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2014-02-27

Interessen der helfenden Berufe ins Visier genommen - Klaus Dörner im Gespräch (SB): Irren ist menschlich - Kritikbewegt, reformbeflügelt, konstruktiv... SCHATTENBLICK - INTERVIEW/006


INTERVIEW/006: Irren ist menschlich - Kritikbewegt, reformbeflügelt, konstruktiv... Klaus Dörner im Gespräch (SB)



Interessen der helfenden Berufe ins Visier genommen


Interview am 16. Januar 2014 in Hamburg-Eppendorf (Teil 2)


Nachdem im ersten Teil des Interviews mit Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner
wesentliche Stationen seiner Lebensgeschichte zwischen den späten
1960er Jahren und seiner Tätigkeit in Gütersloh zur Sprache kamen, ist
nun im zweiten Teil insbesondere die Psychiatriekritik Gegenstand der
Erörterung.


Portrait im Gespräch - Foto: © 2013 by Schattenblick
Klaus Dörner nimmt kein Blatt vor den Mund

Foto: © 2013 by Schattenblick



Schattenblick: Sie haben berufsständische Interessen genannt, den
eigenen Broterwerb und die gesamte Zunft der in der Psychiatrie
versammelten professionellen Akteure zu sichern. Sehen Sie darüber
hinaus andere gesellschaftliche Interessen, die Psychiatrie in ihrer
herkömmlichen Form aufrechtzuerhalten, etwa als Zwangsoption der
Ausgrenzung oder Drohpotential?

Klaus Dörner: Ich habe mich inzwischen darauf verschärft, daß es
einzig und allein die berufsständischen Interessen sind, die ja in der
Wirtschaft nicht ehrenrührig und dort völlig in Ordnung sind.
Unterwirft man jedoch die Sphäre des Helfens, in der der Markt nichts
zu suchen hat, gleichermaßen den Gesetzen der Güterproduktion, ist das
nicht hinzunehmen. Man muß meines Erachtens davon ausgehen, daß in
keinem Bereich der Gesellschaft die berufsständischen Interessen so
massiv und rücksichtslos über den eigentlichen Betriebszweck gestellt
werden wie im Bereich der helfenden Berufe.

Wie mir der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,
Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Frank Schneider, erzählt
hat, fragte er sich damals nach seinem Amtsantritt, was in aller Welt
man in dieser Funktion zu tun habe. Er hörte sich in den
Berufsverbänden der Internisten, Chirurgen, Gynäkologen um und kriegte
dabei mit, daß es gerade angesagt sei, eine Entschuldigungsrede für
die Verbrechen zu halten, in die man während der Nazizeit verwickelt
war. Nun hatte er sich aber noch nie mit der Geschichte der
Psychiatrie beschäftigt und mit der Nazizeit schon dreimal nicht. Also
las er sich eben ein kleines bißchen an und hielt dann im Jahr 2010
seine berühmt gewordene Entschuldigungsrede in Berlin. (...)

Seine Rede gipfelte in dem Satz: Man müsse sich sogar überlegen, ob
die Euthanasie, also die Ermordung der psychisch Kranken, mehr ein
Naziprogramm oder eher ein Psychiatrieprogramm gewesen sei. Als ich
das las, habe ich einen totalen Schrecken gekriegt: Das ist ja der
Gedanke, den ich seit Jahrzehnten mit mir herumschleppe, ohne mich je
getraut zu haben, ihn auszusprechen! (...)

Würde man es genau untersuchen, ließe sich wohl nachweisen, daß es keine Branche gibt, die so systematisch mit krimineller Energie ihr Geschäft betreibt wie die helfenden Berufe im allgemeinen und die Psychiater im besonderen. (...)

SCHATTENBLICK - INTERVIEW/006: Irren ist menschlich - Kritikbewegt, reformbeflügelt, konstruktiv... Klaus Dörner im Gespräch (SB)

“Psychiatrie ohne Zwang – Was ist das?”

Wolf-Dieter Narrs Panorama auf eine gewaltfreie Psychiatrie

2014-02-19

TV-Kritik „Maischberger“: Mit Fehl und Tadel - FAZ.NET-Frühkritik - FAZ

TV-Kritik „Maischberger“
Mit Fehl und Tadel



 · 
Sandra Maischberger diskutierte in ihrer
Sendung das explosive Thema Familienpflege. Für seine Brisanz gab es
viele Beispiele. Doch es explodierte nichts.



