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2014-02-06

Euthanasieprofessor Werner Heyde: NS-Arzt jahrelang von Schweigekartell gedeckt - N24.de

Euthanasieprofessor Werner Heyde

NS-Arzt jahrelang von Schweigekartell gedeckt


Es ist einer der größten Skandale der Nachkriegszeit. Der NS-Arzt Werner
Heyde soll 100.000 Menschen getötet haben. Nach dem Krieg wurde er von
höchsten Kreisen gedeckt – und praktizierte weiter.
Euthanasieprofessor Werner Heyde: NS-Arzt jahrelang von Schweigekartell gedeckt - N24.de

2013-11-09

Zusammenhänge | kobinet-nachrichten


Zusammenhänge

Veröffentlicht am von Gerhard Bartz
Ausrufezeichen
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© kobinet/omp
Hollenbach (kobinet) In diesen Tagen gedenkt Deutschland in einer jahrzehntelang eingeübten Routine den Verbrechen "der Nazis". Auch die Medien sind eingebunden und berichteten beispielsweise über die Tötungsanstalt Grafeneck im Kreis Reutlingen. Im Rahmen der Aktion T4 wurden von "den Nazis" fast 11000 Menschen mit Behinderungen aus Süddeutschland ermordet.

"Die Nazis"
Gedanken von kobinet-Redakteur Gerhard Bartz
Zusammenhänge | kobinet-nachrichten

2013-07-15

Unsereins muss wahrgenommen werden | kobinet-nachrichten


Unsereins muss wahrgenommen werden

Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Matthias Vernaldi
Matthias Vernaldi
© MVFB
Von Matthias Vernaldi
Berlin (kobinet) Am 8. Juli wurde vor der Berliner Philharmonie in der Tiergartenstraße um 14:00 Uhr der Baubeginn für einen "Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde" feierlich begangen. Auch wenn ich nicht gerade scharf darauf bin, mir Sonntagsreden anzuhören, war ich dabei.
Ich bin wegen einer Erbkrankheit ziemlich schwer behindert. Wäre ich 20 oder 30 Jahre eher geboren, hätten sie mich tot gemacht. 5 Jahrzehnte nach meiner Geburt, wäre ich dank pränataler Diagnostik gar nicht erst zur Welt gekommen. Und in der Schweiz oder Holland habe ich gute Chancen, dass man mir die "Gnaden"pille oder -spritze gibt oder dass hierzulande ein Intensivmediziner, falls ich ihn benötige, meint, er täte mir einen Gefallen, wenn er mir lebenserhaltende Maßnahmen verweigert. Irgendwie bin ich sensibel, was dieses Thema angeht. So wurde ich 2009 Mitglied des Runden Tisches, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Errichtung eines diesbezüglichen Gedenkortes voranzubringen.

weiterlesen:

Unsereins muss wahrgenommen werden | kobinet-nachrichten

2013-07-09

Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte für behinderte und kranke Opfer des Nationalsozialismus - Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen -

Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte für behinderte und kranke Opfer des Nationalsozialismus

