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2013-12-02

Monitoring-Stelle fordert Auflösung der "Sonderwelten" für Menschen mit Behinderungen | Pressemitteilung Deutsches Institut für Menschenrechte


Monitoring-Stelle fordert Auflösung der "Sonderwelten" für Menschen mit Behinderungen
Zum 3. Dezember: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen


Dr. Valentin Aichele © DIMR/Amélie Losier

Berlin (ots) - Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen forderte die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention die neue Bundesregierung auf, die geplante Reform des Teilhaberechtes strikt an der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen auszurichten.


Sie begrüßte zugleich, dass der selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und der Abkehr vom Fürsorgerecht im Koalitionsvertrag ein hoher Stellenwert eingeräumt worden sei.
"Jetzt müssen auch Taten folgen. Das neue Teilhaberecht muss zudem zum Ziel haben, Sonderwelten für Menschen mit Behinderungen in Deutschland abzubauen und Alternativen dazu aufzubauen", erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, in Berlin.

Die bestehenden Regelungen mit stigmatisierenden, absondernden und benachteiligenden Auswirkungen für Menschen mit Behinderungen sollten deshalb durch allgemeine, offene, dem Prinzip der Inklusion verbundene Regelungen ersetzt werden.

"Es geht um nichts weniger als um die Voraussetzungen für Inklusion zu schaffen bei gleichzeitiger Auflösung der Sonderwelten in Deutschland", so Aichele. "Nur wenn sich die neue Bundesregierung gegen die zum Teil auch wirtschaftlichen Einzelinteressen von Einrichtungen, Trägern und Berufsgruppen stemmt, kann die Auflösung dieser anachronistischen Sonderwelten gelingen."

Der Menschenrechtsexperte forderte zudem, Teilhabeleistungen wie zu Ausbildung und Arbeit einkommens- und vermögensunabhängig zu gewähren.
Die bisherige Regelung benachteilige Menschen mit Behinderungen im Vergleich zu nichtbehinderten Menschen.
 "Gerade weil der Bund im Koalitionsvertrag seine Zusage über eine Finanzierungsbeteiligung erneuert hat, steht er nun in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen hier keine Benachteiligung erfahren", betonte Aichele.

Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der Konvention in Deutschland zu überwachen.


Pressekontakt:
Pressekontakt: Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon: 030 25 93 59 - 14 * Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de 
 
Monitoring-Stelle fordert Auflösung der "Sonderwelten" für Menschen mit Behinderungen | Pressemitteilung Deutsches Institut für Menschenrechte

2013-06-13

Premiere an der Staatsoper: Lieber laut als leise - Kultur - Tagesspiegel


Premiere an der Staatsoper  

Lieber laut als leise

13.06.2013 15:36 Uhrvon
Reden ist Silber. Helmut Oehring bringt sein Werk an der Staatsoper heraus. Foto: Jens Oellermann
Reden ist Silber. Helmut Oehring bringt sein Werk an der Staatsoper heraus. - Foto: Jens Oellermann
Am Sonntag wird Helmut Oehrings Oper „Aschemond“ uraufgeführt. Ein Treffen mit dem Komponisten, der stumm aufwuchs. 
 Rätselhaft ist dieser Blick, scheu und wissend zugleich. Viel können diese Augen erzählen aus der Welt der Stille. Helmut Oehring ist der Komponist, der als „Kind gehörloser Eltern“ bekannt geworden ist. Die Ruhe, die er ausstrahlt, steckt an. Dabei hätte er allen Grund, gestresst zu sein:
Premiere an der Staatsoper: Lieber laut als leise - Kultur - Tagesspiegel

2013-02-07

Viele Behinderte finden keine Arbeit - Wirtschaft - Schwäbisches Tagblatt Tübingen

07.02.2013

Jenseits der Sonderwelt

Viele Behinderte finden keine Arbeit


Viele Schwerbehinderte sind arbeitslos. In manchen deutschen Firmen bekommen einige jedoch eine Chance. Andere Firmen müssen Ausgleichsabgaben zahlen, weil sie nicht genug Behinderte einstellen.

