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2013-10-30

Existenzgründer mit Behinderungen - SPIEGEL ONLINE

 

Behinderte Existenzgründer  

Der Chef war schwer vermittelbar

Behinderte Firmengründer: Neue Chance mit eigenem Laden
David Krenz
Der eine hat Beinprothesen, der andere ist fast taub. Bei ihren alten Arbeitgebern hatten beide Berliner es schwer. Ali Lacin machte sich als Süßwarenhändler selbständig, Thore Krietemeyer als Galerist. Nun bestimmen sie die Regeln ihres Arbeitstages selbst.

Existenzgründer mit Behinderungen - SPIEGEL ONLINE

2013-07-26

Schwerbehindert: Britin durchquert Ärmelkanal auf Mini 6.50 | SegelReporter


Steuern mit dem Mund: 

Britin durchquert den Ärmelkanal auf Mini 6.50

"Segeln? Mach ich mündlich!"

Die 18jährige Natascha Lambert steuert ihre Mini-Renner mit dem Mund. Inkl. Wenden, Halsen und Segeltrimm. Lebensmutig!

Schwerbehindert: Britin durchquert Ärmelkanal auf Mini 6.50 | SegelReporter

Langen: Alleine leben bleibt ein Traum | Kreis Offenbach - Frankfurter Rundschau

Langen 

Alleine leben bleibt ein Traum

 Von Jöran Harders
 
Eine eigene Wohnung zu finden und selbstständig zu leben bleibt oft ein Traum. Foto: imago stock&people
Eine eigene Wohnung, ein eigenes Leben: Was für die meisten Menschen Realität ist, bleibt behinderten Menschen oft verwehrt. Eine passende Wohnung zu finde ist oft schwierig, besonders mit einem geringen Einkommen.

Langen: Alleine leben bleibt ein Traum | Kreis Offenbach - Frankfurter Rundschau

2012-11-23

VDI-Expertenforum: Planungshilfen für die Errichtung barrierefreier Lebensräume

VDI-Expertenforum: Planungshilfen für die Errichtung barrierefreier Lebensräume

Im Dezember 2012 erscheinen drei neue Blätter der Richtlinienreihe VDI 6008 »Barrierefreie Lebensräume«. Die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik veranstaltet hierzu am 11. Dezember 2012 im Maritim-Hotel Düsseldorf ein Expertenforum. Die Veranstaltung beschäftigt sich zum einen mit allgemeinen Grundlagen der Thematik sowie Grundzügen der Regelwerke von VDI und DIN. Den Kern der Veranstaltung bilden konkrete Planungshinweise für die Bereiche Sanitärtechnik und Elektrotechnik/Gebäudeautomation.
VDI-Expertenforum: Planungshilfen für die Errichtung barrierefreier Lebensräume

2012-07-18

Wohnraum zur individuellen Betreuung


Wohnraum zur individuellen Betreuung  
Brigitte Mikesky: „Ambulant vor stationär sollte auch in dieser Region möglich sein“

Veröffentlicht: 18.07.2012
ESENS
Von KLAUS HÄNDEL

Ziel ist eine Betreuung, die dem berechtigten Wunsch nach Selbstständigkeit gerecht wird.
Suchen ein geeignetes Gebäude mit Wohnraum für sechs bis acht Personen mit Behinderungen zur individuellen Betreuung, v. l.: Ursula Moss, Brigitte Mikesky mit Tochter Jeanette und Birgitt Hedlefs.   © KLAUS HÄNDEL © KLAUS HÄNDEL
Suchen ein geeignetes Gebäude mit Wohnraum für sechs bis acht Personen mit Behinderungen zur individuellen Betreuung, v. l.: Ursula Moss, Brigitte Mikesky mit Tochter Jeanette und Birgitt Hedlefs. 

Im Harlingerland gibt es nur einen Anbieter von Wohnen für Menschen mit geistigen und anderen Formen von Behinderungen. „Das wollen wir ändern“, sagen Brigitte Mikesky und Ursula Moss in Esens. Als Hauptgründe nennen sie die Betreuungszeiten und die Kosten.
(..)
„Was in vielen Teilen Deutschlands längst kein Wunschdenken mehr ist, sollte auch in dieser Region möglich sein“, so Brigitte Mikesky. Bei der Umsetzung der von der Bundesregierung gewünschten Forderung „Ambulant vor Stationär“ und der UN-Behindertenkonvention soll jeder seinen Bedürfnissen und Wünschen entsprechend leben und individuell betreut werden.(..)
Wohnraum zur individuellen Betreuung

2012-05-30

WG statt Altersheim - AXA Umfrage zeigt, wie die Deutschen im Alter wohnen möchten | Pressemitteilung AXA Konzern AG

WG statt Altersheim - AXA Umfrage zeigt, wie die Deutschen im Alter wohnen möchten
Private Pflegevorsorge sichert Wohnwünsche im Fall von Pflegebedürftigkeit finanziell ab (BILD)

Köln (ots) - "Mitbewohner gesucht: Wir, Hans (81) und Marlene (77), suchen nette/n MitbewohnerIn zwischen 70 und 100 Jahren zum gemeinsamen Älterwerden." So oder ähnlich könnten Wohnungsanzeigen in der Zukunft aussehen. Denn eine aktuelle Umfrage von AXA zeigt, die Deutschen möchten vor allem eins: im Alter selbstständig sein. Doch im Fall einer Pflegebedürftigkeit ist das eigenständige Führen eines Haushaltes vielleicht nicht mehr möglich. Zeitgemäße Wohnkonzepte wie betreutes Wohnen oder Senioren-WGs gewinnen daher an Bedeutung. Doch wie auch immer die Wohnträume für das Alter aussehen: AXA empfiehlt, mit einer Pflegeversicherung finanziell vorzusorgen.
Größter Wunsch: Selbstständigkeit
Eine forsa-Befragung von über eintausend erwachsenen Deutschen im Auftrag von AXA zeigt: Wenn sie im Alter nicht mehr selbstständig zu Hause leben könnten, würden sich rund zwei Drittel aller Befragten für betreutes Wohnen mit bedarfsgerechtem Wohn- und Pflegeanbot (69 Prozent) oder den Verbleib in der eigenen Wohnung mit ambulantem Pflegedienst (67 Prozent) entscheiden. Für etwa jeden Zweiten (51 Prozent) kämen auch eine Wohngemeinschaft mit anderen Senioren oder Wohnen in einem Mehrgenerationenhaushalt (49 Prozent), zum Beispiel bei den Kindern, in Frage. Die wenigsten (17 Prozent) würden einen Platz in einem Altersheim wählen.
WG statt Altersheim - AXA Umfrage zeigt, wie die Deutschen im Alter wohnen möchten | Pressemitteilung AXA Konzern AG

