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2013-11-29

Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen - BARMER GEK Krankenkasse - Arzneimittelreport 2013


Barmer GEK Arzneimittelreport 2013 

Ein Drittel der über 65-Jährigen nimmt mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffen täglich

Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen – zu diesen Feststellungen kommt der Arzneimittelreport 2013 der Barmer GEK.
Titelseite BARMER GEK Arzneimittelreport 2013

Barmer GEK Arzneimittelreport 2013

"Gerade die Ergebnisse zur Polypharmazie zeigen, dass wir dringend mehr Vernetzung und Transparenz im Gesundheitswesen brauchen", resümiert Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. "Hätten wir die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte, hätten behandelnde Ärzte und auch Apotheker einen viel besseren Überblick über die Arzneimitteltherapie." Die riskante Multimedikation ließe sich durch elektronische Vernetzung viel besser steuern. Es müsse endlich Schluss sein mit der Blockadepolitik namhafter Ärztefunktionäre gegen eine moderne Telematikinfrastruktur.
Basierend auf Daten von 2,1 Millionen Versicherten über 65 Jahre haben die Autoren des Arzneimittelreports um den Bremer Versorgungsforscher Prof. Dr. Gerd Glaeske analysiert, wie häufig Patienten mehrere Arzneimittelwirkstoffe parallel verordnet bekommen. Dabei zeigte sich, dass ein Drittel der Versicherten von Polypharmazie betroffen ist, also täglich mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffe einnimmt. Bei den Hochbetagten zwischen 80 und 94 Jahren ist fast jeder Zweite betroffen. Im Durchschnitt nehmen Männer über 65 Jahre täglich 7,3 Wirkstoffe ein, bei Frauen dieser Altersgruppe sind es 7,2. Glaeske: "Darunter leidet vor allem auch die Therapietreue."
Besorgniserregend hoch stufen die Bremer Forscher die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche ein. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (+ 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild zeigt der Blick auf einzelne Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den 10- bis 14-Jährigen. "Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten", betont Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. Zudem dürfe man nicht ausblenden, dass Antipsychotika zum Teil gravierende unerwünschte Wirkungen haben.
Kritisch bewertet das Autorenteam vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen den Einsatz von so genannten Benzodiazepinen bei Menschen mit einer Demenzerkrankung. Diese Schlaf- und Beruhigungsmittel wurden 2010 rund 3.500 Versicherten der Barmer GEK verschrieben. "Das Risiko, Benzodiazepine verordnet zu bekommen, ist bei Menschen mit Demenz um das 1,5-fache erhöht", so Glaeske. Mit dem Wirkstoff verbunden sei ein Verlust kognitiver Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung oder Lernen. Glaeske: "Ohne Zweifel sind viele ältere Menschen von Benzodiazepin-haltigen Arzneimitteln abhängig. Sie bekommen sie vermutlich oft nur, um quälende Entzugssymptome zu vermeiden." Denkbar sei jedoch, dass sich nach langen Jahren der Abhängigkeit eher eine Demenz entwickle als bei Menschen, die deutlich seltener solche Mittel eingenommen haben.

Für Sie zum Herunterladen:

BARMER GEK Krankenkasse - Arzneimittelreport 2013

2012-06-29

Psychopharmaka: Der Schritt in die Sucht ist klein | Gesundheit - Frankfurter Rundschau

27. Juni 2012

Psychopharmaka  

Der Schritt in die Sucht ist klein


Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind medikamentenabhängig.  Foto: dpa
Psychopharmaka bergen das Risiko einer Abhängigkeit. Eine Studie zeigt, gerade Frauen werden diese Medikamente mit Suchtpotenzial verschrieben, etwa gegen Depressionen und Schlafstörungen. Welche Fragen Betroffene mit ihrem Arzt klären sollten. 
 