Ausgabejahr 2013
Erscheinungsdatum 09.07.2013
Gestern begann offiziell der Bau der zentralen Gedenk- und Informationsstätte für die Opfer der „Aktion T 4“, dem Vernichtungsprogramm der Nationalsozialisten an behinderten und kranken Menschen. Die Gedenk- und Informationsstätte entsteht in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.
„Mit dem Baubeginn erfüllt sich eine Forderung, die Betroffene, Angehörige und Unterstützer eines zentralen Gedenk- und Informationsortes in Deutschland seit Jahren stellen und die vom Deutschen Bundestag 2011 unterstützt worden ist. Wichtig ist, dass die Gedenk- und Informationsstätte nicht irgendwo versteckt wird, sondern am Ort der Täter in der Tiergartenstraße 4 jetzt einen würdigen Platz erhält. Die zukünftige zentrale Gedenk- und Informationsstätte kann damit wirksam dazu beitragen, behinderte und kranke Menschen als erste Opfer der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten niemals zu vergessen“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe.
Der Gedenk- und Informationsort soll darüber hinaus auch einen Anstoß zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen geben. „Es darf nie wieder zwischen lebenswerten und lebensunwerten Menschen unterschieden werden. Gesellschaftlichen Tendenzen, behinderten und älteren Menschen das Lebensrecht abzusprechen, muss entschieden entgegengetreten werden“, so Hubert Hüppe.
Der Deutsche Bundestag fasste im November 2011 den Beschluss, einen zentralen Gedenk- und Informationsort für die Opfer des Vernichtungsprogramms der Nationalsozialisten „Aktion T 4“ zu schaffen.
In der Tiergartenstraße 4 in Berlin organisierten Mitarbeiter einer koordinierenden Dienststelle 1940 und 1941 die Massenmorde an behinderten und kranken Menschen im Rahmen der „Aktion T 4“. Insgesamt fielen etwa 300.000 behinderte und kranke Menschen der gezielten Ermordung durch die Nationalsozialisten zum Opfer, unter anderem im Rahmen der „Aktion T 4“. Bereits zuvor wurden behinderte und kranke Menschen als sogenannte „Ballastexistenzen“ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten systematisch erfasst und etwa 400.000 Menschen zwangssterilisiert.

Pressemitteilungen - Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte für behinderte und kranke Opfer des Nationalsozialismus - Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

2013-04-26

NS-Morde an Behinderten : „Ein Führerwort schafft kein Recht“ - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin


  • 26.04.2013
  • von Dirk Baas

NS-Morde an Behinderten  

„Ein Führerwort schafft kein Recht“

von Dirk Baas
heprodimagesfotos932201304265178ac51.jpg
 
Hitlers Widersacher. Lothar Kreyssig rief am 30. April 1958 zur Gründung der „Aktion Sühnezeichen“ auf. Foto: epd

Der Brandenburger Richter Lothar Kreyssig stellte sich dem NS-Massenmord an Behinderten in den Weg. In der DDR gründete er die Aktion Sühnezeichen. Im Westen ist er fast vergessen
Berlin/Frankfurt a.M. - Dieser Brief hätte sein Todesurteil sein können: Lothar Kreyssig, Vormundschaftsrichter in Brandenburg an der Havel, wendet sich am 8. Juli 1940 mit einem ungeheuerlichen Verdacht an seinen Vorgesetzten. Auf fünf Schreibmaschinen-Seiten erbittet Kreyssig beim Kammergerichtspräsidenten Aufklärung über die „Aktion T 4“, den geheim organisierten NS-Massenmord an behinderten Menschen.
Ohne eine Rechtsgrundlage würden im gesamten Reich kranke und behinderte Menschen getötet, stellt Kreyssig fest. Und macht zugleich klar, dass er unter keinen Umständen daran mitwirken werde.

Kreyssig (1898-1986) gilt als der einzige von 14 000 Richtern oder Staatsanwälten, der sich konsequent und frontal Hitlers Euthanasiebefehl widersetzte.NS-Morde an Behinderten : „Ein Führerwort schafft kein Recht“ - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin

2013-04-22

Aufruf zum diesjährigen T4 Umzug zur Vertretung des Landes Schleswig-Holstein in Berlin

Aufruf zum diesjährigen T4 Umzug zur Vertretung des Landes Schleswig-Holstein in Berlin