Viele Behinderte finden keine Arbeit - Wirtschaft - Schwäbisches Tagblatt Tübingen

2013-01-09

Kirche fürchtet weniger Mittel für Behinderte durch Inklusion | WAZ.de

Soziales

Kirche fürchtet weniger Mittel für Behinderte durch Inklusion

08.01.2013 | 22:32 Uhr
Kirche fürchtet weniger Mittel für Behinderte durch Inklusion
Behindertenwerkstätten müssen mit weniger Zuschüssen rechnen.Foto: André Elschenbroich
 
Im Rheinland.   Inklusion ist das Schwerpunktthema bei der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Schnell wird in der Diskussion klar: Die Kirche wird sich auf massive Veränderungen einstellen müssen. Weil die UN-Behindertenrechts-Konvention keine "Sonderwelten" für Behinderte vorsieht, dürften die Mittel für Förderschulen und Behindertenwerkstätten schrumpfen.

Kirche fürchtet weniger Mittel für Behinderte durch Inklusion | WAZ.de

2012-06-17

Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Behindertenrechtskonvention stockt | Pressemitteilung Aktion Mensch

Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Behindertenrechtskonvention stockt

Bonn (ots) - Aktion Mensch befürwortet Impulse in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik und unterstützt Erstellung eines Parallelberichtes
Ein Jahr nach der Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) durch die Bundesregierung am 15. Juni 2011 kommt die Umsetzung nur schleppend voran.
"Wichtig sind jetzt stärkere Impulse in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik sowie beim Thema Wohnen", sagt Martin Georgi, Vorstand der Aktion Mensch. "Menschen mit Behinderung sollen nicht mehr in Sonderwelten leben, sondern mitten unter uns. Im Bereich Arbeit beispielsweise funktioniert das noch nicht. Menschen mit Behinderung profitieren kaum von der positiven Beschäftigungslage. Wir haben daher im letzten Jahr 67 Projekte mit 7,5 Millionen Euro gefördert, die Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt bringen."
"Die Situation für Menschen mit Behinderung hat sich nicht verbessert", sagt auch Dr. Sigrid Arnade, Sprecherin der BRK Allianz, einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis. "In einigen Bereichen gibt es sogar Rückschritte. So erhalten Menschen mit Behinderung, die bei ihren Eltern wohnen, nach wie vor gekürzte Hartz IV-Sätze. Zudem hat der Bund sein Förderprogramm 'Altersgerecht Umbauen' eingestellt, so dass es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau zwar noch günstige Zinsen für Umbauten zur Barrierefreiheit, aber keine Zuschüsse mehr gibt."
In der BRK Allianz haben sich 78 Organisationen zusammengeschlossen, die das gesamte Spektrum der behindertenpolitisch arbeitenden Verbände in Deutschland repräsentieren. Im Frühjahr 2013 legt die Allianz einen kritischen Kommentar zum Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Die Aktion Mensch unterstützt diesen Parallelbericht finanziell.
Über die Aktion Mensch e.V.
Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Die Soziallotterie wurde 1964 als Aktion Sorgenkind gegründet und 2000 in Aktion Mensch umbenannt. Zu ihren Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Der Paritätische Gesamtverband, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Der Verein unterstützt mit seinen Erlösen jeden Monat bis zu 1.000 soziale Vorhaben der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Möglich machen dies etwa 4,6 Millionen Loskäufer der Aktion Mensch-Lotterie. Seit Anfang 2012 ist Jörg Pilawa ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch. www.aktion-mensch.de
Pressekontakt:
Sascha Decker
Pressesprecher
Telefon: 0228/ 2092-392
E-Mail: sascha.decker@aktion-mensch.de  
www.aktion-mensch.de/presse 
Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Behindertenrechtskonvention stockt | Pressemitteilung Aktion Mensch

2012-05-30

Gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen -- kobinet

30.05.2012 - 16:47

Gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen.

