Bundestag lädt Behinderte wieder aus Rollstuhlfahrer müssen draußen bleiben
14.10.2011, 15:36
Eine historische Versammlung sollte es werden, doch am Ende stand eine Blamage. Der Bundestag lädt 300 Behinderte zu einer gemeinsam Versammlung ein - und später wieder aus. Der Grund: Es hatten sich zu viele Rollstuhlfahrer angemeldet. So viele verkrafte das Gebäude nicht. Bei den Behinderten erntet die Politik nun Spott und Häme - die beteiligten Abgeordneten reagieren kleinlaut.
Politiker beklagen sich häufig über mangelnde Aufmerksamkeit. Aber wenn sich dann schlagartig sehr viele Menschen interessieren, ist das unter Umständen auch nicht recht. Dann muss eine Veranstaltung abgesagt werden, weil sie gegen Brandschutz- und andere Sicherheitsverordnungen verstößt. Und der Ärger bei allen Beteiligten ist groß.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat im Bundestag keine Probleme. Doch 100 Rollstuhlfahrer waren dem Parlament zu viel. Eine Veranstaltung mit Behinderten wurde deshalb abgesagt. (© dpa)
Das Angebot war auf großes Interesse gestoßen, der Deutsche Behindertenrat hatte sich über die "bemerkenswerte Initiative" gefreut. Etwa 300 Teilnehmer meldeten sich an. Darunter mehr als 100 Rollstuhlfahrer. Zu viele, fand die Bundestagsverwaltung. Etwa 30 seien zu verkraften gewesen, womöglich auch etwas mehr. Aber 100? Da sei die Sicherheit im Parlament nicht mehr gewährleistet. Der Brandschutz! Technische Bestimmungen! So leid es ihnen tue, das gehe nicht.
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