Programm dabei helfen, die Situation zu verbessern?
Zegelin: Das Programm setzt an vielen unterschiedlichen Stellen an. Wir haben Gesprächskreise für Betroffene geschaffen. Im Bereich von Demenz gibt es zum Beispiel schon viele davon. Aber bisher hatten Angehörige, deren Eltern zum Beispiel durch einen Schlaganfall oder Parkinsonkrankheit pflegebedürftig geworden sind, kaum Anlaufstellen. Wir haben Gottesdienste geschaffen, die sich an Pflegende richten, eine sogenannte Notfallkarte, die dafür sorgt, dass Pflegende beispielsweise beim Arzt schneller behandelt werden. Und demnächst, das ist bundesweit einmalig, sollen Familienmoderatoren in Konfliktfällen beraten. Im Herbst geht die Unfallkasse NRW mit einem Internetportal für Pflegende ins Netz. Für das Weiterwirken nach Projektende haben wir einen Selbstbewertungskatalog "Gesundheitsschutz für pflegende Angehörige" für alle Anbieter erarbeitet.
WDR.de: Aber viele Informationen und einige Angebote für Pflegende gibt es ja bereits. Warum kommt das nicht bei den Betroffenen an?

Ein Netzwerk für pflegende Angehörige - Ratgeber - WDR.de

Daheim statt Heim e. V. - Sachsen: Kreise rufen Landesmittel nur teilweise ab

Sachsen: Kreise rufen Landesmittel nur teilweise ab



Der Freistaat Sachsen fördert auf unterschiedliche Weise niedrigschwellige Angebote in der Pflege. Doch die etwa 600.000 Euro, die das Land dafür zur Verfügung stellt, werden bei weiten nicht vollständig abgerufen.

Dresden, August 2011. Sie sächsische Sozialministerin Christine Clauß hat bei ihrem turnusmäßigen Treffen mit den Landräten des Freistaates ein Bekenntnis zur ambulanten Pflege abgegeben. Es werde angesichts des demographischen Wandels eine ganz wichtige Aufgabe der Landkreise und ihrer Bürgermeister sein, die Infrastruktur für die ambulante Pflege offensiv zu gestalten und zu entwickeln. Schließlich sei es “ein zentraler Wunsch der Pflegebedürftigen, so lange wie irgend möglich in der eigenen Häuslichkeit leben zu können,” so Clauß.
In diesem Zusammenhang stellt Sachsen eine ganze Reihe von Förderinstrumenten zur Verfügung, besonders für dementiell Erkrankte und ihre Angehörigen. Ehrenamtliche Helfer erhalten dabei eine Aufwandsentschädigung. Bezahlt wird diese zu 50 Prozent von den Pflegekassen, zu 35 Prozent durch das Land und zu 15 Prozent durch die Kommunen. Das Land stellt hierfür 600.000 Euro jährlich zur Verfügung, die aber nach Angaben der Ministerin bei weitem noch nicht abgerufen sind. Christine Clauß: “Die Landkreise sollten diese Chance zur Unterstützung der ambulanten Versorgung noch stärker nutzen.”

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