Berlin (kobinet) Die Linksfraktion hat einen Antrag „Gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen“ (Bundestagsdrucksache 17/9758) in den Bundestag eingebracht. Er steht am 15. Juni auf der Tagesordnung im Plenum. Ihr behindertenpolitische Sprecher Ilja Seifert erklärte heute, Die Linke will mit ihrem Antrag "so wenig Sonderarbeitswelten wie möglich und diese so regulär wie möglich ausgestaltet".

"Wir wollen – auch mit Blick auf Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention - eine inklusive Arbeitswelt schaffen", betonte Seifert. "Es geht um Teilhabe in Arbeit und Teilhabe durch Arbeit, um reale Freiheit, sein Leben selbst zu erarbeiten und unabhängig zu finanzieren. Entschleunigung, umfassende Barrierefreiheit, diskriminierungsfreie Strukturen, nachhaltige Förderung von Menschen mit Behinderungen sowie wirksame Anreize für Arbeitgeber, diese zu beschäftigen, sind Maßnahmen, die Beschäftigten und Arbeitgebern zugute kommen.“

Gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen -- kobinet

2012-04-17

Der Abschied von der Sonderwelt | SÜDKURIER Online

Inklusion 

Der Abschied von der Sonderwelt

17.04.2012
Von KARINA CHRISTEN
Behinderte sollen nicht länger am Rande der Gesellschaft leben.
Von vielen Menschen noch gar nicht wahrgenommen, wälzt sich eine stille Revolution durchs Land. Sie wird das Leben vieler Menschen verändern, nicht nur das behinderter Menschen. Das Zauberwort heißt Inklusion. Es umschreibt ein völlig verändertes Verständnis im Umgang mit Menschen, die eine Beeinträchtigung haben. Ziel ist die umfassende Integration Behinderter in die Gesellschaft. Jahrzehntelang setzte die deutsche Sozialpolitik auf eigene Einrichtungen für Behinderte, vor allem für geistig und psychisch Behinderte. Sie lernten in Sonderschulen, lebten in speziellen Wohnheimen und arbeiteten in Behindertenwerkstätten. Dabei ging es durchaus nicht darum, Menschen mit Behinderungen auszugrenzen. Leitidee war die Überzeugung, man werde ihrem Förderbedarf so besonders gut gerecht.
Das Ergebnis allerdings ist: Von Integration kann keine Rede sein. Jeder dritte Deutsche gibt an, überhaupt keinen Kontakt zu Behinderten zu haben. Wie eine von der Aktion Mensch in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, sagen sogar mehr als die Hälfte der Befragten, sie nähmen Behinderte in ihrem Alltag gar nicht wahr. In den vergangenen Jahrzehnten ist eine Sonderwelt entstanden, die viel zu wenig Schnittpunkte mit dem ganz normalen gesellschaftlichen Leben aufweist. Umfragen zeigen aber auch: Fast 90 Prozent der Deutschen wünschen sich eine behindertenfreundliche Gesellschaft...
Der Abschied von der Sonderwelt | SÜDKURIER Online

2012-01-31

Würzburger Sonderpädagogen verteidigen Sondersysteme - ISL e.V.

Würzburger Sonderpädagogen verteidigen Sondersysteme

Dienstag, den 31. Januar 2012 um 11:22 Uhr
Porträt von Michael Gerr (c) ISLMichael Gerr, Vorstandmitglied der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL) hat eine Stellungnahme des Instituts für Sonderpädagogik der Universität Würzburg kritisiert: „Die Sonderpädagogik-Professoren verteidigen die bestehenden ausgrenzenden Sonderschulen, ohne es offen auszusprechen“, so Gerr. Das Würzburger Institut hatte in seiner Stellungnahme behauptet, man habe schon immer im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und im Interesse behinderter Menschen gearbeitet.