Werner Fuss Zentrum




Schleswig-Holstein erstes Folterland in der BRD?
Aufruf zum T4 Umzug

Zum internationalen Day of Remembrance and Resistance 2013 treffen wir uns am 2. Mai zum 19. mal in der Tiergartenstr. 4 am Denkmal für die Opfer des systematischen ärztlichen Massenmords von 1939 - 1949. Nach dem Gedenken werden wir dieses Jahr protestierend zur Vertretung des Landes Schleswig-Holstein in Berlin, In den Ministergärten 8 ziehen. Schleswig-Holstein versucht als erstes Bundesland, psychiatrische Zwangsbehandlung in einer Novelle des sog. PsychKG zu legalisieren, nachdem das Bundesverfassungsgericht in 3 Beschlüssen drei entsprechende Landesgesetze genichtet hat, weil alle diese Gesetze seit Bestehen der Bundesrepublik mit der Verfassung unvereinbar, also illegal waren. Diese Nichtung wird verstärkt durch die Vereinten Nationen, deren Sonderberichterstatter über Folter, Juan E. Méndez,  in der 22. Sitzung des "Human Rights Council" am 4. März 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, bzw. Folter erklärt hat. Er betonte:
"Das Verbot der Folter ist eines der wenigen absoluten und unveräußerlichen Menschenrechte, ein ius cogens, also eine zwingende Norm des internationalen Rechts."*
Entsprechend forderte er, dass
"alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen."**
In Folge der Erklärung von Juan Méndez hat sich am 2. April 2013 das "Bündnis gegen Folter in der Psychiatrie" (http://www.folter-abschaffen.de) gegründet. Es ist ein Bündnis von Organisationen, das die sofortige Nichtung aller Sondergesetze fordert, die psychiatrische Zwangsbehandlung legalisieren.
Das immer und unbedingt gültige Folterverbot darf kein Gesetzgesetzgeber durch eine scheinlegale Gesetzgebung versuchen zu unterlaufen. Aber genau das hat sich der Kieler Landtag vorgenommen!
Am 20.3.2013 hat er in 1. Lesung sogar ohne Aussprache den Gesetzentwurf zur Legalisierung psychiatrischer Zwangsbehandlung mit der Drucksachennummer 18/606 angenommen und in zwei Ausschüsse verwiesen, die am 10. und 18.4. dazu beraten haben. Alle Fraktionen des Kieler Landtags tun also so, als ob man über ein völkerrechtswidriges, also illegales Foltergesetz überhaupt beraten könne!

Zum T4 Umzug rufen auf:
Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener
  Irren-Offensive  Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg  Werner-Fuß-Zentrum
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* Aus dem Bericht A/HRC/22/53 des Sonderberichterstatters vom Februar 2013, Abschnitt 82.: "The prohibition of torture is one of the few absolute and non-derogable human rights, a matter of jus cogens, a peremptory norm of customary international law."

** Seite 5 der Rede von Juan E. Méndez: "States should impose an absolute ban on all forced and non-consensual medical interventions against persons with disabilities, including the non-consensual administration of psychosurgery, electroshock and mind-altering drugs, for both long- and short- term application. The obligation to end forced psychiatric interventions based on grounds of disability is of immediate application and scarce financial resources cannot justify postponement of its implementation."

2012-12-15

Konferenz: NS-”Euthanasie” in europäischer Perspektive | Gedenkort-T4.eu

Konferenz: NS-”Euthanasie” in europäischer Perspektive


Wir organisieren eine Konferenz! Warum?

1.) Noch immer ist die Tatsache, dass die NS-”Euthanasie” nicht nur in den sechs Tötungsanstalten im Reich stattfand, sondern europaweit betrieben wurde, höchstens in engen Fachkreisen bekannt. Wir haben deshalb Referenten eingeladen, über die Morde an Behinderten und psychisch Kranken im besetzten  Polen und der Sowjetunion sowie  des heutigen Tschechien zu sprechen.

2.) Wir wollen ausserdem eruieren, ob und wie die NS-Krankenmorde Teil eines europäischen Gedenkdiskurses sind oder sein sollen.

