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2013-07-05

Aktion Mensch: Wir zeigen es RTL II & Co!: Blog


Wir zeigen es RTL II & Co!

Autorin: Margit Glasow, am 04.07.2013 um 09:52 Uhr

Was ist Inklusion?


Jugendliche mit und ohne Behinderung setzen sich mit der Art der Darstellung von Behinderung in den Medien auseinander und drehen einen satirischen Filmbeitrag, in dem sie mit allen Vorurteilen und Klischees spielen.



Der Hauptdarsteller Sascha Heidrich beim Interview im Filmbeitrag
Filmbeitrag "Breaking News TV": Vorurteile und Klischees
Fotos: Margit Glasow / thalmannverlag.de


Auslöser für ihre Idee, eine Parodie auf die Darstellung von Behinderung in den Medien zu drehen, sind Filme wie "Der Kleinste Glasknochenmann" in der Reihe "Außergewöhnliche Menschen" auf RTL II und Co. Sascha, Nina, Ellen, Annika, Simon und ein paar andere Jugendliche, von denen einige mit Glasknochen leben, sind ziemlich genervt von solchen Phrasen wie "an den Rollstuhl gefesselt sein", "das Leben meistern" oder "unter der Behinderung leiden". Sie wollen sich von den privaten (und vielleicht auch öffentlichen?) Fernsehsendern nicht auf ihre Behinderung reduzieren lassen, sondern zeigen, dass sie – wie andere in ihrem Alter auch – ihr Leben in die eigenen Hände nehmen und Spaß daran haben.
Auf der im Frühsommer stattgefundenen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta (Glasknochen) Betroffene, deren Mitglieder sie sind, haben sie sich deshalb dafür entschieden, an einem Medien-Workshop mit dem Filmemacher Volker Westermann teilzunehmen. Hier wollen sie einen Film drehen, in dem sie alle bestehenden Vorurteile und Klischees bedienen und für den Zuschauer diese stark vereinfachten, reduzierten Wahrnehmungsmuster aufbrechen. Stark überzogen wird dargestellt, dass Jeremy-Pascal Pfeiffer, gespielt von Sascha Heidrich, an der Glasknochenkrankheit leidet, im Alltag ständig Hilfe braucht und damit seine ganze Familie belastet. Seine Mutter pflegt ihn aufopferungsvoll, von ihrem Mann, der Hartz-IV-Empfänger ist, bekommt sie dabei wenig Unterstützung. Auch Jeremys Schwester ist größtenteils mit der Versorgung ihres Bruders beschäftigt und hat kaum eigene Freizeit. In seiner Klasse ist der kleine Glasknochenmann ein Außenseiter, nur ein Mädchen, die Mitleid mit dem schwerbehinderten Jungen hat, hält zu ihm.
Beim Betrachten des Films wird deutlich, wie gut die jungen Leute die Problematik durchschauen und es ihnen gleichzeitig sichtlichen Spaß macht, sich einzumischen und Seitenhiebe zu verteilen - nicht zuletzt auch auf die Beziehungsprobleme der Eltern.