Würzburger Sonderpädagogen verteidigen Sondersysteme - ISL e.V.

2011-11-11

Martinsclub will Inklusion vorantreiben | WESER-KURIER

Heute beginnt "Alle-Inklusive-Festival" in Bremen

- 11.11.2011


Martinsclub will Inklusion vorantreiben

Von Ulrike Bendrat
Bremen. Der Martinsclub, der sich selbst auf die Fahnen geschrieben hat, Menschen mit Behinderungen "zu helfen, ihren Alltag eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten", will jetzt in Bremen die Inklusion vorantreiben. Denn seit im Jahr 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland zu bindendem Recht wurde, haben Menschen mit Behinderungen das Recht auf gleichberechtigte, barrierefreie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Michéle, Katharina, Michael und Simon (von links) spielen in den Räumlichkeiten des Martinsclub Mikado.
Michéle, Katharina, Michael und Simon (von links) spielen in den Räumlichkeiten des Martinsclub Mikado.
Im Fußballteam stolpert der lang aufgeschossene Schlacks immer über seine eigenen Füße. Ein anderer spielt zwar gut, ist aber arrogant und unzuverlässig, einfach kein guter Kumpel. Und der Dritte hat eine geistige Behinderung. Wer von denen ist normal und wer ist behindert? Und warum sollen die Drei nicht alle in einem Fußballteam zusammenspielen?
Wo Menschen mit Behinderung am "normalen" Leben teilhaben, da findet Inklusion statt, auch in Schulen, aber eben nicht nur dort. So erklärt Nikolai Goldschmidt, Inklusionsbeauftragter beim Bremer Martinsclub, einen sperrigen Begriff. Inklusion bedeute den Abbau der "Parallelgesellschaften", die durch die ausdifferenzierte Betreuungsinfrastruktur für Menschen mit Behinderung entstanden sind. Ein Abbau dieser Strukturen ist für viele Menschen eine Herausforderung, räumt Nikolai Goldschmidt ein: Für die Menschen, die sich mit ihrer Betreuung eingerichtet haben und für die Mehrheitsgesellschaft, die glaubt, dass Menschen mit Behinderung am besten in speziellen Wohnheimen und Sonderschulen aufgehoben seien.
Martinsclub will Inklusion vorantreiben | WESER-KURIER

2011-10-12

Inklusion: „Alle werden davon profitieren“ - Moers - DerWesten

Inklusion „Alle werden davon profitieren“

Moers, 11.10.2011, Karen Kliem
Moers/Düsseldorf. „Wir sind super in Sonderwelten“, befindet Josef Neumann, Behindertenbeauftragter der SPD-Landtagsfraktion. Und das findet er nicht super.
Ziel einer Politik, die der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht wird, sei es vielmehr, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ohne Sonderwelten leben und teilhaben an dem, was vermeintlich normal ist. Also: keine Behinderten-Werkstätten mehr, sondern Jobs im ersten Arbeitsmarkt, keine Förderschulen, sondern gemeinsamer Unterricht in den Regelschulen, Wohnungen, die nicht mehr nur ausnahmsweise barrierefrei sind, sondern alle. Das sind nur drei Beispiele für das, was die Regierungskoalition im Land sich mit ihrem Aktionsplan auf die Fahnen geschrieben hat, der im Oktober beraten werden soll, und alle Bereiche betreffen soll: Justiz, Innenpolitik, Kultur, Bauwesen, Altersversorgungen usw. Inklusion heißt das Stichwort, denn das bisher oft bemühte „Integration bedeutet doch, dass sich die Behinderten bemühen müssten, in die Gesellschaft aufgenommen zu werden“, ärgert sich Neumann. „Bei Inklusion sind sie von Anfang an dabei.“

Inklusion: „Alle werden davon profitieren“ - Moers - DerWesten

2011-10-11

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung zeichnet gute Beispiele in Niedersachsen aus