Von einer Talkshow könnte man erwarten, dass die Gäste miteinander reden. In einer Sendung, die nach
„Sprengstoff für die Familie?“ fragt, sollte deutlich werden, was dort
zerstört wird – und vielleicht, wer den Zünder betätigt. Wenn es um
„Pflege“ geht, könnte man sich vorstellen, dass das Teilkasko-System der
Pflegeversicherung hinterfragt wird oder auch der fürsorgliche Ansatz
traditioneller Pflege, die in Gefahr läuft, den Menschen mit
Unterstützungsbedarf zum Objekt zu machen, statt ihm so viel
Selbstbestimmung zu ermöglichen wir irgend möglich.
In Sandra Maischbergers gestern am späten Abend ausgestrahlter Folge von „Menschen bei Maischberger“ ging es, angesichts des Themas überraschend, gepflegt langweilig zu.

TV-Kritik „Maischberger“: Mit Fehl und Tadel - FAZ.NET-Frühkritik - FAZ

"Maischberger" : "Satt-und-sauber-Pflege" fehlt jegliche Empathie - Nachrichten Panorama - DIE WELT

2014-01-22

Senioren denken langsam, weil sie viel wissen - News

Volles Hirn

22. Januar 2014 05:58

Senioren denken langsam, weil sie viel wissen

Das Gehirn von älteren Leuten wird nicht schwächer, sondern voller.
Darum brauchen sie manchmal mehr Zeit, um die Informationen zu
verarbeiten, meinen Wissenschaftler.

storybild
Die Antworten des deutschen Altkanzlers Helmut Schmidt (95) kommen nicht
mehr wie aus der Kanone geschossen, scharfsinnig sind sie wie eh und je.
(Bild: Keystone)

Ältere Leute – mit Ausnahme von jenen mit einer Demenzerkrankung –
lassen beim Denkvermögen nicht nach, im Gegenteil. Wie eine Studie der
Universität Tübingen zeigt, funktionieren Gehirne im Alter meist besser,
aber langsamer. Ähnlich wie Computer mit vollen Festplatten brauchen
sie mehr Zeit, um Daten zu verarbeiten. Ihre Ergebnisse publizierten die Forscher im Fachblatt «Topics in Cognitive Science»

20 Minuten - Senioren denken langsam, weil sie viel wissen - News

 Tübinger Forscher decken auf: Das Gedächtnis wird im Alter gar nicht schlechter - Nachrichten :: Baden-Württemberg | SWR.de

 Older brains slow down because of greater experience levels, not necessarily mental decline: Germany study | National Post

 Forget about forgetting: Elderly know more, use it better

2013-11-29

Umfrage : Deutsche fürchten sich vor Krebs und Demenz - Nachrichten Gesundheit - DIE WELT

10:54

Umfrage

Deutsche fürchten sich vor Krebs und Demenz

Krebs macht den Deutschen am meisten Angst, doch geht nur die Hälfte zur Vorsorgeuntersuchung. Bei Frauen und Männern über 60 Jahren hat allerdings eine andere Erkrankung stark aufgeholt. Von Julia Ranniko
 

Trübes Wetter, düstere Gedanken: Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs und Demenz. Doch ihre Angst treibt nur die Hälfte zur Krebs-Vorsorge
Foto: dpa Trübes Wetter, düstere Gedanken: Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs und Demenz. Doch ihre Angst treibt nur die Hälfte zur Krebs-Vorsorge
  • Krebs und Demenz sind die Krankheiten, vor denen sich die Menschen in Deutschland am meisten fürchten. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit hervor. "Während die Sorge vor Krebs, Unfall oder Herzinfarkt zurückgeht, nimmt die Furcht vor der unheilbaren Erkrankung des Gehirns zu", erklärte Sprecher Rüdiger Scharf.