3.) Es ist an der Zeit, gerade bei dem Thema den Aspekt der Inklusion ins Rampenlicht zu stellen: So haben wir nicht nur Experten eingeladen, über ihre Konzepte für die Arbeit an Gedenkstätten  mit Menschen mit Behinderung zu sprechen, sondern sprechen auch über Gehörlose als Opfer der NS-”Euthanasie”. Selbstverständlich findet die Konferenz in einem barrierefreien Rahmen statt, Gebärdensprachdolmetscher werden die ganze Zeit anwesend sein. Die Referate werden auch aus dem und  ins Englische gedolmetscht werden.

4) Wir nutzen die Entscheidung für das Denkmal an der Tiergartenstraße und stellen den Siegerentwurf und den Wettbewerb auf der Konferenz vor. Auch die Sieger unseres Schüler-Wettbewerbs andersartig-gedenken werden ihre Preise auf der Konferenz in Empfang nehmen. Überreichen wird sie übrigens Wolfgang Thierse!


Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, die einzige Bedingung ist eine vorherige Registrierung (Klick hier!). Mehr Informationen zur Konferenz finden Sie hier:
Konferenz: NS-”Euthanasie” in europäischer Perspektive | Gedenkort-T4.eu

2012-01-27

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Mens

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Menschen

Ausgabejahr 2012
Erscheinungsdatum 27.01.2012
„Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen waren die ersten Opfer des verbrecherischen NS-Regimes. Sie wurden systematisch erfasst, zu Forschungszwecken missbraucht und zwangssterilisiert. In den Gaskammern der Nazis wurde an ihnen ausprobiert, was später millionenfach wiederholt wurde“, betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, anlässlich des heutigen Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Planung und Organisation der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Menschen gingen von der Zentrale der sogenannten „Aktion T4“ in der Tiergartenstraße 4 in Berlin aus.
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Mens

2012-01-17

NS-Massenmorde: Gedenken an psychisch erkrankte Opfer | Rollingplanet | Portal für Behinderte und Senioren | Reisen, Urlaub, Mobilität, Alltag

Behindertenbeauftragter gedenkt behinderter und psychisch erkrankter Opfer der NS-Massenmorde


Gedenktafel Tiergartenstraße 4 (Foto: Andreas Liebke, http://schizophrenie-genesung.de)
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, richtet am 27.01.2012 um 14:00 Uhr im Foyer der Berliner Philharmonie eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Massenmorde der Nationalsozialisten an behinderten und psychisch erkrankten Menschen aus.
NS-Massenmorde: Gedenken an psychisch erkrankte Opfer | Rollingplanet | Portal für Behinderte und Senioren | Reisen, Urlaub, Mobilität, Alltag

2011-11-13

Pflege und NS-„Euthanasie“ | T4

Pflege und NS-„Euthanasie“

Autor: Michael Bossle
:





Lernen mit Phänomenen aus Vergangenheit und Gegenwart
Einleitung
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Lernangeboten für Pflegende in Aus-, Fort- und Weiterbildung. Angesichts des ökonomischen Wandels, dem das Gesundheitswesen seit spätestens Mitte der 1990er-Jahre des letzten Jahrhunderts unterliegt, will er Beitrag auch anderen beteiligten Berufsgruppen und Disziplinen des Gesundheitswesens Anreiz sein, sich vertieft mit der Thematik der NS-„Euthanasie“ auseinanderzusetzen. Das Lernen aus der Vergangenheit ist ein Lernen vor den Hintergründen unserer modernen, sich mehr und mehr ausdifferenzierenden Gesellschaft der Gegenwart.
Hintergrund
Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens hat gegenwärtig einschneidende Auswirkungen auch auf die Pflege. Immer mehr Patienten müssen in immer kürzerer Zeit von immer weniger Pflegenden versorgt werden. Für die Lernenden der Pflege heißt das Dilemma konkret: die eigenen beruflich professionellen Ansprüche in ein angemessenes Verhältnis zu diesen beschnittenen Ressourcen (Zeit, Personalnot, Handlungsdruck und Best-Practice-Gedanke) zu bringen. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, die auch als Priorisierungen bezeichnet werden können. Wer/was kommt als Erstes, wer/was als Zweites und wer/was kommt im schlimmsten Falle gar nicht (mehr) an die Reihe? Sehr oft bringt diese Herausforderung einen „Praxisschock“ für EinsteigerInnen der Pflegeberufe mit sich, denn theoretisch wird am Lernort Schule nicht „das Urteilen gelernt, sondern Urteilskriterien, ihre Beziehung zueinander und ihr Abgewogenwerden“.[1] In Gegenwart und in Zukunft muss es also konkret darum gehen, das ethisch-moralische Bewusstsein der Lernenden zu unterstützen und sie berufsspezifisch auch vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung des Berufes mit einem ethisch-moralischen Professionalisierungsverständnis zu konfrontieren. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus mag eine äußerst kontrastierende Sicht auf die Dinge bringen, betrachtet man allerdings spezifische Pflegephänomene, die das pflegerische Handeln im Bereich der Beziehungsgestaltung abbilden, dann wird schnell klar, dass jedes pflegeimmanente, handlungsleitende Menschenbild mit der eigenen persönlichen und beruflichen Haltung verbunden ist. Jedes Menschenbild ist aber auch von wissenschaftlichen, sozialen und politischen Denkrichtungen seiner Zeit oder vom Zeitgeist geprägt. Dies müssen die Akteure erkennen und reflektieren, denn die gegenwärtige Ökonomisierung des Gesundheitswesens macht auch ein wesentliches Element der NS-„Euthanasie“ wieder aktuell: das Kosten-Nutzen-Denken. Welchen Einfluss hat dies derzeit auf pflegerisches Handeln und auf Ansichten über den Wert des Lebens?

Pflege und NS-„Euthanasie“ | T4

2011-11-09

Diskussion um Naziopfer-Denkmal

Hintergrund

Diskussion um Naziopfer-Denkmal

Während des Nationalsozialismus wurden in Deutschland zehntausende geistig behinderte und psychisch kranke Menschen ermordet. Bislang gibt es viele einzelne kleinere Gedenkstätten. Nach dem Willen der Bundestagsfraktionen soll sich das ändern.
Von Pete Smith
Wie den Opfern der Nazi-Aktion T 4 gedenken?
In den Boden eingelassene Gedenktafel vor der Philharmonie in Berlin: Eine der Gedenkstätten an die Opfer des Massenmords "Aktion T 4" .
© schöning / imago
Zwischen Januar 1940 und August 1941 fielen mehr als 70.000 Psychiatrie-Patienten sowie Menschen mit Behinderung einer systematischen Mordaktion der Nationalsozialisten zum Opfer.
An diese Opfergruppe erinnert derzeit in Berlin eine Gedenktafel, angebracht in der Tiergartenstraße 4.
Also an jenem Ort, an dem die Ermordung geistig und körperlich behinderter Menschen geplant wurde und nach dem dieser Massenmord seit Ende des Zweiten Weltkriegs "Aktion T 4" genannt wird.

Berliner Denkmal soll höheren Stellenwert erhalten

Das Denkmal soll nach Willen aller Bundestags-Fraktionen aufgewertet werden. Ein entsprechender Antrag wurde jetzt mit den Stimmen der Fraktionen von CDU/CSU, FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen in erster Lesung beschlossen.(...)