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung zeichnet gute Beispiele in Niedersachsen aus

Ausgabejahr 2011
Erscheinungsdatum 06.10.2011
Die Kampagne „Deutschland wird inklusiv – wir sind dabei!“ des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, machte am gestrigen Donnerstag in Oldenburg, Lingen und Braunschweig Station. Zusammen mit dem niedersächsischen Behindertenbeauftragten Karl Finke besuchte Hubert Hüppe die Grundschule Nadorst in Oldenburg, das Projekt „LinaS“ und das „Haus der Begegnung“ in Braunschweig. Alle Stationen sind zuvor als gute Beispiele für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ausgewählt worden. „Großes Lob an die Verantwortlichen der Beispiele. Sie zeigen, wie Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an bis ins Alter zusammen lernen und leben können. Es wird heute noch viel zu häufig nach Begründungen gesucht, warum für Menschen mit Behinderungen Sonderwelten nötig sein sollen. Stattdessen muss geschaut werden, wie behinderte Menschen mitten in der Gesellschaft leben können“, so Hubert Hüppe.
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung zeichnet gute Beispiele in Niedersachsen aus

2011-08-23

Experten fordern Umstellung der Behindertenhilfe auf individuelle Unterstützung - Evangelischer Pressedienst (epd) - Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Experten fordern Umstellung der Behindertenhilfe auf individuelle Unterstützung

Osnabrück/Fulda (epd). Die Einrichtungen der Behindertenhilfe müssen nach Ansicht von Experten in Zukunft viel flexibler auf die individuellen Bedürfnisse von behinderten Menschen reagieren. "Wir gehen dem Kollaps entgegen, wenn wir nur stationäre Antworten haben auf die zunehmende Zahl von Hilfsanfragen", warnte Petra Gromann von der Hochschule Fulda am Montag in Osnabrück.

Die Zahl der Menschen mit Behinderung steige zwar nicht an. Aber immer mehr Behinderte hätten keine Familien oder sonstige soziale Bindungen mehr, in denen sie betreut werden könnten, sagte die Professorin für soziale Arbeit am Rande einer Tagung für Fachleute und Mitarbeiter der Behindertenhilfe. Allein in beschützenden Werkstätten oder Wohnheimen könnten diese Aufgaben künftig nicht mehr geleistet werden.
Zudem fordere die Behindertenrechtskonvention die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft. "Wer aber erst einmal drin ist im Sondersystem, kommt so schnell nicht wieder raus", sagte Gromann. Zu einem sogenannten personenzentrierten Ansatz gehörten etwa ein möglichst selbstbestimmtes Wohnen mit Hilfen in der eigenen Wohnung und betreute Arbeitsplätze auch außerhalb der Werkstätten.
Erste Modellprojekte vor allem in Hessen hätten gezeigt, dass angepasste Hilfen sogar ohne Kostensteigerungen möglich seien. Auch führten solche Umstellungen nicht zu Entlassungen beim Betreuungspersonal, unterstrich die Expertin: "Es ändern sich nur die Orte, an denen das Personal eingesetzt wird."
Den meisten caritativen, diakonischen und staatlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe sei bewusst, dass ein solcher Systemwechsel unausweichlich sei. Allerdings müssten auch die Kostenträger und staatliche Stellen den Wandel unterstützen. Denn auch Finanzierungsmodelle könnten sich dann nicht länger ausschließlich an der Unterscheidung zwischen stationären und ambulanten Hilfen orientieren. Es müsse Mischformen geben. (2105/22.8.11)