Vor allem Frauen bekommen zu häufig Medikamente gegen Depressionen und Schlafstörungen verschrieben, so die Einschätzung von Experten. Laut dem aktuellen Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer GEK erhalten Frauen zwei- bis dreimal mehr Psychopharmaka als Männer. Tranquilizer, Antidepressiva und Schlafmittel würden Frauen in einer Menge verordnet, die auf Dauer zu erheblichen unerwünschten Wirkungen führen könne, so Gerd Glaeske, Autor der Studie.
Psychopharmaka: Der Schritt in die Sucht ist klein | Gesundheit - Frankfurter Rundschau

2012-06-27

Medikamentensucht: "Frauen werden in die Abhängigkeit therapiert" - Nachrichten Gesundheit - WELT ONLINE

26.06.12

Medikamentensucht

"Frauen werden in die Abhängigkeit therapiert"

Ohne ersichtlichen Grund bekommen Frauen mehr Psychopharmaka als Männer. Experten warnen vor einem "Heer von Abhängigen" mit drastischen Folgen. Viele lassen sich Mittel auf Privatrezept verschreiben.
Woman taking medicine
© beyond/Tips RF Ist die Verordnung von Pillen immer streng medizinisch begründet? Das Fazit einer neuen Studie lautet: keineswegs. Frauen werden anders behandelt als Männer
 Medikamentensucht: "Frauen werden in die Abhängigkeit therapiert" - Nachrichten Gesundheit - WELT ONLINE

2012-02-12

Der Kampf eines Rollstuhlfahrers: Was darf William kosten? - SWR Fernsehen :: Menschen unter uns | SWR.de

Der Kampf eines Rollstuhlfahrers Was darf William kosten?

Sendung am Sonntag, 26.2. | 10.30 Uhr | SWR Fernsehen
William Geier ist körperlich sehr stark behindert. Sein ganzes Leben hat er in Heimen verbracht - und die waren nicht einmal schlecht. Doch zu seiner Behinderung, die ihn abhängig von anderen Menschen macht, kommt die Abhängigkeit von den Abläufen im Heim: Er kann nicht trinken, wenn er Durst hat, kann nicht essen, wenn er Hunger hat, sondern wenn es Zeit dafür ist bzw. jemand vom Pflegepersonal Zeit für ihn hat.

Luxus oder Menschenrecht?


Der Kampf eines Rollstuhlfahrers: Was darf William kosten? - SWR Fernsehen :: Menschen unter uns | SWR.de

2011-05-24

Ein Tag im Rollstuhl

Zur Zeit lesen wir im Deutschunterricht das Buch Die Vorstadtkrokodile, in dem es einen Jungen gibt, der im Rollstuhl sitzt.
Damit wir uns besser vorstellen konnten, wie es ist. im Rollstuhl zu sitzen, habe ich es drei Schulstunden lang ausprobiert. Ich bekam auch einen Begleiter dazu. Die erste Schwierigkeit war die kleine Treppe vor dem Physikraum.
Ohne Hilfe mehrerer Personen wäre ich schon hier nicht weiter gekommen. Zum Glück waren meine Klassenkameraden zur Stelle. Einer hat mich unter den Armen gehalten und mich dann herunter getragen, die anderen haben den Rollstuhl genommen.
Die nächste Schwierigkeit wartete schon im Physikraum auf mich, und wieder brauchte ich Hilfe. Um auf meinen Platz in der ersten Reihe zu kommen, musste der Rollstuhl auf das Podest gehoben werden. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich auf meinem Stuhl saß.
Nach der Physikstunde lief dann die ganze Aktion andersherum. Zum Glück haben wir immer eine Fünfminutenpause zwischen den Stunden. Diese Zeit reichte gerade, um vom einen Raum zum anderen zu kommen.
In der großen Pause sprachen mich lauter Schüler an und fragten, was mit mir los sei. Nach kurzer Zeit hatte ich schon keine Lust mehr, immer dieselbe Geschichte zu erzählen. Was mir aber schnell auffiel war, dass ältere Schüler rücksichtsvoller und hilfsbereiter waren als jüngere, die oft keinen Platz für mich machten.
Ich war froh, als ich nach (nur) 2,5 Stunden wieder aufstehen und mir die Beine vertreten konnte. Es war ein echter Luxus, nicht mehr ständig auf die Hilfe und Rücksicht anderer angewiesen zu sein.