Umfrage : Deutsche fürchten sich vor Krebs und Demenz - Nachrichten Gesundheit - DIE WELT

Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen - BARMER GEK Krankenkasse - Arzneimittelreport 2013


Barmer GEK Arzneimittelreport 2013 

Ein Drittel der über 65-Jährigen nimmt mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffen täglich

Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen – zu diesen Feststellungen kommt der Arzneimittelreport 2013 der Barmer GEK.
Titelseite BARMER GEK Arzneimittelreport 2013

Barmer GEK Arzneimittelreport 2013

"Gerade die Ergebnisse zur Polypharmazie zeigen, dass wir dringend mehr Vernetzung und Transparenz im Gesundheitswesen brauchen", resümiert Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. "Hätten wir die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte, hätten behandelnde Ärzte und auch Apotheker einen viel besseren Überblick über die Arzneimitteltherapie." Die riskante Multimedikation ließe sich durch elektronische Vernetzung viel besser steuern. Es müsse endlich Schluss sein mit der Blockadepolitik namhafter Ärztefunktionäre gegen eine moderne Telematikinfrastruktur.
Basierend auf Daten von 2,1 Millionen Versicherten über 65 Jahre haben die Autoren des Arzneimittelreports um den Bremer Versorgungsforscher Prof. Dr. Gerd Glaeske analysiert, wie häufig Patienten mehrere Arzneimittelwirkstoffe parallel verordnet bekommen. Dabei zeigte sich, dass ein Drittel der Versicherten von Polypharmazie betroffen ist, also täglich mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffe einnimmt. Bei den Hochbetagten zwischen 80 und 94 Jahren ist fast jeder Zweite betroffen. Im Durchschnitt nehmen Männer über 65 Jahre täglich 7,3 Wirkstoffe ein, bei Frauen dieser Altersgruppe sind es 7,2. Glaeske: "Darunter leidet vor allem auch die Therapietreue."
Besorgniserregend hoch stufen die Bremer Forscher die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche ein. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (+ 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild zeigt der Blick auf einzelne Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den 10- bis 14-Jährigen. "Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten", betont Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. Zudem dürfe man nicht ausblenden, dass Antipsychotika zum Teil gravierende unerwünschte Wirkungen haben.
Kritisch bewertet das Autorenteam vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen den Einsatz von so genannten Benzodiazepinen bei Menschen mit einer Demenzerkrankung. Diese Schlaf- und Beruhigungsmittel wurden 2010 rund 3.500 Versicherten der Barmer GEK verschrieben. "Das Risiko, Benzodiazepine verordnet zu bekommen, ist bei Menschen mit Demenz um das 1,5-fache erhöht", so Glaeske. Mit dem Wirkstoff verbunden sei ein Verlust kognitiver Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung oder Lernen. Glaeske: "Ohne Zweifel sind viele ältere Menschen von Benzodiazepin-haltigen Arzneimitteln abhängig. Sie bekommen sie vermutlich oft nur, um quälende Entzugssymptome zu vermeiden." Denkbar sei jedoch, dass sich nach langen Jahren der Abhängigkeit eher eine Demenz entwickle als bei Menschen, die deutlich seltener solche Mittel eingenommen haben.

Für Sie zum Herunterladen:

BARMER GEK Krankenkasse - Arzneimittelreport 2013

2013-11-24

Papst fordert Umorientierung bei der Pflege von alten Menschen

23 November 2013, 13:15
Papst fordert Umorientierung bei der Pflege von alten Menschen
 
 Franziskus: die alten Menschen sind kraft ihrer Taufe in vollem Sinn Verkündiger des  
 Evangeliums. Seelsorge ausgerichtet auf die Begleitung des religiösen Lebens der alten  
 Menschen mit schweren neurodegenerativen Pathologien. Von Armin Schwibach

 (...)
 Für den Papst ist es wichtig, sich für eine Pflege und Unterstützung einzusetzen, die neben 
 dem traditionellen ärztlichen Modell Räume der Würde und der Freiheit einschließe, fern
 von Verschlossenheit und Schweigen, das die zu pflegenden Menschen leider zu oft
 umgäbe. Dieses Schweigen "verwandelt sich bisweilen in eine Folter".
 Papst fordert Umorientierung bei der Pflege von alten Menschen

 Papst fordert mehr Pflege und Achtung von Demenz-Kranken

2013-11-11

Betreuung von Alzheimer-Kranken: Demenz-Dorf als Treffpunkt | Rhein-Main - Frankfurter Rundschau

Betreuung von Alzheimer-Kranken Demenz-Dorf als Treffpunkt

 Von 

Viele alte Menschen leben zunehmend isoliert. Foto: Alex Kraus
Das geplante Dorfprojekt in Alzey löst Diskussionen über die richtige Betreuung für Demente aus. Forscher sind sich einig, dass diese Schutz brauchen, aber keine Scheinwelten.
 Es soll einen Friseur geben, ein Café, ein Geschäft, eine Praxis für Physiotherapie und auch eine Tagespflegeinrichtung: Platz für 120 Menschen wäre in dem Demenzdorf am Rand von Alzey, das im Frühjahr 2015 eröffnen soll. Ein Projekt, das nicht unumstritten ist. Kritiker sprechen von einem „Getto“.

