Über die Verbrechen der Psychiatrie im Nationalsozialismus aufklären und den Opfern gedenken
Dr. Thomas Nesseler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
04.10.2011 18:33
Eine Ausstellung soll künftig über das Schicksal und Leid von psychiatrischen Patienten in der Zeit des Nationalsozialismus aufmerksam machen. Für das Vorhaben werben zahlreiche Verbände der deutschen Ärzteschaft, darunter die Bundesärztekammer, im Rahmen einer Spendenaktion. Zudem fordern sie die Politik dazu auf, für die Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus einen würdigen nationalen Informations- und Gedenkort zu schaffen.
Über zwanzig namhafte Verbände der deutschen Ärzteschaft haben am 30. September 2011 in Berlin ihre Spendenaktion „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerung und Verantwortung“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die einzuwerbenden Gelder sollen u.a. für eine Ausstellung verwendet werden, die über den Umgang mit psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus informieren soll. Diese soll zunächst in den Räumen der „Stiftung Topographie des Terrors“ in Berlin gezeigt werden, anschließend an verschiedenen Orten in Deutschland und in Europa. Daneben sollen umfassende, öffentlich zugängliche Datenbanken entstehen, die die Namen und Schicksale von Opfern, aber auch die Biografien von Tätern enthalten. Damit möchten die beteiligten Verbände über das Leid der Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus informieren und ihnen ein anhaltendes, würdiges Gedenken schaffen. Denn in die Zeit des Nationalsozialismus fällt das dunkelste Kapitel der Psychiatrie: Mindestens 250.000 psychisch Kranke und Behinderte fielen dem sogenannten „Euthanasieprogramm“ zum Opfer. Psychiater waren maßgeblich an der Zwangssterilisierung von mehr als 360.000 vor allem psychisch kranker und geistig behinderter Menschen beteiligt. Jüdische und politisch missliebige Psychiater wurden verfolgt und aus Deutschland vertriebenÜber die Verbrechen der Psychiatrie im Nationalsozialismus aufklären und den Opfern gedenken
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