Ein Tag im Rollstuhl

2011-04-05

«Sexueller Missbrauch von Abhängigen geschieht täglich» - News Zürich: Region - tagesanzeiger.ch

«Sexueller Missbrauch von Abhängigen geschieht täglich»

Von Denise Marquard. Aktualisiert um 07:09 Uhr 4 Kommentare
Wie kann man Heimbewohner vor sexueller Gewalt schützen? Die Fachfrauen Corina Elmer und Katrin Maurer geben in einem Buch Antworten.
Frau Elmer, in Bern hat ein Sozialtherapeut 114 behinderte Kinder missbraucht. In einer Krippe in Volketswil ist ein Mann wegen sexueller Gewalt an vier Kindern verhaftet worden. Was löst das bei Ihnen als Expertin aus?
Ich bin schockiert, was das Ausmass betrifft. Andererseits geschieht sexueller Missbrauch von Abhängigen in Institutionen täglich. Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsbeeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten haben ein 4- bis 5-mal höheres Risiko, Opfer von sexuellen Grenzverletzungen zu werden.
Warum ist das so?
Es ist eine Frage von Abhängigkeit und Status. Menschen mit geistiger Behinderung sind mangelhaft aufgeklärt. Wenn sie missbraucht werden, finden sie keine Worte dafür. Und wenn sie reden, wird ihnen nicht geglaubt.

«Sexueller Missbrauch von Abhängigen geschieht täglich» - News Zürich: Region - tagesanzeiger.ch

2011-03-04

Aufstand der Betreuten - Selbstrespekt als Richtschnur | Independent Living Institute

Ziel unserer Behindertenpolitik mußsein, dem Einzelnen mehr persönliche Macht und uns als Gruppe mehr politische Macht zu verschaffen. Triebfeder und Richtschnur in dieser Arbeit ist unser Selbstrespekt. Unsere Umwelt bombardiert uns ständig mit Hinweisen, daß unser Leben bemitleidenswert, lebensunwert und unwünscht ist, daßwir Bürger zweiter Klasse sind. Viele von uns sind mit dieser Haltung aufgewachsen und glauben selbst daran. Wir müssen uns gegen diese Gehirnwäsche impfen, denn wenn wir nicht selbst davon überzeugt sind, daßunser Leben genauso viel wert ist wie das anderer Menschen, fordern wir auch nicht die gleichen Wahlmöglichkeiten, die unsere nichtbehinderten Angehörigen, Freunde und Bekannten in allen Bereichen des Lebens haben.

Erst wenn wir davon überzeugt sind, daßwir die gleiche Lebensqualität verdienen, die andere für selbstverständlich hinnehmen, werden wir uns nicht mehr in Anstalten und Heime abschieben lassen, sondern fordern, überall wohnen zu können. Dann werden wir uns nicht länger vom Sonderfahrdienst der Wohlfahrt verfrachten lassen, sondern behindertengerechte Anpassung aller öffentlichen Verkehrsmittel und Taxis fordern. Dann werden wir uns nicht in krankhafte Abhängigkeit von unseren Angehörigen zwingen lassen, sondern persönliche Assistenzdienste fordern, die uns freimachen. Dann werden wir nicht mehr dankbar über integrierte Teestuben und Freizeiten Freudentränen vergießen, sondern gleiche Bürgerrechte fordern. Dann werden wir uns nicht mehr unserer Behinderung schämen, uns verstecken und ein Zuschauerdasein fristen, sondern am Leben als freie und stolze Menschen teilnehmen....


Aufstand der Betreuten - Selbstrespekt als Richtschnur | Independent Living Institute
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