Betreuung von Alzheimer-Kranken: Demenz-Dorf als Treffpunkt | Rhein-Main - Frankfurter Rundschau

2013-11-10

Belgien: Religionsführer gegen Ausweitung der Euthanasie


Belgien: Religionsführer gegen Ausweitung der Euthanasie



Die Religionsführer Belgiens warnen vor einer Ausweitung der Euthanasie auf Kinder und Demenzkranke. Wie die Webseite der katholischen Kirche berichtet, wenden sich die christlichen Kirchen, Muslime und Juden gegen ein entsprechendes Gesetzesvorhaben, das derzeit im Parlament diskutiert wird. Es sei ein Unding, anstatt die Schwächsten zu schützen, sie umbringen zu wollen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Ein solcher Umgang mit den Schwächsten zerstöre die Grundlage der Gesellschaft. Schon jetzt ist in Belgien, ähnlich wie in den Niederlanden, in gewissen Fällen Euthanasie gesetzlich zugelassen.
(rv 10.11.2013 mc)
Belgien: Religionsführer gegen Ausweitung der Euthanasie

2013-11-06

Pharmariese Johnson & Johnson zahlt 2,2 Mrd. Dollar Strafe | tagesschau.de

Schizophrenie-Mittel für Demente

Pharmariese zahlt Milliardenstrafe

Der US-Pharmahersteller Johnson&Johnson hat durch Schmiergeldzahlungen an Ärzte und Apotheker erreicht, dass seine Medikamente zweckentfremdet verschrieben wurden. Nach der Klage gab es nun eine außergerichtliche Einigung.
Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington
(...)

Johnson & Johnson räumte ein, hinter den Kulissen für die Verschreibung zweier Medikamente auch an Kinder, Ältere und Behinderte gesorgt zu haben - und zwar für eine Anwendung, die die Arzneimittelzulassungsbehörde FDA ausdrücklich nicht gestattet. Zum einen warben Johnson & Johnson und die Konzerntochter Janssen Pharmceuticals dafür, Risperdal bei unberechenbarem, sprunghaftem Verhalten von demenzkranken Senioren anzuwenden. Zum anderen drängten sie auf die Vergabe an verhaltensauffällige Kinder und geistig Behinderte. In allen Fällen sollte die Pille als Beruhigungsmittel genommen werden.

Pharmariese Johnson & Johnson zahlt 2,2 Mrd. Dollar Strafe | tagesschau.de

2013-07-17

Mehr Leistungen für Demenzkranke aus der Pflegeversicherung - Erste MDK-Begutachtungsergebnisse nach Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes 17.07.2013 | Nachricht | finanzen.net


17.07.2013 10:15

Mehr Leistungen für Demenzkranke aus der Pflegeversicherung - Erste MDK-Begutachtungsergebnisse nach Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes


Essen (ots) - - Querverweis: Die ausführliche Meldung liegt in der digitalen Pressemappe zum Download vor und ist unter http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar -

