Kita-Fachtagung: Inklusion in die Herzen bringen
Gut 140 Teilnehmende - überwiegend Kita-Mitarbeitende verschiedener Träger - waren gekommen, um unter dem Motto "Es ist normal, verschieden zu sein" Expertenvorträge zu hören und sich Gedanken über das Thema Inklusion zu machen.
Die vierjährige Lena ist spastisch gelähmt, aber geistig fast ihrem Alter entsprechend entwickelt. Im Kindergarten helfen ihr die anderen Kinder, wenn sie etwas nicht kann. Zum Beispiel mit dem Puppenhaus spielen: Ein anderes Mädchen bewegt für sie die Figuren. Das ist nur ein Beispiel für gelungene Inklusion, erzählt von der Bremer Erziehungswissenschaftlerin Kathrin Effenberger auf dem Fachtag des Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenwerks (Kitawerk) Lübeck in den Media Docks.
"Das Ziel ist eine Gesellschaft, an der alle teilhaben und in die sich alle einbringen können" - dieses Zitat der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, verwendeten sowohl Diplom-Heilpädagogin Daniela Kobelt-Neuhaus als auch Dr. Timm Albers, Juniorprofessor für Frühkindliche Bildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, in ihren Vorträgen. Mehrfach wurde deutlich: Die Bundesregierung hat Absichtserklärungen gemacht, in diesem Jahr sogar einen nationalen Aktionsplan zur Durchsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention veröffentlicht. Die praktische Umsetzung von Inklusion - also dem "Einschluss" von beeinträchtigten Menschen in die Gesellschaft - ist aus Sicht der Refrenten bislang aber nur eine Vision. Nach den Worten von Daniela Kobelt-Neuhaus hierzulande gar eine Illusion: "Das deutsche Bildungssystem ist von Selektion und Separation geprägt", so die vierfache Mutter, die auch einen behinderten Sohn hat.
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