Pflege-Einrichtungen in SH
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Kein Platz für geistig behinderte Senioren
Plötzlich Rentner - und dann? Diese Frage ist für Menschen
mit Behinderung besonders schwierig. Immer mehr Menschen mit Behinderung
werden pflegebedürftig. In Schleswig-Holstein hapert es an der Pflege.
Kiel | Immer mehr Menschen mit
geistigen, psychischen und körperlichen Behinderungen erreichen im
Norden das Seniorenalter. Nach Angaben der Koordinierungsstelle soziale
Hilfen der Kreise in
Schleswig-Holstein
nahm die Zahl der über 60-jährigen Menschen mit Behinderung, die
Leistungen zum Wohnen erhielten, in Schleswig-Holstein allein im
Zeitraum von 2010 bis 2012 um 231 auf 1918 zu – ein Anstieg um rund 14
Prozent. Laut einer Umfrage unter 13 Einrichtungen des Paritätischen
Wohlfahrtsverbands bedürfen dort derzeit von 716 Menschen mit geistigen
Behinderungen 210 der Pflege. „Wir rechnen in den kommenden fünf bis
zehn Jahren mit einem Anstieg des Anteils der Pflegebedürftigen um 20
Prozent“, sagt Sprecher Jan Dreckmann. Das sei ganz klar überwiegend
bedingt durch eine neu entstehende Generation von Senioren.
Fakt ist: Während der Nazi-Diktatur wurden viele Menschen mit
geistigen und psychischen Behinderungen systematisch im Rahmen des
sogenannten Euthanasie-Programms ermordet. „Seit Kriegsende entsteht so
in Deutschland eine Gruppe von Behinderten, die es zuvor nicht gab“,
heißt es lapidar in einer Erklärung des Kieler Sozialministeriums.
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