Evangelischer Pressedienst (epd) - Landesdienst Niedersachsen-Bremen

2011-06-19

Inklusion als gigantische Aufgabe - Nürnberg & Region - nordbayern.de

Inklusion als gigantische Aufgabe

OB zu Gast beim Behindertenrat - 18.06. 10:00 Uhr

Nürnberg - die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben – stellt die Stadt Nürnberg vor Herausforderungen. „Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, sagte Ulrich Maly bei der Sitzung des Behindertenrats Nürnberg (BRN).
Gerhard Berr, zweiter Vorsitzender des BRN, und Oberbürgermeister Ulrich Maly (r.).
Gerhard Berr, zweiter Vorsitzender des BRN, und Oberbürgermeister Ulrich Maly (r.).
Foto: Hagen Gerullis
Das im Herbst 2010 gegründete Gremium, das den Stadtrat und die -verwaltung in allen Fragen, die Menschen mit Behinderung betreffen, beraten soll, hatte zu seiner Vollversammlung den OB als Gastredner eingeladen.

Maly machte deutlich, dass die Umsetzung der auch von der Bundesregierung unterzeichneten UN-Konvention, die die Inklusion verlangt, sowohl die Stadt als auch den Freistaat und die Bezirke vor Herausforderungen stellt. Der Freistaat etwa müsse sich auf Mehrkosten einstellen, da bei einer gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung die Klassen kleiner werden müssen. An den Schulen – auch in Nürnberg – seien zudem erhebliche Umbauten erforderlich, um sie für behinderte Kinder barrierefrei zu gestalten, sie seien oft noch nicht auf diese Aufgabe vorbereitet.

„Die Bezirke wiederum haben Spezialeinrichtungen für behinderte Menschen, die nach allen Regeln der Kunst ausgestattet sind.“ Diese Einrichtungen werden weiter nötig sein, glaubt Maly, „wir müssen sie dauerhaft aufrechterhalten“ – aber die Bezirke müssten eben hinnehmen, dass ihre Häuser weniger ausgelastet sein werden als bisher. „Damit werden die bestehenden Einrichtungen der Behindertenhilfe vorübergehend teurer.“

Früher hätten sich Häuser der Behindertenhilfe als „beschützende Einrichtungen“ verstanden, man habe „gern weit draußen“ sehr große Zentren gebaut. Das Konzept der Inklusion schreibt aber dezentrale Strukturen vor, die Trennung der Lebenswelten von Menschen mit und ohne Behinderung soll aufgehoben werden. „Das ist eines der großen Themen des nächsten Jahrzehnts, wir müssen überlegen, wie sich das gestalten lässt“, sagte Maly: „Es hat gigantische Konsequenzen für die jetzt gültigen Systeme.“
Inklusion als gigantische Aufgabe - Nürnberg & Region - nordbayern.de

2011-04-07

BRK – Kompass zur Entwicklung psychosozialer Hilfssysteme Beitrag von Kalle Pehe, Mut zum Anderssein Krefeld zur Jahrestagung des Diakonischen Fachverbandes für Betreuungsvereine am 30.9.2010 in Köln

 
"Angefragt  als  Psychiatrieerfahrener mit  seiner  Perspektive  auf  das  Thema, möchte  ich  zunächst  ein  paar  Vorbemerkungen aus zwei anderen Rollen machen: Ich  bin  Lehrer  an  einem  Gymnasium  in
Krefeld. (...)
Ich  unterrichte  Biologie  und  Physik.  Naturwissenschaftler  sind  erfolgreich  damit gewesen, zu beobachteten Phänomenen die Ursachen  zu  suchen.  In  der  Technologie streben  sie  danach,  Abläufe  zu  kontrollieren  und  in  den  Dienst  des  Menschen  zu stellen. Sie fanden Kräfte, die sich anhand ihrer Wirkungen identifizieren und messen lassen,  Viren  und  Bakterien,  die  Krankheitssymptome auslösen. Sie schließen von messbar  veränderten  Blutwerten  auf  Erkrankungen  und  wirken  darauf  ein.  Sie
fanden  veränderte  Gene,  die  zu  Störungen im  Stoffwechsel  von  Lebewesen  führen.
Wer die Abläufe kennt, kann Mittel schaffen, sie zu beeinflussen.