Mehr als 650.000 Menschen, die zuhause gepflegt werden, profitieren bis zum Jahresende von den neuen Leistungen aus dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG). Das geht aus einer aktuellen Hochrechnung hervor, die der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) auf der Grundlage der Begutachtungsergebnisse in der Pflege aus dem ersten Quartal 2013 veröffentlicht hat. Demnach werden etwa 140.000 Menschen mit einer beginnenden Demenz unterhalb der Pflegestufe I erstmals das Pflegegeld von 120 Euro oder Pflegesachleistungen in Höhe von 225 Euro erhalten.
Insgesamt sind im ersten Quartal 2013 bei den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung (MDK) 375.968 Aufträge für Pflegebegutachtungen in der häuslichen Pflege eingegangen. Das sind 15 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Diese deutliche Steigerung der Begutachtungszahlen dürfte bereits ein Effekt der Leistungsverbesserungen für Menschen mit Demenz sein, die mit dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten sind", so Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS.
Neben den Leistungsverbesserungen erhalten Patienten und deren Angehörige eine weitere Entlastung. Die Begutachtung läuft inzwischen in der Regel schneller ab: 96% aller Anträge sind innerhalb von vier Wochen begutachtet.
Von Januar bis März 2013 erhielten rund 19.000 Menschen mit einer beginnenden Demenz, die aufgrund des somatisch orientierten Pflegebedürftigkeitsbegriffs bisher keine Pflegestufe bekommen haben und damit unterhalb der Pflegestufe I liegen, erstmals verbesserte Geld- oder Sachleistungen. Die neuen Geld- und Sachleistungen kamen darüber hinaus weiteren 69.000 Pflegebedürftigen mit den Pflegestufen I und II zugute.

Mehr Menschen mit Demenz erhalten Leistungen
Die aktuelle Hochrechnung des MDS auf das gesamte Jahr 2013 schließt auch diejenigen Personen ein, bei denen die Gutachterinnen und Gutachter der Medizinischen Dienste bereits in den Vorjahren eine dementielle Erkrankung oder eine andere gerontopsychiatrische Einschränkung festgestellt hatten. Besonders stark steigt die Zahl der Leistungsempfänger mit dementiellen oder gerontopsychiatrischen Einschränkungen (Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz - PEA) unterhalb der Pflegestufe I: Allein diese Gruppe wird sich auf ca. 140.000 Personen verdoppeln.
Rechnet man die Begutachtungsergebnisse des ersten Quartals auf das Jahr 2013 hoch, profitieren unterhalb der Pflegestufe I 140.000, in der Pflegestufe I 300.000 und in der Pflegestufe II 210.000, insgesamt also 650.000 Menschen mit einer dementiellen Erkrankung von den neu eingeführten Leistungen der Pflegeversicherung. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Pflege-Neuausrichtungsgesetz wirkt. Menschen mit Demenz oder gerontopsychiatrischen Erkrankungen, die zuhause leben, erhalten verbesserte Leistungen", so MDS-Geschäftsführer Pick.
PNG als Zwischenschritt zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff Allerdings könne und dürfe das Pflege-Neuausrichtungsgesetz nur ein Zwischenschritt zu einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff sein, sagte Pick. "Die Medizinischen Dienste gehen davon aus, dass in der nächsten Legislaturperiode den Ankündigungen Taten folgen und der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff umgesetzt wird. Damit wird der Unterstützungsbedarf von Menschen mit dementiellen Einschränkungen und Menschen mit körperlichem Hilfebedarf gleichgestellt. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird für viele Menschen mit einer dementiellen Erkrankung zu weiteren Leistungsverbesserungen führen."

Hintergrund:
Viele Menschen, die einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt haben, benötigen nicht nur Hilfe aufgrund körperlicher Einschränkungen. Sie sind auch auf Hilfe angewiesen, wenn es darum geht, ihren Alltag zu bewältigen. Sie können z. B. ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr eindeutig zum Ausdruck zu bringen oder sind in ihrer Gedächtnisleistung nachhaltig beeinträchtigt. Hierzu gehören vor allem Menschen mit Demenz, mit geistigen Behinderungen oder mit chronisch psychischen Erkrankungen. Ob und wie stark die Alltagskompetenz eingeschränkt ist, prüfen die Gutachterinnen und Gutachter des MDK im Rahmen ihres Hausbesuches zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit.
Bis zum Jahreswechsel hatten Menschen mit Demenz lediglich Anspruch auf "zusätzliche Betreuungsleistungen" in Höhe von 100 oder 200 Euro pro Monat. Dieser Betrag konnte zweckgebunden für niedrigschwellige Betreuungsangebote eingesetzt und von den Pflegekassen gegen Nachweis erstattet werden. Seit dem 1. Januar 2013 gibt es für dementiell Erkrankte verbesserte Leistungen: Unterhalb der Pflegestufe I haben 'Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz' Anspruch auf 225 Euro für Sachleistungen oder 120 Euro Pflegegeld im Monat, in der Pflegestufe I gibt es Pflegegeld in Höhe von 305 statt bisher 235 Euro und Sachleistungen in Höhe von 665 statt in Höhe von 450 Euro. In der Pflegestufe II wurde das Pflegegeld von 440 auf 525 Euro erhöhte; Sachleistungen gibt es in Höhe von 1250 statt bisher 1100 Euro. Darüber hinaus können wie bisher zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch genommen werden. Die Leistungsbeträge der Pflegestufe III wurden nicht verändert.
Verbesserungen für Leistungsempfänger mit eingeschränkter Alltagskompetenz (PEA) im 1. Quartal 2013:
| |PS 0 |PS I |PS II | | | |38.205 |30.745 | |Gesamt |19.280 | 68.950 |
Originaltext: MDS Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/57869 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_57869.rss2
Pressekontakt: MDS, Pressestelle Christiane Grote, Tel. 0201 8327-115, c.grote@mds-ev.de
Mehr Leistungen für Demenzkranke aus der Pflegeversicherung - Erste MDK-Begutachtungsergebnisse nach Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes 17.07.2013 | Nachricht | finanzen.net

