Neumarkt 05.08.2011, 00:00 Uhr Einkaufen wird zu einem Hindernislauf
Anders als in Holland sind deutsche Städte selten behindertengerecht. Neumarkt bildet dabei keine Ausnahme. Doch es tut sich bereits einiges.
Von Eva Gaupp
Neumarkt. In diesen Wochen wird viel über die Attraktivität Neumarkts als Einkaufsstadt debattiert. Auch für Walter Rackl ist das ein großes Thema – allerdings nicht erst, seit der „NeueMarkt“ geplant wird. Denn seit er auf einen Rollstuhl angewiesen ist, gerät eine Shoppingtour für ihn leicht zu einem Hindernisparcours.
Ob er in einem Geschäft ein passendes Hemd oder Buch findet, hängt in erster Linie davon ab, ob er überhaupt in den Laden reinkommt. Und deshalb steht die Barrierefreiheit der Altstadt ganz oben auf der Prioritätenliste des neu gewählten Behindertenbeirats, dessen Vorsitzender Rackl ist. „Diese Geschäfte meide ich.“
Ein Einkaufszentrum wie es im „NeuenMarkt“ vorgesehen ist, könnte also für Menschen mit Gehbehinderungen eine deutliche Verbesserung bringen. Aufzüge, ebenerdige und breite Zugänge und erreichbare Toiletten können die meisten Geschäfte in der Neumarkter Innenstadt nicht bieten. „Da kaufe ich manchmal lieber im Internet ein oder weiche in eine andere Stadt aus“, sagt Rackl.
Das Internet ist bequemer
Dieselben Erfahrungen hat die stellvertretende Vorsitzende des Beirats, Andrea Fischer, gemacht. Ihre Tochter ist behindert und auch sie nutzt häufig die Angebote im Internet, weil sie dann eine Auswahl an Kleidungsstücken mit nach Hause nehmen kann, wo die Tochter in Ruhe probieren kann. Doch das heiße nicht, dass sie nicht auch sehr gerne in Neumarkt einkaufen würden.
Hier und da haben die Gewerbetreibenden schon reagiert:
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