2012-04-25

Deutscher Ethikrat: Selbstbestimmung Demenzbetroffener achten und bewahren

 Dienstag, 24. April 2012, 12:20 Uhr
Deutscher Ethikrat
PRESSEMITTEILUNG
Deutscher Ethikrat: Selbstbestimmung Demenzbetroffener achten und bewahren
Berlin  -  Der Deutsche Ethikrat stellt heute seine Stellungnahme "Demenz und Selbstbestimmung" vor, mit der er zu einem besseren Verständnis der Situation von Menschen mit Demenz beitragen und Empfehlungen geben will, um einen achtsameren und die Selbstbestimmung wahrenden Umgang mit den Betroffenen zu fördern.

Derzeit leben in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen mit einer mittleren bis schweren Demenz. Angesichts der wachsenden Anzahl der betroffenen Menschen ist Demenz eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart, nicht nur für die Gesundheits- und Sozialpolitik, sondern auch für unser Selbstverständnis als Menschen und als Bürger.

Die Selbstbestimmung gehört wesentlich zum Selbstverständnis des Menschen und ist ein zentraler Bezugspunkt ethischer Diskurse. Bislang standen zumeist nur die mit Demenz verbundenen Defizite im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wird der Mensch mit seiner geistigen Leistung gleichgesetzt, so muss Demenz als Zerstörung des Menschen erscheinen. Wird er aber nicht nur als denkendes, sondern auch als empfindendes, emotionales und soziales Wesen verstanden, kann sich der Blick leichter auf die jeweils noch vorhandenen Ressourcen richten. Diese Blickrichtung liegt der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zugrunde, deren Anliegen es ist, deutlich zu machen, dass auch Menschen mit Demenz noch Möglichkeiten zur Selbstbestimmung haben, die wahrgenommen und unterstützt werden sollten.

Forschung in Medizin und Pflege sowie die zugehörige Praxis sind überwiegend auf Früherkennung und Symptomlinderung ausgerichtet, weniger auf den langen Weg der Erkrankung und die dabei erforderliche Begleitung. Bislang kann die Krankheit jedoch nur verzögert, nicht aber dauerhaft aufgehalten werden, sodass eine an Demenz erkrankte Person mit der fortschreitenden Abnahme ihrer Selbstständigkeit und zunehmender Hilfsbedürftigkeit konfrontiert ist. Ihrer jeweils noch möglichen Selbstbestimmung auch dann Raum zu geben, wenn sie eingeschränkt ist, ist gerade auch vor diesem Hintergrund ein Gebot der Achtung, die wir dem Einzelnen entgegenzubringen haben. Umso wichtiger ist es daher, Möglichkeiten zur Wahrnehmung, Achtung und Förderung der Selbstbestimmung bei Menschen mit Demenz zu entdecken und zu fördern. Dies erfordert eine Haltung der Achtsamkeit, die sich an den konkreten Bedürfnissen des Betroffenen orientiert und das Konzept einer "assistierten Selbstbestimmung" verwirklicht.

Der Deutsche Ethikrat sieht, dass in vielen Familien und in vielen Heimen die Grundsätze eines achtsamen und die Selbstbestimmung möglichst lang unterstützenden Umgangs mit von Demenz betroffenen Menschen mit großem Engagement umgesetzt werden. Den pflegenden Angehörigen und den beruflich Pflegenden, ohne deren fortwährenden Einsatz das derzeitige Pflegeniveau nicht gehalten werden könnte, gebührt hohe Anerkennung und Unterstützung. Allerdings bedarf es großer gesamtgesellschaftlicher Anstrengung, wenn die Versorgung von Demenzbetroffenen auch zukünftig sichergestellt sein soll. Hierzu hat der Deutsche Ethikrat insgesamt 16 Empfehlungen erarbeitet, von denen die wichtigsten hier kurz vorgestellt werden:

- Der Deutsche Ethikrat bestärkt die Bundesregierung in der Absicht, einen Nationalen Aktionsplan Demenz zu entwickeln, um das Vorgehen aller Akteure zur flächendeckenden Verbesserung der medizinischen, pflegerischen und sozialen Versorgung Demenzbetroffener zu koordinieren. Dadurch soll die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Demenz verstärkt und ihr Anspruch auf Selbstbestimmung anerkannt werden.

- Bei einer Neufassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit sollten die Selbstbestimmungsmöglichkeiten von Menschen mit Demenz und die daraus folgenden Aufgaben der Pflege ausreichend berücksichtigt werden.

- Die Arbeit pflegender Angehöriger bedarf wirksamer Unterstützung und finanzieller Anerkennung. Es sollte geprüft werden, ob die aus der häuslichen Pflege vertrauten Personen einen Dementen auch im Krankenhaus betreuen können.

- Ambulant betreute Haus- und Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz sollten finanziell stärker gefördert werden. Dazu zählen insbesondere wohnortnahe Wohn-Pflege-Gemeinschaften, die einen die Selbstbestimmung ermöglichenden Rahmen schaffen und in denen professionell Pflegende und Angehörige zusammenarbeiten.

- Die Forschungsförderung im Bereich der Demenz sollte sich bei der Grundlagenforschung im Sinne translationaler Forschung auf die klinische Anwendung hin orientieren. Darüber hinaus sollte sie klinisch-medizinische, psychosoziale und pflegewissenschaftliche Aspekte sowie die ethisch-rechtliche Begleitforschung und die Versorgungsforschung umfassen.