2013-07-16

Ist die Demenz trotz alternder Gesellschaft doch kein so großes Problem?


Langzeitstudie: Briten werden seltener dement

Wer heute alt wird, erkrankt seltener an Demenz als noch vor 20 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zumindest für England. Ist die Demenz trotz alternder Gesellschaft doch kein so großes Problem?
(...) Zudem deckt sich ihr Ergebnis mit weiteren, aktuellen Studien. Erst vor wenigen Tagen war eine dänische Studie zu einem ähnlich hoffnungsvollen Ergebnis gekommen: Neunzigjährige sind heute demnach geistig fitter als noch vor kurzer Zeit. Eine Entwarnung bedeutet das aber noch lange nicht: "Die Erkenntnis, dass die Verbreitung von Demenz in der älteren Bevölkerungsgruppe sinkt, ist wichtig und begrüßenswert", bewertet "Lancet"-Chefredakteur Richard Horton das Ergebnis laut einer Mitteilung. "Es sollte aber kein Signal für die Regierung sein, ihre Investitionen in die Versorgung von Dementen und in die Forschung zu kürzen."
Großbritannien: Weniger Demente als noch vor 20 Jahren - SPIEGEL ONLINE

Französische Studie : Später Renteneintritt schützt vor Demenzerkrankung - Nachrichten Gesundheit - DIE WELT

Uni-Forschungsprojekt: Spielen zur Vorbeugung vor Demenz | Südwest Presse Online

Musik als Therapie bei Schlaganfall und Demenz | Senioren Ratgeber

Altersvorsorge: Mit Begeisterung und Sport vermeidet man Demenz - The Intelligence

Neuroplastizität: Auch Gehirne älterer Menschen besitzen sie noch - MEDIZIN ASPEKTE | medizin-aspekte.de

DRadio Wissen: Alzheimer und das Geschäft mit der Angst

Cornelia Stolze: Vergiss Alzheimer: Präzision ist keine ärztliche Tugend - Sachbuch - FAZ

Demenz und die Macht des Ausgeblendeten - DemenzHilfe Oldenburg e.V.

Interview mit Heike von Lützau-Hohlbein, Deutsche Alzheimer Gesellschaft: "Ohne Hilfe schafft man es nicht!" | Nachrichten | BR.de

 Dorf für Demente: Im Dorf des Vergessens | ZEIT ONLINE

 Hintergrund: Demenz-Wohngemeinschaften - Ein lukratives Geschäft + Gesundheitsberater Berlin

2013-07-09

Kunden im Einzelhandel mit Demenz. Was tun? - Arnsberg - lokalkompass.de


Kunden im Einzelhandel mit Demenz. Was tun?

(Foto: Andreas Thiemann. BKAE)
Ein Kunde verlässt die Bäckerei mit den eben gekauften Brötchen, ohne diese zu bezahlen. Eine Kundin betritt das Geschäft am gleichen Tag bereits zum dritten Mal, um den dritten ganzen Laib Brot zu kaufen. Situationen wie diese gibt es immer wieder und immer öfter, denn indem die Bevölkerung immer älter wird, tritt auch Altersdemenz vergleichsweise häufiger auf. Doch wie können die Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer akut reagieren? Sollen sie den Kunden bzw. die Kundin auf sein/ihr irrational erscheinendes Verhalten aufmerksam machen? Oder sollen sie "mitspielen"? Damit sie wissen, was hier zu tun ist, werden aktuell 100 Bäckerei-, Konditorei- und Fleischerei-FachverkäuferInnen in ihrer Ausbildung im Umgang mit dementen Kunden geschult.
Kunden im Einzelhandel mit Demenz. Was tun? - Arnsberg - lokalkompass.de