Hirnstoffwechselstörung  -  nur  ein  Modell
Erfolge  in  Technik  und  Medizin prägen unsere Vorstellungen von der Natur und unser Menschenbild. Das Modell vom Menschen  als  einem  komplexen  biochemischen Automaten ergibt sich daraus.
Sich   (wieder)   zu   erinnern,   dass Modelle  immer  nur  Teilaspekte  der  Wirklichkeit  erfassen,  ist  in  einer  vor  allempharmakologisch   arbeitenden   Psychiatrie und den von ihr beeinflussten Institutionen
besonders    wichtig.    Die    psychiatrische Sicht  von  „psychischer  Krankheit“  ergibt sich aus der naturwissenschaftlichen Tradition westlicher Medizin. Forschung ist bei uns   meist   pharmakologische   Forschung und  verschlingt  mehr  als  90%  der  Forschungsgelder.     Pharmakologische     Studien 1)    fallen  meist  so  aus,  dass  ihre    Ergebnisse  dem  nutzen,  der  sie  bezahlt  hat.  Sie  prägen  das  öffentliche  Bild  von  „psychischen  Erkrankungen“  und  bestimmen maßgeblich die Behandlungskonzepte.
 
BRK  -  Paradigmenwechsel  in  der  Auffassung von Behinderung

Das  der  BRK  zugrunde  liegende soziale  Modell  von  Behinderung  löst  das medizinische  Paradigma  ab.  Demzufolge waren es vor allem körperliche Beeinträchtigungen,  unter  denen  Menschen  leiden.
Heute  wird  anerkannt,  dass  die  sozialen Folgen  sie  oft  mehr    behindern.  Sie  ergeben sich aus der Wechselwirkung mit dem jeweiligen  Umfeld.    Stellen  wir  uns    z.B. einen  normal  intelligenten  Menschen  mit einer spastischen Sprachlähmung vor. Wer darüber  nichts  weiß,  nimmt  ihn  vielleicht als  „geistig  behindert“  wahr,  und  reagiert entsprechend auf ihn. Das kann den Betreffenden  behindern,  seine  Fähigkeiten  normal und gleichberechtigt zu entwickeln. Er hat es schwerer, eine seinen Möglichkeiten
entsprechende Ausbildung zu machen  und einen passenden Arbeitsplatz zu finden. (...)
Der  in  der  BRK  vollzogene  Paradigmenwechsel  zum  sozialen  Modell  von Behinderung ist aus meiner Sicht nicht nur der  Schlüssel  zu  einem  anderen  Verständnis  von  dem,  was  Psychiater  psychische
Krankheit/Behinderung  nennen.  Er  fordert auch andere Schwerpunkte bei ihrer Erforschung und Behandlung. 
Psychosoziale Lösungen für psychosoziale Probleme
...ist  das  Motto  der  Zukunft,  in  der  pharmakologische  Interventionen  von  der  Regel  zur  Ausnahme  werden  könnten. (...)
Ich  weiß,  dass  es  auch  unter  Betreuern  und  Ärzten  viele  gibt,  die  schon vor der Unterzeichnung im Sinne der BRK gehandelt haben.  Die dürfen sich mit mir über die Rückendeckung freuen, die sie bei
Konflikten  mit    Institutionen  und  Menschen  bekommen,  die  in  dieser  Hinsicht  mehr „Nachbesserungsbedarf“ haben. (...)
Hindernisse  bei  Veränderungen  im  Sinne der BRK
Gesetze  und  Sonntagsreden  beeindrucken bequeme Menschen nicht. Manche Betroffene  sind  der  Meinung,  dass  Menschenrechtsverletzungen in den Versorgungssystemen   erst   aufhören,   wenn   für   Täter Nachteile entstehen, die größer sind als die Vorteile.  Umgekehrt  hätten  diejenigen  einen Nachteil, die sich  an die Gesetze halten.  Es  ist  klar,  wohin  das  führen  würde.
Wer es also ernst meint mit der BRK, muss Verstöße  gegen  sie  u.  a.  durch  fühlbare Strafen unattraktiv machen und die Einhaltung  ihrer  Vorgaben  attraktiv.  Missbrauch einer  gerichtlich  verliehenen  Autorität  gegenüber  Patienten  /  Betreuten,  muss  auch gerichtlich  sanktioniert  werden.  Vor  dem Gesetz sind alle Menschen gleich, heißt es.
Die  BRK  mahnt  an,  dass  Behinderung nicht  zum  Einfallstor  für  Menschenrechtsabbau  werden  darf  unter  dem  Vorwand, alles  geschehe  zum  Wohle  des  Betroffenen.  Sonderwelten  und  Sondergesetze  für
behinderte  Menschen  werden  durch  die BRK auf den Prüfstand gesetzt.(...)"