- Um die Selbstbestimmungsmöglichkeiten demenzbetroffener Menschen zu wahren und zu schützen, sollten die Grundsätze der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die auch für Demenzbetroffene gelten, konsequent zur Anwendung kommen.

- Die Bereitschaft Angehöriger zur Übernahme ehrenamtlicher Betreuungen sollte durch praktische Unterstützung während der Betreuung und durch gesellschaftliche Wertschätzung gestärkt werden.

- Bei der Prüfung der aktuellen Anwendbarkeit einer Patientenverfügung sind Äußerungen des Lebenswillens entscheidungsunfähiger Patienten einzubeziehen. In Fällen, in denen die Entscheidungsfähigkeit nicht sicher ausgeschlossen werden kann, ist wegen der Unumkehrbarkeit lebensbeendender Maßnahmen lebensbejahenden Bekundungen stets der Vorrang vor einer anders lautenden Patientenverfügung zu geben.

In einem Sondervotum hat Ratsmitglied Volker Gerhardt seine Bedenken bezüglich zweier Aspekte dargelegt. Dies betrifft zum einen den mit dem zunehmenden Verlust der Selbstbestimmung einhergehenden unwiderruflichen Verlust der Persönlichkeit, der nicht verharmlost werden darf. Zum anderen stellt sich die Frage eines Suizidwunsches, der aufgrund der Selbstbestimmungsproblematik bei der Demenz in besonderer Weise eine Rolle spielt.

Die Stellungnahme ist abrufbar unter http://www.ethikrat.org
Kontakt
Ulrike Florian
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutscher Ethikrat
Jägerstrasse 22/23
D-10117 Berlin
Tel.: +49 +30 203 70-246
Fax: +49 +30 203 70-252
E-Mail: florian@ethikrat.org
http://www.ethikrat.org
GESUNDHEIT ADHOC -- Deutscher Ethikrat: Selbstbestimmung Demenzbetroffener achten und bewahren

2012-04-12

Förderprogramm mit mühsamem Start | MDR.DE

Arbeitsinitiative für Schwerbehinderte Förderprogramm mit mühsamem Start

Das Existenzgründerprogramm "enterability" in Sachsen-Anhalt wird bei den Schwerbehinderten zurückhaltender angenommen, als ursprünglich erwartet. Projektleiter Manfred Radermacher sagte am Donnerstag in Magdeburg, innerhalb eines Jahres seien 40 Frauen und Männer in die Beratung gekommen. Sieben davon hätten bereits den Weg in die Selbständigkeit gewagt, weitere 19 seien in der Gründungsphase, 14 hätten sich gegen die Selbständigkeit entschieden.

Förderprogramm mit mühsamem Start | MDR.DE

2012-02-16

Das Handicap fest im Griff | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt

WÜRZBURG
Das Handicap fest im Griff

Jutta Neddermeyer hat gelernt, mit ihrer Blindheit zu leben – Der Computer hilft dabei
  • Umweg:Die blinde Jutta Neddermeyer überprüft am Computer die Termine der nächsten Wochen. Der Zeigefinger der linken Hand fährt über die Braille-Zeile der Tastatur, während der Computer aus dem Kalender vorliest. Den Bildschirm braucht sie nicht.
    Foto: J. Fraune
Für Sehende ist es schwer vorstellbar, was es bedeutet blind zu sein. Ein selbstständiges Leben mit einer starken Sehbehinderung erscheint ausgeschlossen. Doch trotz der vielen Hindernisse meistern viele blinde und sehbehinderte Menschen ihren Alltag und ihren Beruf ohne fremde Hilfe. (...)
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Blindheit ist wichtig – persönlich und gesellschaftlich. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Sehbehinderten und Blinden in Europa stetig an. In Deutschland gibt es heute geschätzte 500 000 Sehbehinderte und Blinde. Das liegt vor allem daran, dass die Menschen immer älter werden. Doch durch Unfall, Krankheit oder Medikamentenunverträglichkeit kann jeder von heute auf morgen erblinden.

Das Handicap fest im Griff | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt

2012-01-31

Alltag lernen - Trainingswohnhaus für Menschen mit Hirnschäden -- kobinet

31.01.2012 - 18:41

Alltag lernen - Trainingswohnhaus für Menschen mit Hirnschäden.

Berlin (kobinet) Deutschlandradio Kultur hat gestern in einer Reportage über das Trainingswohnhaus in Berlin berichtet, wo Menschen mit Hirnschäden wieder den Alltag lernen. Autorin Anna Corves begleitete Juliane Kiesling.

Die 27-Jährige zeigte, wie sie in ihrer Wohnung schon gut zurechtkommt. Dann manövrierte sie mit dem Rollstuhl durch das modern eingerichtete Haus. Die Fürst Donnersmarck-Stiftung hat heute auf ihrer Webseite die Reportage auch als Audiobericht online gestellt. Juliane Kiesling will noch in diesem Sommer in eine eigene Wohnung ziehen und Sozialpädagogik studieren. sch

Alltag lernen - Trainingswohnhaus für Menschen mit Hirnschäden -- kobinet

2012-01-13

Mit Fliegenden Rollis quer durch die Stadt - Nachrichten Print - DIE WELT - Hamburg - WELT ONLINE

