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2011-05-16

ABS: Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen

Die Independent Living Bewegung

Als Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen versteht sich das ZsL Stuttgart als Teil der Independent Living Bewegung.
Als Initiator der Independent Living Bewegung gilt Ed Roberts, der in den 60er Jahren das erste Center for Independent Living in Berkley (Kalifornien) gründete. Parallel zu diesen Anfängen fand auch in Deutschland eine Emanzipierung der Behindertenarbeit statt. Mit der Gründung des Krüppeltribunals beim Jahr behinderter Menschen 1981 wurden erstmals in großem Umfang von Betroffenen die Diskriminierung behinderter Menschen, Benachteiligungen und Missstände in Pflegeheimen öffentlich angeprangert.
Seit diesen Tagen entstehen auch in Deutschland Zentren, die durch ihre Arbeit im Peer Counseling die Autonomie und Selbstbestimmung behinderter Menschen stärken möchten. Im Gegensatz zu den USA kann man aber noch lange nicht von einer flächendeckenden Ausbreitung dieser Zentren sprechen.
Das Hauptaugenmerk der Idependent Living Bewegung liegt auch hierzulande auf dem Bereich der Selbstbestimmung: behinderte Menschen sollen selbst wählen können, wo und wie sie wohnen möchten und wer ihnen in der Assistenz zur Verfügung steht.
Der Einfluss, den die Betroffenenorganisationen behinderter Menschen in den letzten Jahren auf das politische Geschehen nehmen konnten (siehe z.B. Behindertengleichstellungsgesetz), zeigt, wie wichtig die politische Selbstvertretung ist.

ABS: Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen

2011-03-04

Aufstand der Betreuten - Selbstrespekt als Richtschnur | Independent Living Institute

Ziel unserer Behindertenpolitik mußsein, dem Einzelnen mehr persönliche Macht und uns als Gruppe mehr politische Macht zu verschaffen. Triebfeder und Richtschnur in dieser Arbeit ist unser Selbstrespekt. Unsere Umwelt bombardiert uns ständig mit Hinweisen, daß unser Leben bemitleidenswert, lebensunwert und unwünscht ist, daßwir Bürger zweiter Klasse sind. Viele von uns sind mit dieser Haltung aufgewachsen und glauben selbst daran. Wir müssen uns gegen diese Gehirnwäsche impfen, denn wenn wir nicht selbst davon überzeugt sind, daßunser Leben genauso viel wert ist wie das anderer Menschen, fordern wir auch nicht die gleichen Wahlmöglichkeiten, die unsere nichtbehinderten Angehörigen, Freunde und Bekannten in allen Bereichen des Lebens haben.

Erst wenn wir davon überzeugt sind, daßwir die gleiche Lebensqualität verdienen, die andere für selbstverständlich hinnehmen, werden wir uns nicht mehr in Anstalten und Heime abschieben lassen, sondern fordern, überall wohnen zu können. Dann werden wir uns nicht länger vom Sonderfahrdienst der Wohlfahrt verfrachten lassen, sondern behindertengerechte Anpassung aller öffentlichen Verkehrsmittel und Taxis fordern. Dann werden wir uns nicht in krankhafte Abhängigkeit von unseren Angehörigen zwingen lassen, sondern persönliche Assistenzdienste fordern, die uns freimachen. Dann werden wir nicht mehr dankbar über integrierte Teestuben und Freizeiten Freudentränen vergießen, sondern gleiche Bürgerrechte fordern. Dann werden wir uns nicht mehr unserer Behinderung schämen, uns verstecken und ein Zuschauerdasein fristen, sondern am Leben als freie und stolze Menschen teilnehmen....


Aufstand der Betreuten - Selbstrespekt als Richtschnur | Independent Living Institute
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