Gehörloser EU-Abgeordneter: Ich bin nicht behindert, die Gesellschaft behindert mich
Sozialpolitik − 25-05-2011 - 15:51
Zusammenfassung
- 1 von 4 EU-Bürgern hat einen behinderten Angehörigen
- 40 % der EU-Bevölkerung sind eingeschränkt mobil
- Arbeitslosenquote von Behinderten 2-3 mal so hoch wie im Durchschnitt
- 50 % weniger Behinderte mit akademischer Ausbildung als im Durchschnitt
Interview auf EuroParlTV mit Ádám Kósa
In der EU leben 80 Millionen Menschen mit Behinderungen, ein Sechstel der Gesamtbevölkerung. Doch immer noch sind viele alltägliche Dienstleistungen für sie unzugänglich, und ihre Mobilität stark eingeschränkt. Wir sprachen mit dem gehörlosen Abgeordneten Ádám Kósa über das Leben und die Chancen von Behinderten in Europa und die Reformpläne des EU-Parlaments.
Sie haben für das Parlament einen Bericht über die Situation Behinderter in der EU geschrieben. Warum?
Mein Bericht befasst sich mit der Situation der 80 Millionen Behinderten, die in der EU leben. Es handelt sich um die größte Minderheit, die es in Europa gibt. Ihr größtes Problem ist der Zugang zu bestimmten Dienstleistungen wie Ausbildung, Arbeit oder medizinischer Versorgung. Das ist ein riesiges Problem für unsere Gesellschaft als Ganze.
Wie kann das geändert werden?
Die EU-Kommission hat eine auf zehn Jahre ausgelegte Strategie für Menschen mit Behinderungen. Mein Bericht baut auf dieser Strategie auf:
Erstens sollten wir behinderte Menschen nicht bemitleiden, sondern ihre Rechte anerkennen. Die sind etwa in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen oder in der Grundrechtscharta der EU festgeschrieben. Die Einstellung Behinderten gegenüber ist sehr wichtig.
Gehörloser EU-Abgeordneter: Ich bin nicht behindert, die Gesellschaft behindert mich