Die Welt Autor: Janina Harder| 09.01.2012

Mit Fliegenden Rollis quer durch die Stadt

Agniezka Meier sitzt schon ihr Leben lang im Rollstuhl. Jetzt hat sie einen Transportservice für Behinderte gegründet
Die Versicherungskauffrau leitet die Firma derzeit noch von ihrer Zweizimmerwohnung in Mümmelmannsberg aus
Die meisten ihrer Mitarbeiter haben selbst ein Handicap. Vier Wagen sind im Einsatz
Mobil sein, dabei sein - das ist der Wunsch von vielen körperlich behinderten Menschen und das Motto eines besonderen Fahrdienstes für Behinderte: die Fliegenden Rollis. Denn die Mitarbeiter sind entweder selbst Menschen mit Behinderung oder haben behinderte Personen im engeren Umfeld. "Wir wissen, was es heißt, ein Handicap zu haben, und fühlen und erleben es täglich immer wieder - genauso wie unsere Kunden", sagt Inhaberin Agniezka Meier. Daher wisse man auch, worauf es ankommt.
Die Idee, einen Fahrservice für andere Behinderte zu gründen, sei ihr aufgrund der eigenen Behinderung diverse Male in den Sinn gekommen. Von Geburt an ist die 37-Jährige an allen vier Extremitäten spastisch gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. "Wenn man mal wieder viel zu früh von einer Veranstaltung wegmusste oder nicht ins Kino gehen konnte, weil am späten Abend kein Fahrservice mehr verfügbar war, dann habe ich mir gewünscht, dass es so etwas wie die Fliegenden Rollis gäbe." So habe sie aus der eigenen Not eine Tugend gemacht und im Oktober 2011 das Unternehmen gegründet.
Mit Fliegenden Rollis quer durch die Stadt - Nachrichten Print - DIE WELT - Hamburg - WELT ONLINE

2011-12-16

Meine Hilfe zählt: Endlich in den eigenen vier Wänden - volksfreund.de

Meine Hilfe zählt: Endlich in den eigenen vier Wänden

Elena, Katrin, Christian, Manuel, Stefan und Tobias: Sie sind die wohl bekannteste Wohngemeinschaft in Trier und Umgebung. Das integrative Wohnprojekt des Vereins Smile entwickelt sich prächtig - und hofft auf weitere Unterstützung. Im letzten Jahr gehörte das Sextett aus Trier-Heiligkreuz zu den beliebtesten und bekanntesten Projekten der Aktion "Meine Hilfe zählt":


Meine Hilfe zählt: Endlich in den eigenen vier Wänden - volksfreund.de

2011-11-28

DasErste.de - Gott und die Welt - Was darf William kosten? (27.11.2011)

Rückschau: Was darf William kosten? (HR/SWR)

Der Kampf eines Rollstuhlfahrers
Sendeanstalt und Sendedatum: Sendetermin Sonntag, 27. November 2011, 17.30 Uhr im Ersten
Der Rollstuhlfahrer William Geier (Bild: HR) Bildunterschrift: Der Rollstuhlfahrer William Geier. ]
William Geier hat verloren. Der 37-Jährige hatte vor Gericht geklagt. Er möchte endlich raus aus dem Heim und zum ersten Mal in seinem Leben in eine eigene Wohnung ziehen. Dafür benötigt er "persönliche Assistenz", das heißt, eine 24-Stunden-Betreuung, denn als spastisch gelähmter Mensch ist er körperlich so stark behindert, dass er weder selbständig essen, trinken, noch auf die Toilette gehen kann.

Der Rollstuhlfahrer William Geier (Bild: HR) Bildunterschrift: William Geier unterwegs. ]
Sein ganzes Leben hat er in Heimen verbracht; und die waren nicht einmal schlecht. Doch zu seiner Behinderung, die ihn abhängig von anderen Menschen macht, kommt die Abhängigkeit von den Abläufen im Heim: Er kann nicht trinken, wenn er Durst hat, kann nicht essen, wenn er Hunger hat, sondern wenn es Zeit dafür ist bzw. jemand vom Pflegepersonal Zeit für ihn hat. In einer eigenen Wohnung mit "persönlicher Assistenz" wäre das anders.
DasErste.de - Gott und die Welt - Was darf William kosten? (27.11.2011)

2011-09-05

Selbstständig als psychisch kranker? - Psychisch gesund

Selbstständig als psychisch kranker?

Vor kurzem ging es ja darum zu seinem Arbeitgeber ehrlich zu sein, in Bezug auf seine Vergangenheit. Ich gebe zu: Das kann zu Problemen führen. Es kann sein, dass Sie erst gar nicht eingestellt werden, Ihre Kollegen könnten versucht sein, Sie zu meiden (natürlich nur die, mit denen Sie aus diesem Grunde eh nichts am Hut haben wollen) … es gibt sicher noch weitere Probleme, die Ihre Ehrlichkeit hervorbringen könnte…
Was aber, wenn sie all dem aus dem Weg gehen könnten? Ich plädiere immer offen zu sein … Aber: Wenn das nicht nötig ist, warum sollte man dann ehrlich sein oder überhaupt davon berichten? Wenn Sie zum Beispiel absolut sicher sind, dass Sie keinerlei Einschränkungen mehr haben und aus diesem Grunde Ihre Arbeit zu vollster Zufriedenheit ausführen können, ist es dann wichtig, was früher einmal mit Ihnen los war? Meiner Meinung nach nicht. Dasselbe haben Sie, wenn Sie sich selbstständig machen. Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig, können in Ihrem Tempo arbeiten, können bestimmen, wie viel Sie verdienen – sollte Ihr Gesundheitszustand es nicht erlauben, dass Sie 8 Stunden am Tag arbeiten, wie bei einer normalen Arbeitsstelle, arbeiten Sie eben weniger und verdienen etwas weniger. Solange es ausreicht um Ihren Lebensstandard aufrecht zu erhalten, ist das doch vollkommen OK!
Ich habe Bekannte von früher aus meiner Zeit in der Psychiatrie, die Hartz-4 bekommen. Manche sind nicht zufrieden, weil Sie wenig Geld haben, ihr Gesundheitszustand lässt aber auch keine normale Arbeit zu. Wäre ich selbst an dem Punkt, würde ich überlegen: Wenn ich mit einer Selbstständigkeit nur 400 Euro verdienen würde, könnte ich doch anstatt von Hartz-4 vielleicht Wohngeld beantragen und hätte so mehr Geld und was noch wichtiger wäre, eine Aufgabe!
Selbstständig als psychisch kranker? - Psychisch gesund

2011-08-18

Taubblinde in Deutschland: Es liegt keine Problemanzeige vor - Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET

Taubblinde in Deutschland

Es liegt keine Problemanzeige vor

Wir glauben, der Staat sorge sich um uns. Doch das ist eine Illusion. Es gibt Lücken. Und Opfer. Wer durch seine Raster fällt, ist verloren - so wie der taubblinde Herr R. Die Geschichte eines Versagens.

