Menschen-freundlich
Von Philipp Förder
GOMARINGEN. Eigentlich sollten Horst Gessert und Torsten Hau das Mobilitätsprojekt des Freundeskreises den Nahverkehrsspezialisten im Landratsamt vorstellen. Dummerweise kam jedem der beiden Vorstände des Gomaringer Freundeskreises ein wichtiger Termin dazwischen. »Vor ein paar Jahren noch hätten wir den Termin abgesagt«, gesteht Torsten Hau. Jetzt aber haben sie zu Veronika Schaible gesagt: »Machen Sie das.«
Veronika Schaible hat die Aufgabe gemeistert. Dass sie im Rollstuhl sitzt, in der Selbsthilfefirma Beck's Plastilin Muggelsteine abwiegt und nur mühsam sprechen kann, hat der Sache nicht geschadet. Im Gegenteil: Wahrscheinlich eindrucksvoller als die beiden Vorstände hat sie zeigen können, dass es bei Mobilität für Menschen mit Behinderungen um mehr als nur das Busfahren geht.Es geht um Teilhabe am sozialen Leben, um die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, soweit es die Einschränkungen eben zulassen. Und sie lassen mehr zu als in der Vergangenheit angenommen. Diese Erkenntnis und die UN-Konvention zur Inklusion von 2008, die fordert, behinderten Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, haben den Freundeskreis jetzt veranlasst, seinen Namen zu ändern in Freundeskreis Mensch.
Menschen-freundlich - Reutlinger General-Anzeiger - Region Reutlingen - Tübingen
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