Aktion Mensch: Wir zeigen es RTL II & Co!: Blog


hier der Film:
 BREAKING NEWS TV - Die Glasknochenkrankheit - YouTube

2011-10-25

Bundestag-Satire bei extra 3 im Kasten - BIZEPS-INFO

Text: kobinet-nachrichten · 25. Oktober 2011 14:36 Uhr

Bundestag-Satire bei extra 3 im Kasten

Ein TV-Team des Norddeutschen Rundfunks drehte heute vor dem Reichstag in Berlin für das morgen wieder erscheinende Magazin extra 3.
Raul Krauthausen im Interview und Rollis vor Bundestag
Mit Raul Krauthausen, der zur Veranstaltung "Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag" am 2. und 3. Dezember eingeladen und wieder ausgeladen worden war, wurden 25 empörte Frauen und Männer im Rollstuhl zu Mitwirkenden an Deutschlands einziger Satiresendung im Fernsehen.
Für Krauthausen und die anderen ist der eigentliche Skandal der peinlichen Ausladung von 300 Menschen mit Behinderungen (weil zu viele im Rollstuhl kommen wollten), dass mit der Verschiebung der Veranstaltung auf das nächste Jahr der Einladungsmodus geändert werden soll, damit nicht wieder 100 Rollis "auf der Matte stehen".
Sollte der Bundestag an dieser Idee festhalten, so die Meinung der heute vor dem Reichstag Versammelten, müßten Rollstuhlfahrer schon aus Solidarität mit anderen, die dann "draußen vor der Tür" bleiben, die Einladung ablehnen.
Berlins früherer Landesbehindertenbeauftragter Martin Marquard kann nicht verstehen, warum behindertenpolitische Sprecher beziehungsweise Sprecherinnen im Bundestag und der Beauftragte der Bundesregierung die blamable Absage der Veranstaltung zum Welttag der Behinderten abgenickt haben.
Gegenüber kobinet verwies er auf die Berliner Bauordnung, an der er noch mitgewirkt hat: "Darin haben wir geregelt, wie zu verfahren ist, wenn mehr Rollstuhlfahrer als üblich zu einer Veranstaltung erwartet werden und ihre wie auch die Sicherheit der anderen Veranstaltungsteilnehmer mit wesentlich mehr Personal gewährleistet werden muss."
Als das Team von extra 3 ihren Dreh im Kasten hatte, skandierten die Rollis aus Berlin, Cottbus, Ratzeburg und Stuttgart vor dem vergatterten Reichstag: Wir wollen hier rein!
extra 3 , NDR m Mittwoch 22:50 Uhr

Bundestag-Satire bei extra 3 im Kasten - BIZEPS-INFO

2011-08-09

Knigge für den Umgang mit Behinderten - Aids und Behinderten Selbsthilfe Angelika Mincke

Knigge für den Umgang mit Behinderten
Kennen Sie das? Da hat man den Bekannten etliche Jahre nicht mehr gesehen und auch nichts von ihm gehört, und dann steht, ja viel schlimmer: „sitzt“ er doch plötzlich vor einem, im Rollstuhl. Da weiß man doch gar nicht, was man sagen soll, besser gesagt, wie man das, was man nicht sagen kann, sagen soll. Am liebsten würde man den Film einige Meter zurückspulen und an der letzten Kreuzung einen andere Weg nehmen. Aber nun ist es passiert und man steht dem Mensch, den man von früher her ganz gut kennt, nun behindert gegenüber.

Blitzschnell durchsucht man seine geistige Festplatte nach den passenden Makros und bevor man sie auf Tauglichkeit gecheckt hat, nehmen sie selbstextrahierend ihren Lauf und man hört sich reden. Weiß Gott, woher das Gedächtnis diese merkwürdigen Tipps hat, aber die Assoziationen überfluten einen nur so, und sie lassen sich nicht mehr stoppen.

Man hat den Drang, dem anderen seine Worte und Sätze abnehmen zu müssen, weil man ja schon weiß, was er sagen will oder zu berichten hat. Man muss da sicher als Nichtbehinderter die Initiative ergreifen, nur so lässt sich das Gespräch überhaupt in emotional halbwegs sicheren Bahnen steuern.

Behinderte sind ja von Natur aus traurig, deswegen sollten Sie Ihr Gegenüber schon einmal aufmuntern, bevor Sie überhaupt nur ein Wort sagen!

Tipp 1: Hauen Sie ihm kräftig auf die Schulter!

Wenn er nicht sofort freudig strahlt, lassen Sie die eine Hand auf seiner Schulter, damit Sie sofort nachschlagen können, wenn nötig und drücken Sie ihm kräftigst mit der anderen Hand die seine. Hart aber herzlich ist hier die Devise und brüllen Sie ihm ein deutliches „Na, lebst Du auch noch?“ ins Ohr. Behinderte sind ja fast immer auch schwerhörig, deshalb sollten Sie keine unzutreffende Antwort abwarten.
Fragen Sie ihn ruhig nach seiner Behinderung, er ist das ja gewohnt und gibt gern präzis und knapp Auskunft. Lassen Sie das aber keinesfalls dabei bewenden, schließlich wollen Sie ja alles wissen, aber auch wirklich alles. Fragen Sie immer tiefer bohrend, schrecken Sie vor keiner noch so intimen Frage zurück und stoppen Sie auch nicht bei der Frage nach seiner Lebenserwartung oder seiner Lebensqualität. Fragen Sie konsequent so lange, bis Ihnen die Tränen in den Augen stehen. Wenn Sie nicht mehr fragen können, ja dann:

Aids und Behinderten Selbsthilfe Angelika Mincke
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