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2011-08-31

Lange gekämpft – und doch nur der Verlierer

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Robert Sedlatzek-Müller aus Stade kämpft für die Rechte der Bundeswehrveteranen.  Foto Steven Haberland
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Robert Sedlatzek-Müller aus Stade kämpft für die Rechte der Bundeswehrveteranen. Foto Steven Haberland
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Lange gekämpft – und doch nur der Verlierer


Bundestagsabgeordnete kündigen Widerstand an
Karsten Wisser STADE. Eigentlich hätte Robert Sedlatzek-Müller aus Stade am Mittwoch feiern gehen müssen. Das Bundeskabinett billigte unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Gesetzentwurf, der die Versorgung von verwundeten und traumatisierten Soldaten verbessern soll. Trotzdem steht der Mann, der die Sache vor 22 Monaten zusammen mit dem TAGEBLATT ins Rollen gebracht hat, als Verlierer da. "Ich bin wieder draußen", sagt Sedlatzek-Müller gegenüber dem TAGEBLATT.
Traumatisiert, alleingelassen und isoliert. Die ersten deutschen Veteranen der neuen Bundeswehrgeneration hatten keine Lobby. In Sonntagsreden wurde ihnen viel versprochen. Im Kampf gegen eine erstarrte und übermächtige Bürokratie und gegen eine weit verbreitete Unkenntnis über das, was die Soldaten in Afghanistan und anderswo erleben, rutschten viele nach dem Ende ihrer Dienstzeit in die Sozialhilfe ab.
Der ehemalige Elitesoldat Sedlatzek-Müller wollte sich das nicht gefallen lassen. Er wurde 2002 bei einer Explosion schwer verletzt, fünf Soldaten aus Deutschland und Dänemark verloren ihr Leben. Es waren die ersten deutschen toten Soldaten am Hindukusch. Sedlatzek-Müller ist seitdem an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erkrankt. 2004 verabschiedete der Bundestag eine verbesserte Versorgungs-Gesetzgebung, die aber aufgrund einer willkürlichen Stichtagssetzung Sedlatzek-Müller und viele andere vergaß. Das war offensichtlich so ungerecht, dass nach der Berichterstattung im TAGEBLATT Politik und überregionale Medien das Thema entdeckten und es im Bundestag zu einem einstimmigen Gesetzesvorschlag kam, der die Forderungen der Veteranen erfüllte.
Als das Bundeskabinett jetzt am Mittwoch den Referentenentwurf für das "Einsatzversorgungs-Verbesserungsgesetz" beschloss, sah das in einem zentralen Punkt und entgegen des Votums des Parlaments anders aus. Die Verbesserungen sollen erst greifen, wenn ein Schädigungsgrad von 50 Prozent vorliegt. Im Bundestagsentwurf waren 30 Prozent vorgesehen. 50 Prozent sind mit PTBS selten zu erreichen. Sedlatzek-Müller hat 40. Damit würde sich die Situation für die meisten Betroffenen nicht ändern.

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