2011-08-04

Streicheln verboten - mz-web.de

Blindenhunde

Streicheln verboten

VON SABINE MAURER, 02.08.11, 16:46h, aktualisiert 02.08.11, 17:52h
Blindenhunde
Sicher über die Straße: Bei dem Kommando «Such Zebra» finden Blindenhunde die Markierung und führen Herrchen oder Frauchen hinüber. (FOTO: DPA)
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Halle (Saale)/MZ. Andere Hunde begrüßen? Sich von Fremden füttern oder streicheln lassen? Einfach so eine Treppe herunter laufen? Das ist für einen Blindenführhund im Dienst undenkbar. "Das darf er einfach nicht", sagt Andreas Kohl von der Hessischen Blindenführhundschule "Blickpunkt" in Bad König. Schließlich hat der Hund die Verantwortung für "seinen" blinden Menschen, der in solchen Situationen gar nicht weiß, was los ist.
Die Blindenführhunde gehorchen auf 40 Kommandos. Sie wissen, was "Nach Hause" heißt, schauen sich bei "Such Zebra" nach einem Zebrastreifen um und reagieren sogar auf "Mach's Scheißerle". Geht es eine Treppe hoch, führt der Hund sein Herrchen oder Frauchen zunächst zur Treppe. Dann presst er sein Hinterteil an das Bein des Menschen und läuft langsam die Stufen hinauf. Er muss auch wissen, dass eine Rolltreppe tabu ist.
Kein Wunder, dass die Ausbildung lang ist und nicht jeder Vierbeiner sie schafft. "Aus jedem unserer Würfe sind etwa 30 bis 40 Prozent der Tiere geeignet", sagt Mario Fiedler, Geschäftsleiter der Stiftung Deutsche Schule für Blindenführhunde in Berlin.

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