Das Lorm-Alphabeth der Taubblinden - Bestimmte Berührungen stehen für einzelne BuchstabenDas Lorm-Alphabeth der Taubblinden - Bestimmte Berührungen stehen für einzelne Buchstaben
16. August 2011
Der Sozialstaat ist ein Versprechen. Er schließt aus, dass ein Mensch das Opfer von Strukturen wird und ins Bodenlose fällt. Wer durch ein Unglück plötzlich einer Minderheit und nicht mehr der Mehrheitsgesellschaft angehört, den fängt der Sozialstaat auf. So muss es sein in Deutschland, denkt man, aber das ist ein Irrtum.
Der Name Bethel stammt aus dem Hebräischen und bedeutet Haus Gottes. Das Haus steht in Bielefeld, es ist ein weitläufiges Dorf mit Parkanlagen, Seen, einem Wald in der Nähe. In Bethel werden Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen betreut, sie leben und arbeiten dort, Bethel ist ihr Zuhause. Vor mehr als hundertvierzig Jahren wurden die Bodelschwinghschen Anstalten gegründet, heute ist Bethel das größte diakonische Unternehmen Europas. Dessen Grundsätze kann man auf der Homepage nachlesen. Dort ist vom „Mensch-Sein“ und vom „christlichen Auftrag“ die Rede. Bethel achte die Würde des Einzelnen und schütze sein Recht auf persönliche Entfaltung. „Unser Ziel ist es, den von uns betreuten Menschen ein Höchstmaß an Lebensqualität zu ermöglichen.“ Wer in Bethel lebt, soll sein Leben bejahen.

Unter geistig Behinderten

Kommunikation zwischen einem Taubblinder und einem DolmetscherKommunikation zwischen einem Taubblinder und einem Dolmetscher
Herr R. lebt seit fünfzig Jahren in Bethel. Er ist Mitte sechzig, groß, schlaksig, das Haar ergraut. Von Geburt an ist er blind, er wurde mit leeren Augenhöhlen geboren. Im Laufe der Jahre verlor er auch noch sein Gehör, nur im linken Ohr ist ihm ein kleiner Rest geblieben. Jetzt gilt er als taubblind. Vor ihm steht ein Computer, der die Wörter auf dem Bildschirm in Blindenschrift überträgt und auf einem taktilen Display wiedergibt. Herr R. ertastet die Fragen, die man ihm per Tastatur stellt, und beantwortet sie mündlich. Sein Gehirn erinnert sich daran, dass er einmal ausgezeichnet sprechen konnte. Die Sprache ist mit der Zeit brüchig geworden, ihr Klang hart. Manche Wörter zieht Herr R. in die Länge, andere verschluckt er fast, trotzdem versteht man jedes einzelne.
Er lese gern, sagt er, am liebsten in der Bibel. Er schreibe auch Briefe an Freunde, oft sitze er aber nur in seinem Zimmer.
Hat er je das Meer gehört?
„Ja, in Spanien.“ Er ahmt das Klatschen von Wellen auf einen Fels nach.
Und ob er einsam ist?
„Ja, einsam, das bin ich schon.“
Herr R. kann sich nicht hören, weshalb er sehr laut spricht. Tut er das im Aufenthaltsraum, verpasst ihm einer der Mitbewohner eine Kopfnuss, damit er ruhig ist. Der Schlag kommt jedes Mal aus heiterem Himmel. Er sieht den Angreifer nicht, aber der Angreifer sieht ihn, jeder sieht und hört Herrn R., aber keiner weiß, was mit ihm los ist. Die Menschen, die im Ebenezerhaus leben, sind geistig behindert. Alle, nur Herr R. nicht.

Das Einfachste ist unmöglich

Er sitzt zwischen ihnen wie ein Fremdkörper, manchmal rempelt ihn versehentlich jemand an. Herr R. ist seiner Umwelt ausgeliefert, er hat nicht die geringste räumliche Vorstellung der Umgebung, im Ebenezerhaus gibt es weder taktile Leitlinien in den Gängen noch Handläufe. Herr R. hat auch keinen Blindenstock, nur ein Rohr, mit dem er nicht umgehen kann, weil es ihm in den letzten fünfzig Jahren niemand beigebracht hat. Er schleift es hinter sich her. Taubblinde Menschen verständigen sich durch taktiles Gebärden und Lormen. Beim taktilen Gebärden ertastet man die Gebärdensprache, beim Lormen stehen bestimmte Berührungen der Handinnenfläche für einzelne Buchstaben. Aber auch das hat Herr R. nie gelernt. Er muss jeden Tag hoffen, dass ihn ein Betreuer in den Computerraum oder nach draußen führt, damit er auf einer Bank in der Sonne sitzen kann, sonst sitzt er in seinem kargen Zimmer. Mitarbeiter, die ihm etwas sagen wollen, brüllen ihm ins linke Ohr. Meistens sind es einzelne Wörter wie „Mittagessen“. Auf die Frage, warum Herr R. in völliger Isolation zwischen geistig behinderten Menschen lebt, obwohl er gar nicht geistig behindert ist, antwortet ein Mitarbeiter schulterzuckend: „Nach heutigen Maßstäben gehört Herr R. nicht nach Bethel.“
Warum ist er dann überhaupt noch dort?
Taubblindheit. Das hat etwas Monströses. Der Verlust des einen zentralen Sinnes lässt sich nicht durch den anderen ausgleichen. Wie soll man eine Straße überqueren, wenn man Autos weder sieht noch hört? Wie einem Arzt seine Schmerzen erklären? Wie einen Kaffee bestellen? Das Einfachste ist unmöglich. Man ist in einem stillen, dunklen Raum gefangen, auf Lebenszeit. Eine doppelte Sinnesbehinderung stellt man sich wie Folter vor, und wahrscheinlich aktiviert genau diese Vorstellung unsere Verdrängungsmechanismen - nur ist sie falsch.

