Bezirk Mittelfranken leitet Sparkurs ein und empört Verbände
München - Über diesen Brandbrief wird sich Ministerpräsident Horst Seehofer nicht freuen. Am Donnerstag, so heißt es darin, wolle der Bezirk Mittelfranken 'gravierende Einschnitte' in der Betreuung behinderter Menschen vornehmen. Um den Haushalt zu konsolidieren, sei unter anderem geplant, in Wohnheimen für geistig und psychisch Behinderte Personal abzubauen und bei der psychosozialen Beratungs- und Betreuungsarbeit pauschal die Mittel zu kürzen. Nahezu 400 Arbeitsplätze seien durch diese geplanten Einsparungen gefährdet.
Das Schreiben, das zeitgleich auch an Innenminister Joachim Herrmann und Sozialministerin Christine Haderthauer geht, ist in einer Krisenaktion der Wohlfahrtsverbände - von der Caritas bis hin zur Arbeiterwohlfahrt - verfasst worden.
Seehofer selbst hatte die Bezirke vor kurzem bei einer Verbandstagung im niederbayerischen Bad Gögging ermahnt, Einsparmöglichkeiten nicht nur anzukündigen, sondern auch umzusetzen. Er sprach dabei auch von 'Standardabsenkungen', die aber nicht das soziale Gesicht Bayerns beschädigen sollten.
Aber genau das geschieht aus Sicht der Wohlfahrtsverbände. Landes-Caritasdirektor Karl-Heinz Zerrle sprach von einem 'Kahlschlag'.