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Bildhauerin bis zum Wahnsinn: Camille Claudel
Das tragisches Schicksal der französischen Bildhauerin und Schülerin Rodins in szenischer Lesung beim Kunstverein Gundelfingen.
GUNDELFINGEN. "Klappern der Hufeisen auf Kopfsteinpflaster. Pferde wiehern. Räder quietschen. Der Kutscher spuckt und flucht und lässt die Peitsche knallen"– Mehr Szene als Lesung heißt das Motto von Lore Seichter-Muráth, die bei der szenischen Lesung am Sonntagabend im Gundelfinger Rathausfoyer gekonnt in die Rolle der Camille Claudel schlüpfte.
"Das Ziel des kastenförmigen Einspänners ist die Irrenanstalt in Ville-Evrard. Dort lebte Camille Claudel 30 Jahre in Einsamkeit, bis sie starb und in einem Massengrab verscharrt wurde." Fast glaubte man, das gerade Gehörte real zu erleben. Wie kaum eine andere versteht es die Schauspielerin Seichter-Muráth, geschriebene Szenen lebendig werden zu lassen.
Auf Einladung des Kunstvereins Gundelfingen kam die in Berlin lebende Schauspielerin nun bereits zum zweiten Mal, um dieses Mal von den tragischen Verhältnissen der Bildhauerin Camille Claudel, die von 1864 bis 1943 lebte, zu erzählen. Mit ihren selbstverfassten Texten, ihrer Stimme und Mimik schaffte sie es, das Leben der französischen Bildhauerin derart lebendig werden zu lassen, dass die Zuhörer mitfühlten und mitlitten.
"Erst ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod wurde die Bildhauerin Camille Claudel als das entdeckt, was sie war : eine herausragende Künstlerin."
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