BRK – Kompass zur Entwicklung psychosozialer Hilfssysteme
Beitrag von Kalle Pehe, Mut zum Anderssein Krefeld zur Jahrestagung des Diakonischen
Fachverbandes für Betreuungsvereine am 30.9.2010 in Köln

2011-03-16

ForseA - 2004 Marsch aus den Institutionen - Sonderwelten isolieren und unterdrücken

Sonderwelten isolieren und unterdrücken

Ottmar Miles-Paul, Kassel

Nach dem Abschluss der Hauptschule besuchte ich insgesamt sechs Jahre lang zwei verschiedene weiterführende Internatsschulen für blinde und sehbehinderte SchülerInnen. Hierzu gab es für mich damals aufgrund der mangelnden integrativen Angebote für Sehbehinderte keine Alternative. Nachdem ich während meiner Zeit an der Hauptschule in meinem Dorf über gute Kontakte und ein funktionierendes soziales Netz verfügte, wurden diese durch die große Distanz der Sonderschulen von meinem Heimatort – zuerst 100 km, später 400 km – schnell brüchig und lösten sich schließlich weitgehend auf.

Dies wurde durch das sich in mir selbst zusehends festsetzende „Sonderdenken“ verstärkt, denn die Tatsache, dass für mich als Sehbehinderten die Sonderschule plötzlich die einzige Alternative war, trug nicht gerade zur Förderung meines Selbstbewusstseins bei. So begann ich selbst in zwei Welten zu denken und zu agieren: Hier die Sonderwelt der Sonderschule, dort die Nichtbehinderten, vor denen ich zusehends Respekt bekam und mich anders fühlte. Von dem, von den Sonderschulen viel gepriesenen, Integrationsanspruch war in der Praxis wenig zu spüren – ganz im Gegenteil.

Viele Jahre nach meinem Abschied von dieser Sonderwelt, trotz Universitätsbesuch, vieler öffentlicher Auftritte, des Mitwirkens im Kasseler Stadtparlament, sitzt mir die Erfahrung der Aussonderung immer noch in den Knochen und prägt immer wieder mein Verhalten und Denken. Sich gegen die „Lehren der Aussonderung“ von damals zu widersetzen und mich als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft zu fühlen, kostet mich heute immer wieder viel Energie.

Über diesen Schaden, den die Sonderwelten für Behinderte anrichten, spricht kaum jemand. Deshalb engagiere ich mich in der Kampagne „Marsch aus den Institutionen: Reißt die Mauern nieder!“. Denn es gibt noch viele unnötige Mauern der Aussonderung, die niedergerissen werden müssen. Und es gibt noch sehr viele Menschen, die unter dieser Aussonderung leiden. Die Sonderwelten richten zum Teil viel mehr Schaden an, als dass sie angeblich an Nutzen bringen, obwohl es mittlerweile vielfältige Alternativen gibt.

ForseA - 2004 Marsch aus den Institutionen - Sonderwelten isolieren und unterdrücken
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