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2011-12-02

UN-Behindertenrechtskonvention in Entwicklungslaendern umsetzen

UN-Behindertenrechtskonvention in Entwicklungslaendern umsetzen

02.12.2011 - 13:35 | 532653



PresseMitteilung von SPD-Bundestagsfraktion

UN-Behindertenrechtskonvention in Entwicklungslaendern umsetzen


(pressrelations) - Anlaesslich des Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember 2011 erklaert die zustaendige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth:

80 Prozent aller Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungslaendern. Schaetzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank ergeben, dass 20 Prozent in absoluter Armut lebenden Menschen auch von Behinderungen betroffen sind. Weltweit erfahren Menschen mit Behinderungen gravierende Menschrechtsverletzungen, Diskriminierung und sind haeufig von sozialen, oekonomischen und politischen Prozessen in ihren Gesellschaften ausgeschlossen.

Schaetzungen zufolge leben ueber eine Milliarde mit einer Behinderung. Das sind ueber 15 Prozent der Weltbevoelkerung.

Menschen mit Behinderungen sollen, wie alle anderen auch, an allen Lebensbereichen ohne Diskriminierung in einer Gesellschaft teilhaben.

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung dazu auf, die Belange von Menschen mit Behinderungen staerker in den Fokus der Entwicklungszusammenarbeit zu stellen. Der Antrag der SPD-Bundestagsfraktion ist ein wichtiger Meilenstein hierfuer.

Die Bundesregierung soll eine thematische Zielgroesse fuer Menschen mit Behinderungen benennen und zunaechst mindestens mit 35 Millionen unterstuetzen.

Bisher existiert kein wirksames Monitoring ueber Anzahl und Foerdervolumina fuer Projekte und Vorhaben fuer Menschen mit Behinderungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Der inklusive Ansatz ist weder in der Humanitaeren Hilfe noch in der entwicklungsorientierten Not- und Uebergangshilfe verankert. Die SPD-Bundestagsfraktion will dies aendern. Gerade in humanitaeren Notlagen sind Menschen mit Behinderungen besonders gefaehrdet, von notwendigen Hilfsmassnahmen ausgeschlossen zu werden.

Das Risiko in Armut zu verfallen ist fuer Menschen mit Behinderungen sehr hoch. Haeufig mangelt es Menschen mit Behinderungen an angemessener Schulausbildung und Moeglichkeiten der Erwerbstaetigkeit. Sie sind sozial schlechter abgesichert als andere. Frauen und Kinder sind davon besonders betroffen.

Ein grosser Teil der Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind Kinder mit Behinderungen. Behinderte Frauen sind mit mehrfacher Benachteiligung konfrontiert. Diskriminierung und Exklusion im Bezug auf Geschlecht und Behinderungen multiplizieren sich oft.

Die WHO geht derzeit davon aus, dass nur ein Prozent bis zwei Prozent der Menschen mit Behinderungen in Entwicklungslaendern Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung haben.


Kontakt:
SPD-Bundestagsfraktion
Pressestelle
Internet: http://www.spdfraktion.de
E-Mail: presse(at)spdfraktion.de
Tel.: 030/227-5 22 82
Fax: 030/227-5 68 69
UN-Behindertenrechtskonvention in Entwicklungslaendern umsetzen

2011-10-26

"Inklusive Bildung" ist ein Menschenrecht - Lokalgeschehen - Torgauer Zeitung

LokalgeschehenMittwoch, 26. Oktober 2011

"Inklusive Bildung" ist ein Menschenrecht

Dr. Irene Demmer-Dieckmann arbeitet an der technischen Universität Berlin unter anderem zum Thema Inklusion.
Foto: TU Berlin


von unserem Redakteur Christian Wendt

Vorlesen


Arzberg/Berlin (TZ). Die Arzberger Grundschule ist drauf und dran, neue Wege zu beschreiten: Die Einrichtung will künftig auch jenen Schülern das Lernen ermöglichen, die einen erhöhten Förderbedarf haben. Fachleute sprechen hierbei von Inklusion. TZ kam darüber mit Dr. Irene Demmer-Dieckmann vom Institut für Erziehungswissenschaft der Technischen Universität Berlin ins Gespräch.

TZ: Viele dürften speziell aus dem Bereich der Kindertagesstätten den Begriff des integrativen Konzepts kennen. Was ist am inklusiven Konzept anders?
Dr. Irene Demmer-Diekmann:
Inklusion wird oft als neues, modernes, internationales Wort für Integration gebraucht. Aber Inklusion geht über die Integration von Schülern mit Förderbedarf hinaus. In einem inklusiven Bildungssystem geht es um den vorbehaltlosen Einbezug aller Kinder in einer Schule für ALLE. In der inklusiven Schule sind alle verschieden, nicht nur die behinderten Kinder. Inklusion umfasst alle Dimensionen der Verschiedenheit, nämlich Migrationshintergrund, Geschlecht, Religion, besonders begabte Schüler und solche mit Behinderung. Eine inklusive Schule fordert und fördert alle Kinder.
Welche Bedeutung messen Sie der Inklusion bei?
Seit März 2009 gilt in Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Alle Kinder haben unabhängig von einer Behinderung das Recht, gemeinsam dieselbe wohnortnahe Schule zu besuchen, in die Geschwister- oder Nachbarkinder gehen. Es ist auf keinen Fall mit der Behindertenrechtskonvention vereinbar, wenn Kinder gegen den Wunsch der Eltern in eine Förderschule gezwungen werden. Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht geworden. Sie ist keine bildungspolitische Modeerscheinung. Die Bildungsverwaltungen aller Bundesländer müssen unter anderem Schulgesetze verändern, Aktionspläne entwickeln und das Thema systematisch in die Lehrerbildung aufnehmen.
Wie weit ist man in Deutschland bei der Umsetzung von Inklusionskonzepten?
Europaweit haben wir eine Integrationsquote von etwa 80 Prozent, in Deutschland liegt sie bei 20 Prozent. Das ist europaweit der drittletzte Platz. Deutschland ist diesbezüglich ein Entwicklungsland.

"Inklusive Bildung" ist ein Menschenrecht - Lokalgeschehen - Torgauer Zeitung
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