2013-07-02

Viele alte Menschen leiden unter Erinnerungen an sexuelle Gewalt -Wiesbadener Kurier - Wiesbaden

 Wiesbaden 


Wiesbaden: Viele alte Menschen leiden unter Erinnerungen an sexuelle Gewalt - Demenz als Auslöser für Ängste


02.07.2013 - WIESBADEN
Von Katja Mathes
Maria K. (Name von der Redaktion geändert) war etwa 20 Jahre alt, als sie während des Krieges mit ihrer Mutter und ihrer Schwester von Danzig in Richtung Deutschland fliehen musste. Auf der Flucht sind die drei Frauen polnischen Soldaten begegnet. „Sie können sich vorstellen, was dann passiert ...“ Es sind Sätze wie diese, die Maria K. ihrer Betreuerin im Altenpflegeheim der Caritas anvertraut. Vielleicht hat sie über ihre Erlebnisse im Krieg vorher mit niemandem gesprochen, nicht einmal mit ihren Kindern. Und was genau passiert ist, erzählt sie selbst ihrer Betreuerin nicht. „Konkreter wird sie nie“, sagt Durdica Kukec, Pflegedienstleiterin im Haus St. Hedwig der Caritas. Das Wort Vergewaltigung fällt nicht. Nur: „Sie haben sich zuerst die Jüngste und Schönste ausgesucht.“ Heute, im Heim, leidet Maria K. darunter, dass sie vom Pflegepersonal gewaschen werden muss – auch im Intimbereich. Deshalb müssen ihre Pflegerinnen und Pfleger behutsam mit ihr umgehen, erstmal ihr Vertrauen gewinnen.
Vergewaltigung, Missbrauch, Flucht, Tod – wenn alte Menschen im Heim sind, kommen Erlebnisse wieder hoch, die die meisten von ihnen ihr Leben lang verdrängt haben. Über Vergewaltigung im Krieg wurde nicht gesprochen, erst recht nicht, wenn Männer die Opfer anderer Männer wurden. Jetzt, im Heim, wenn sie pflegebedürftig sind, gewaschen werden müssen, werden Erinnerungen wach. Und das stellt die Pfleger vor große HerausforderungenWiesbadener Kurier - Wiesbaden: Viele alte Menschen leiden unter Erinnerungen an sexuelle Gewalt -...

2013-06-12

Barmer GEK Report: Ältere schlucken oft zu viele Medikamente - SPIEGEL ONLINE


Krankenkassen-Report: Viele Ältere schlucken riskante Pillen-Cocktails

Millionen ältere Menschen bekommen zu viele Medikamente gleichzeitig verordnet. Der neue Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer GEK beklagt auch die Flut an Beruhigungsmitteln bei Dementen - und an Psychopharmaka bei Kindern.
Barmer GEK Report: Ältere schlucken oft zu viele Medikamente - SPIEGEL ONLINE

2013-06-03

Experte zur Zukunft der Pflege: „Da passiert leider nichts mehr“ - taz.de

Experte zur Zukunft der Pflege

„Da passiert leider nichts mehr“

Demenzkranke bekommen nicht die Hilfe, die sie brauchen. Denn es gibt keine entsprechende Definition von Pflegebedürftigkeit. Experte Kiefer sieht die Politik am Zug. Interview: Heike Haarhof
Experte zur Zukunft der Pflege: „Da passiert leider nichts mehr“ - taz.de