Diskussion um Naziopfer-Denkmal

2011-10-28

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen niemals vergessen - Antrag für Erinnerung und Information im Kulturausschuss besch

Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen niemals vergessen - Antrag für Erinnerung und Information im Kulturausschuss beschlossen

Ausgabejahr 2011
Erscheinungsdatum 28.10.2011
Der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages hat mit seiner Unterstützung für einen fraktionsübergreifenden Antrag zum Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ein wichtiges Signal gegen das Vergessen gesetzt“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe. Er verwies darauf, dass während der Zeit der Nazi-Diktatur hunderttausende Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in ganz Europa systematisch erfasst, für medizinische Versuche missbraucht, zwangssterilisiert und ermordet wurden. „Sie waren die ersten Opfer des Gewaltregimes der Nationalsozialisten. Wegbereiter des Terrors gegen behinderte und psychisch erkrankte Menschen war ein Gedankengut, das zwischen lebensunwerten und lebenswerten Menschen unterschied“, betonte Hubert Hüppe und verwies auf eine Unterstützung der Eugenik in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, die sich weit vor dem Beginn der Nazi-Diktatur in Deutschland verbreitete. Der beschlossene Antrag greife diesen Aspekt auf, indem er neben einem würdigen zentralen Ort der Erinnerung in der Tiergartenstraße 4 in Berlin fordere, über die Nazi-Verbrechen zu informieren und bestehende Defizite in der Aufarbeitung und Erforschung des Unrechts öffentlich aufzugreifen, erläuterte der Behindertenbeauftragte. „Jetzt kommt es darauf an, den Antrag zusammen mit den Betroffenen und ihren Verbänden in diesem Sinne umzusetzen und der Information neben dem Gedenken breiten Raum zu verschaffen“, verdeutlichte Hubert Hüppe.

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen niemals vergessen - Antrag für Erinnerung und Information im Kulturausschuss besch

Börnsen/Wanderwitz: Berlin, Tiergartenstr. 4 gehört zur NS-Erinnerungskultur | CDU/CSU - Bundestagsfraktion | Presseportal.de

Börnsen/Wanderwitz: Berlin, Tiergartenstr. 4 gehört zur NS-Erinnerungskultur

Berlin (ots) - Am heutigen Mittwoch stimmte der Ausschuss für Kultur und Medien mit großer Mehrheit für den interfraktionellen Antrag "Gedenkort für die Opfer der NS-"Euthanasie"-Morde. Dazu erklären der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Börnsen (Bönstrup) und der zuständige Berichterstatter Marco Wanderwitz:
"Der Täterort Tiergartenstraße 4 in Berlin-Mitte, von dem die Euthanasie-Morde während der NS-Zeit weitgehend ausgingen, verdient eine baldige und würdevolle Umgestaltung. Das Land Berlin ist bereit dazu, einen Ideenwettbewerb auszuschreiben. Er sollte, von Beginn an mit den Betroffenen und seit vielen Jahren engagierten Verbänden umgesetzt werden. Wer Gedenken, Erinnern und Aufklären dieses besonders furchtbaren Kapitels der Nazizeit auf eine breite Basis stellen will, sollte den ortsnahen Gedenkort der Topographie des Terrors mit einbeziehen.
In drei Phasen hat es bei der Aktion T4 bis zu 300 000 getötete Menschen gegeben, Behinderte, Psychisch Kranke, "unwertes Leben" in den Augen der Nationalsozialisten.
Der Bund wird die Neuausrichtung des Gedenkortes aktiv unterstützen, so wie er die Erinnerungsstätte Pirna-Sonnenschein in Sachsen fördert, die gleichfalls die Thematik "Euthanasie" umsichtig aufgearbeitet hat, wie auch das Projekt der Gedenkstätten Grafeneck in Baden-Württemberg sowie Hadamar in Hessen.
Anerkennenswert ist, dass der Fachverband der Psychiater sich zur Schuld seiner Berufsgruppe bekannt hat und gleichzeitig bereit ist, u.a. eine Wanderausstellung zu dieser Problematik zu initiieren. Die Erfassung, Verfolgung und Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranken war ein Teil der menschenverachtenden nationalsozialistischen Rassenverfolgung, ein Kapitel, das wir nicht vergessen dürfen."

Börnsen/Wanderwitz: Berlin, Tiergartenstr. 4 gehört zur NS-Erinnerungskultur | CDU/CSU - Bundestagsfraktion | Presseportal.de
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