Eine Welt aus Erinnerung

Zum Beispiel das Usher-Syndrom. Die Krankheit vererbt sich autosomal-rezessiv, die Betroffenen kommen schwerhörig oder taub zur Welt und erblinden irgendwann. Das kann in der Kindheit sein, in der Pubertät oder im Erwachsenenalter. Die Sehzellen auf der Netzhaut sterben von außen nach innen ab, das Gesichtsfeld verkleinert sich stetig. Als würde sich eine Klappe schließen. Andere, wie Herr R., kommen blind, aber hörend zur Welt. Manche verlieren durch einen Unfall ihre Hör- und Sehfähigkeit. Aber früher wahrgenommene Bilder und Geräusche bleiben. Sie verankern sich in der Erinnerung, und die hilft Taubblinden, die Welt zu konstruieren. Eine Welt, die sie ausschließt.
Wer blind ist oder gehörlos, der ist nicht ausgeschlossen, er ist ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Blindenhunde und Gebärdensprache gehören zu den Bildern des Alltags. Hinter den Betroffenen steht eine Lobby. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband etwa, er ist eng mit der Politik vernetzt, seine Sprecher sind rhetorisch gewandt und können ihrem Anliegen Gewicht verleihen. Das Gesundheitssystem und die Bürokratie sind auf die Bedürfnisse blinder und gehörloser Menschen eingestellt. Für deren Interessen setzen sich Politiker auf Landes- und Bundesebene ein. Blinde und Gehörlose haben ein eigenes Merkzeichen in ihrem Schwerbehindertenausweis, Bl beziehungsweise Gl. Die Gruppe der Betroffenen ist groß, in Deutschland leben etwa 150.000 blinde und 80.000 gehörlose Menschen. Kosten und Nutzen stehen am Ende in einem Verhältnis. Der Aufwand zahlt sich aus.

Bürokratischer Irrsinn

Die Gruppe taubblinder Menschen ist klein, zu klein, als dass sich der Einsatz für Politiker lohnen würde. Es existieren keine genauen Zahlen, Schätzungen gehen von vier- bis sechstausend Betroffenen aus. Auf dem Papier haben die vier- bis sechstausend Taubblinden dieselben Rechte wie die 150 000 Blinden. Eine UN-Konvention regelt diese Rechte, seit 2009 ist sie auch für Deutschland verbindlich. Die Bundesrepublik ist damit verpflichtet, „wirksame und geeignete Maßnahmen zu treffen ... , um Menschen mit Behinderungen in die Lage zu versetzen, ein Höchstmaß an Unabhängigkeit, umfassende körperliche, geistige, soziale und berufliche Fähigkeiten sowie die volle Einbeziehung in alle Aspekte des Lebens und die volle Teilhabe an allen Aspekten des Lebens zu erreichen und zu bewahren“.
Die Sätze treffen auf die Lebenswirklichkeit Blinder und Gehörloser zu, die Lebenswirklichkeit von Taubblinden wie Herrn R. streifen sie nicht einmal. Das Europäische Parlament hat Taubblindheit schon 2004 als spezifische Behinderung anerkannt, Deutschland nicht. Also existiert auch kein eigenes Merkzeichen. Dass jemand gleichzeitig blind und gehörlos ist, ist offenbar nicht vorgesehen. Im Schwerbehindertenausweis sind stattdessen die beiden Abkürzungen Bl und Gl vermerkt. Die eine Behinderung wird isoliert von der anderen betrachtet. In der Verwaltungsmaschinerie liefert dieses Kästchendenken die Betroffenen dem bürokratischen Irrsinn aus.

Strukturelle Diskriminierung

Der ist auch Frau L. widerfahren. Frau L. ist taubblind, 2004 wurde für sie ein Computer mit Braille-Zeile, Screenreader, einem computergestützten Kommunikationssystem und einem speziellen Lesesystem bei der Krankenkasse beantragt. Die Kasse teilte Monate später mit, dass sie einen Zuschuss zur Braille-Zeile gewähre, aber keine weiteren Kosten trage. Frau L. legte Widerspruch ein. Ohne Erfolg. Mit dem genehmigten Betrag sei „die Krankenkasse ihrem gesetzlichen Auftrag auf Versorgung mit Blindenhilfsmitteln in vollem Umfang nachgekommen“. Frau L. wurde empfohlen, die synthetische Sprachausgabe zu nutzen und sich Texte damit vorlesen zu lassen. Sie klagte beim Sozialgericht und bekam recht. Unterdessen waren eineinhalb Jahre vergangen. Was Frau L. erlebte, passiert ständig. In anderen Fällen bekommen Taubblinde Lichtklingeln genehmigt. Eine Lichtklingel funktioniert über visuelle Reize: Sobald das Telefon läutet oder jemand an der Tür klingelt, blinkt ein Lämpchen gut sichtbar auf.
Taubblinde brauchen persönliche Assistenz, wie sie in Norwegen oder Finnland gewährt wird. Ohne Assistenz spielt sich das Leben für sie hinter verschlossenen Türen ab. Sie benötigen auch Punktschriftmaschinen, Hindernismelder mit Vibration, Notfall-Handys mit Braille-Zeile: Hilfsmittel, die kein Katalog auflistet. Also findet sie der Sachbearbeiter auch nicht.
„Die Diskriminierung Taubblinder ist ein strukturelles Problem. Sie müssen endlich ein eigenes Merkzeichen Tbl im Schwerbehindertenausweis bekommen, sonst ändert sich nie etwas“, sagt Irmgard Reichstein. Sie kommt aus dem Management, alles an ihr ist entschlossen, der Gang, der Blick, die Sprache, immer auf den Punkt. Aber sie ist dabei nicht verbissen, sie kennt nur genau ihr Ziel. Vergangenes Jahr hat sie die Stiftung „taubblind leben“ gegründet. Ihr Bruder leidet am Usher-Syndrom, er ist taub, seine Umwelt nimmt er nur noch schemenhaft wahr. Im Augenblick sammelt die Stiftung Unterschriften für ein Tbl-Merkzeichen, mehr als 12.000 Menschen haben sich bislang beteiligt, im Herbst soll die Liste den zuständigen politischen Instanzen übergeben werden. Irmgard Reichstein sagt: „Eine Behinderung, die nicht formal anerkannt ist, die gibt es nicht.“