2013-05-20

Personalpolitik in der Altenpflege | Pflege-SHV

"Wir sehen den Fachkräftemangel in der Pflege in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der kalkulierten Unterbesetzung in den Einrichtungen. Jedoch die eigentlich leidtragenden sind die Pflegebedürftigen. So werden in Deutschland  schätzungsweise 400.000 Menschen in Heimen fixiert, weil die Pflegekräfte nicht wissen, wie sie bei der geringen Besetzung sonst deren Sicherheit gewährleisten können. Dennoch kommt es häufig zu Stürzen und Verletzungen. Etwa jeder dritte Demenzkranke bekommt Neuroleptika zur Ruhigstellung, obwohl die Nebenwirkungen und das Risiko eines frühen Todes bekannt sind, heißt es im jüngsten Arzneimittelbericht der Barmer. Gäbe es eine bessere Pflege, könnte die Arzneigabe um bis zu 30 Prozent verringert werden. Es handelt sich um eine "Entwicklung, die mit einer Menschenwürde und einer vernünftigen Patientenversorgung nicht in Verbindung zu bringen ist", kommentiert Glaeske, Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung, diesen Bericht.
Warum ist das so?  Wer hat das (mit) zu verantworten? Wonach werden die Stellenschlüssel berechnet? Und wie könnte die Alternative aussehen. (...)"
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Personalpolitik in der Altenpflege | Pflege-SHV

2013-05-18

Theater: Störenfriede aus dem Abseits - badische-zeitung.de


Störenfriede aus dem Abseits

Das Basler Wildwuchsfestival erweitert in der 6. Ausgabe und mit dem Abschied von Sibylle Ott den Fokus auf Themen wie Demenz. 

 
 „Sul Concetto di Volto nel Figlio di Dio“, das umstrittene Stück des italienischen Regisseurs Romeo Castellucci um die Begegnung eines Sohnes mit seinem inkontinenten Vater kommt zum Wildwuchs-Festival.
Theater: Störenfriede aus dem Abseits - badische-zeitung.de

2013-05-13

Trotz Demenz: Nicht ins Heim - badische-zeitung.de


Trotz Demenz: Nicht ins Heim

Umfrage: Menschen wünschen sich eine Pflege zuhause.
  1. Frauen wollen ihrer Familie nicht zur Last fallen. Foto: dpa


Fast die Hälfte der Deutschen möchte einer Umfrage zufolge im Fall einer Demenzerkrankung nicht im Heim untergebracht werden. 47 Prozent von insgesamt 1004 Befragten lehnen dies ab, wie aus der kürzlich veröffentlichten Emnid-Befragung im Auftrag der Zeitschrift Auf einen Blick hervorgeht.Liebe & Familie: Trotz Demenz: Nicht ins Heim - badische-zeitung.de

2013-02-08

Soziales: Wenn Betreuung zum Alptraum wird :: Homepage - Region - Regensburg :: Mittelbayerische Zeitung :: www.mittelbayerische.de

Regensburg 06.02.2013, 16:59 Uhr

Wenn Betreuung zum Alptraum wird

Die Regensburgerin Berta S. (88) wollte sich von einer Fachstelle der Stadt helfen lassen. Nun fühlt sich die Seniorin entrechtet und wehrt sich gegen die „Zwangsbeglückung“.

Die Entmündigung gibt es seit rund zwanzig Jahren nicht mehr – unter bestimmten Voraussetzungen wird nach Rücksprache mit dem Betroffenen eine „Betreuung“ durch Angehörige oder Dritte genehmigt oder angeordnet. Foto: dpa
Die Entmündigung gibt es seit rund zwanzig Jahren nicht mehr – unter bestimmten Voraussetzungen wird nach Rücksprache mit dem Betroffenen eine „Betreuung“ durch Angehörige oder Dritte genehmigt oder angeordnet. Foto: dpa
Von Thomas Rieke, MZ
Soziales: Wenn Betreuung zum Alptraum wird :: Homepage - Region - Regensburg :: Mittelbayerische Zeitung :: www.mittelbayerische.de

2013-02-07

Dorf für Demente: Im Dorf des Vergessens | Wissen | ZEIT ONLINE


Dorf für Demente  

Im Dorf des Vergessens

Im niederländischen De Hogeweyk genießen Menschen mit Demenz maximale Freiheit. Nun wird ein solches Projekt auch in Deutschland geplant.
(...)
 Kritiker sprechen von einem »Ghetto«, in dem Demente isoliert und weggesperrt werden. Andere dagegen sehen Dörfer wie De Hogeweyk als Lösung eines immer drängender werdenden Problems. Jan Bennewitz plant im rheinland-pfälzischen Städtchen Alzey das erste deutsche Demenzdorf nach dem niederländischen Vorbild.
Dorf für Demente: Im Dorf des Vergessens | Wissen | ZEIT ONLINE
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