2011-05-24

Ein Tag im Rollstuhl

Zur Zeit lesen wir im Deutschunterricht das Buch Die Vorstadtkrokodile, in dem es einen Jungen gibt, der im Rollstuhl sitzt.
Damit wir uns besser vorstellen konnten, wie es ist. im Rollstuhl zu sitzen, habe ich es drei Schulstunden lang ausprobiert. Ich bekam auch einen Begleiter dazu. Die erste Schwierigkeit war die kleine Treppe vor dem Physikraum.
Ohne Hilfe mehrerer Personen wäre ich schon hier nicht weiter gekommen. Zum Glück waren meine Klassenkameraden zur Stelle. Einer hat mich unter den Armen gehalten und mich dann herunter getragen, die anderen haben den Rollstuhl genommen.
Die nächste Schwierigkeit wartete schon im Physikraum auf mich, und wieder brauchte ich Hilfe. Um auf meinen Platz in der ersten Reihe zu kommen, musste der Rollstuhl auf das Podest gehoben werden. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich auf meinem Stuhl saß.
Nach der Physikstunde lief dann die ganze Aktion andersherum. Zum Glück haben wir immer eine Fünfminutenpause zwischen den Stunden. Diese Zeit reichte gerade, um vom einen Raum zum anderen zu kommen.
In der großen Pause sprachen mich lauter Schüler an und fragten, was mit mir los sei. Nach kurzer Zeit hatte ich schon keine Lust mehr, immer dieselbe Geschichte zu erzählen. Was mir aber schnell auffiel war, dass ältere Schüler rücksichtsvoller und hilfsbereiter waren als jüngere, die oft keinen Platz für mich machten.
Ich war froh, als ich nach (nur) 2,5 Stunden wieder aufstehen und mir die Beine vertreten konnte. Es war ein echter Luxus, nicht mehr ständig auf die Hilfe und Rücksicht anderer angewiesen zu sein.

Ein Tag im Rollstuhl

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