Den Lebensbereich ausweiten

Auch Carola Cuypers hat auf der Liste unterschrieben. Sie ist die rechtliche Betreuerin von Herrn R. in Bethel. Vor ein paar Monaten erhielt Frau Cuypers einen Anruf von der Behörde. Ob sie die Betreuung eines Manns in Bethel übernehmen könne? Ihre Aufgabe ist in erster Linie, Herrn R.s Gelder vom Sozialamt zu verwalten und in seinem Sinne zu investieren. Tut sie das nicht und übersteigt Herr R.s Konto eine festgesetzte Summe, holt sich das Sozialamt das Geld zurück. Über Herrn R. erfuhr Carola Cuypers, dass er im Ebenezerhaus lebt, mehr nicht. „Also dachte ich, Herr R. ist geistig behindert“, sagt sie. Dass Herr R. Herr über seinen Verstand ist, wurde ihr bei der ersten Begegnung klar.
Sie besuchte Herrn R. nun zweimal die Woche, ging mit ihm spazieren, bestellte einen Techniker, als die Braille-Zeile nicht funktionierte, tröstete ihn, wenn er weinte. Ihre Geduld ist unerschütterlich. Sie fuhr mit ihm nach Bad Meinberg, wo eine vom Blinden- und Sehbehindertenverband organisierte Reha-Woche stattfand. Herr R. traf dort auf andere Taubblinde, es war das erste Mal in seinem Leben. „Er blühte richtig auf“, sagt Carola Cuypers. In Bethel beobachtete man ihren Tatendrang misstrauisch. „Sie kommen aber oft. Überfordern Sie Herrn R. nicht“, hieß es.
Frau Cuypers' Vorgänger ließen sich nur alle paar Wochen blicken und taten für Herrn R. nicht mehr als nötig. Irgendwann sprachen zwei, drei Mitarbeiter Carola Cuypers an: „Toll, wie Sie sich um Herrn R. kümmern. Er ist hier völlig falsch, und alle wissen das.“ Man kann es sogar nachlesen. Im Abschlussbericht zur Einzelmusiktherapie, die Herr R. vor Jahren erhielt, steht: „Herr R. ist in seiner Blindheit und Schwerhörigkeit in seinem Kontakt zur Umwelt äußerst eingeschränkt und dadurch isoliert ... Alles, was den Lebensbereich von Herrn R. weitet, ist ein Gewinn für ihn. Das Kommunizieren über das Internet ist dafür eine Möglichkeit, an der er auch selbst Interesse geäußert hat.“
Der Bericht wurde abgeheftet. Die Sache war erledigt.

Hilfestellung auf dem Weg zur Selbständigkeit

Christoph Siedersleben, Regionalleiter in Bethel, kennt Herrn R. vom Sehen, er hat sich bisher nicht weiter mit ihm beschäftigt. Dass Herr R. zwischen geistig behinderten Menschen lebt, findet Siedersleben nicht merkwürdig. Es liege keine Problemanzeige beziehungsweise ein Veränderungswunsch von Herrn R. oder seiner Familie vor, und damit sei für ihn alles gut. Es sei nicht seine Aufgabe, etwas „Adäquates“ für Herrn R. zu finden. Außerdem kenne er die „Palette der Angebotslandschaft“ nicht. Vom Taubblindenwerk Hannover hat Siedersleben nie gehört. Herr R. habe einen Stock, mit dem er die Umgebung ertasten könne und „eine Fülle von sozialen Kontakten in Bethel“. Welche das sein sollen, sagt er nicht. Die Dauerverwahrung von Herrn R. kostet pro Tag mehr als 200 Euro.
Herr R. ist in Bethel nicht unglücklich, er weiß aber auch nicht, dass es ganz anders sein könnte. Er weiß nicht, dass eine gute Autostunde entfernt das Taubblindenwerk Hannover liegt. Dass es dort einen Fitnessraum mit Boxsack gibt, eine Kegelbahn, ein Schwimmbad und dass im Entspannungsraum ein erwärmtes Wasserbett steht. Er weiß nichts von der Musikgruppe, der Ruder AG oder dem therapeutischen Reiten. In Hannover lernen Taubblinde, wie sie ihre Wege selbst finden und den Alltag bewältigen. Sie bekommen ihre Selbständigkeit zurück, ihre Würde. Das kostet etwa 150 Euro am Tag. Auch davon hat Herr R. keine Ahnung.
Die Zukunft wurde ihm gestohlen, als er zur falschen Zeit an den falschen Ort gebracht wurde. Er ist das Kind einer Zeit, in der Behinderte versteckt wurden, als hätten sie die Pest. Fünfzig Jahre lang hat sich niemand für das Schicksal von Herrn R. interessiert, aus Abgestumpftheit und Ignoranz oder einfach nur Bequemlichkeit. Carola Cuypers tat das nicht. Sie hat das Gericht informiert, sie möchte Herrn R. aus Bethel herausholen.
„Herr R. ist kein Einzelfall“, sagt Irmgard Reichstein. Es sei ein offenes Geheimnis, dass Taubblinde aus der Generation von Herrn R. in sozialen Einrichtungen oder ihren Familien regelrecht dahinvegetierten, gehalten wie Tiere.
Taubblinde in Deutschland: Es liegt keine Problemanzeige vor - Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET


Rechte taubblinder Menschen durchsetzen Die Durchsetzung der Rechte taubblinder Menschen ist ein Weg, um die Lebenssituation taubblinder Menschen zu verbessern. Grundsätzlich gibt bereits die bestehende Sozialgesetzgebung viele Möglichkeiten zu Hilfsleistungen in Form von Hilfsmitteln oder REHA-Maßnahmen (Mobilitätstraining, Kommunikationstraining, Lebenspraktische Fähigkeiten) zu kommen. Ein Mobilitätstraining ist - sofern ein Bl bereits eingetragen ist - leicht durchzusetzen, weil es im Leistungskatalog für blinde Menschen klar enthalten ist. Allerdings müssen die Trainings auch für taubblinde Menschen geeignet sein, dies erfordert entsprechend erfahrene Trainer.
Der Zugang zu vielen Leistungen ist erschwert, weil es kein Merkzeichen und keine klaren Hilfsmittellisten, Leistungsverzeichnisse und Nachteilsausgleiche für taubblinde Menschen gibt. Dies gilt beispielsweise bereits für eine Kommunikationstraining, ein Beratungsgespräch an einer geeigneten Beratungsstelle oder immer wieder sogar für eine einfache Vibrationsklingel. Hier wird vieles zunächst abgelehnt. Oft führt bereits ein einfacher Widerspruch zum Ziel. Wenn nicht, lohnt sich in der Regel die Einreichung einer Klage, vor der leider die meisten Menschen zurückschrecken. Hier ist juristischer Beistand erforderlich, um zum Ziel zu kommen.
Die Stiftung taubblind leben arbeitet deshalb mit der rbm-Rechtsberatung zusammen. rbm steht für "rechte behinderter menschen". Die rbm wird einen Schwerpunkt auf die Rechtsdurchsetzung für taubblinde Menschen legen und auf seiner Homepage einen entsprechenden Bereich mit Urteilen und Tipps schaffen.
Mitglieder des DBSV und DVBS können die Rechtsberatung bei Rechtsproblemen, die in Zusammenhang mit der Sinnesbehinderung stehen, kostenfrei in Anspruch nehmen (s. Voraussetzungen für die Inanspruchnahme). Voraussetzung ist die Mitgliedschaft, eine Mitgliedschaft im GBSV liegt je nach Bundesland zwischen 40 und 94 € jährlich. Im Einzelfall kann sie auch kostenlos sein. Die Übernahme von Assistenzkosten  kann bei der Stiftung taubblind leben beantragt werden. Bei Fragen zur Mitgliedschaft im DBSV hilft der Sozialreferenten des DBSV .
Wir möchten an dieser Stelle alle Betroffenen ermutigen, Ihre Rechte durchaus auch auf dem Rechtsweg durchzusetzen und hierfür der rbm heranzuziehen. Es helfen Ihnen beratend und vermittelnd folgende Beratungsstellen:
stiftung-taubblind-leben.de

2011-08-04

Streicheln verboten - mz-web.de

Blindenhunde

Streicheln verboten

VON SABINE MAURER, 02.08.11, 16:46h, aktualisiert 02.08.11, 17:52h
Blindenhunde
Sicher über die Straße: Bei dem Kommando «Such Zebra» finden Blindenhunde die Markierung und führen Herrchen oder Frauchen hinüber. (FOTO: DPA)
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Halle (Saale)/MZ. Andere Hunde begrüßen? Sich von Fremden füttern oder streicheln lassen? Einfach so eine Treppe herunter laufen? Das ist für einen Blindenführhund im Dienst undenkbar. "Das darf er einfach nicht", sagt Andreas Kohl von der Hessischen Blindenführhundschule "Blickpunkt" in Bad König. Schließlich hat der Hund die Verantwortung für "seinen" blinden Menschen, der in solchen Situationen gar nicht weiß, was los ist.
Die Blindenführhunde gehorchen auf 40 Kommandos. Sie wissen, was "Nach Hause" heißt, schauen sich bei "Such Zebra" nach einem Zebrastreifen um und reagieren sogar auf "Mach's Scheißerle". Geht es eine Treppe hoch, führt der Hund sein Herrchen oder Frauchen zunächst zur Treppe. Dann presst er sein Hinterteil an das Bein des Menschen und läuft langsam die Stufen hinauf. Er muss auch wissen, dass eine Rolltreppe tabu ist.
Kein Wunder, dass die Ausbildung lang ist und nicht jeder Vierbeiner sie schafft. "Aus jedem unserer Würfe sind etwa 30 bis 40 Prozent der Tiere geeignet", sagt Mario Fiedler, Geschäftsleiter der Stiftung Deutsche Schule für Blindenführhunde in Berlin.

Streicheln verboten - mz-web.de

2011-08-02

DIE LINKE: "Lieber selbstständig leben als im Heim"

DIE LINKE: "Lieber selbstständig leben als im Heim"

01.08.11
SaarlandSaarland, News

Ambulante Hilfen für Behinderte müssen Vorrang vor Heimunterbringung haben

Eine konsequente Umsetzung des Vorrangs ambulanter Hilfen vor Heimunterbringung fordert DIE LINKE. im Regionalverband Saarbrücken. Mike Botzet für die Fraktion im Sozialausschuss erklärt hierzu: „Ein großer Teil der Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen Behinderungen könnte mit der entsprechenden Unterstützung in einer eigenen Wohnung leben statt im Heim.“
Aus der UN-Behindertenrechtskonvention sowie aus den sozialrechtlichen Leistungsgrundsätzen leitet sich ein klarer Vorrang ambulanter Hilfen ab." Wissenschaftliche Untersuchungen, wie aktuell die des Otto-Blume-Instituts, zeigten Mängel bei der ambulanten Unterstützung Behinderter im Saarland auf. Insbesondere die Zahl der Heimplätze für seelisch behinderte Menschen müsse abgebaut, die ambulante Betreuung dieses Personenkreises, etwa in Form von Sozialbeistandsschaften oder ähnlichem müsse ausgebaut werden. In erster Linie gehe es nach Auffassung von Botzet um Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Eigenverantwortung und Selbstständigkeit behinderter Menschen. „Das Ziel der Bemühungen muss stets das selbstständige Leben und Wohnen sein. Eine ambulante Unterstützung ist gegenüber einer Heimunterbringung, die mehrere tausend Euro kosten kann, meist die kostengünstigere Variante der Hilfe.“, so DIE LINKE, abschließend.

DIE LINKE: "Lieber selbstständig leben als im Heim"
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