Fall Anna
Wieder Ärger um verschwundene Akte
Von DIETMAR BICKMANN
Anna (9) soll von den Pflegeeltern ertränkt worden sein.
Der Fall Anna (9): Sind etwa noch mehr Akten vernichtet worden – oder ist alles nur ein seltsamer Zufall? Am Donnerstag kam beim Prozess raus: Auch in der Pflegevermittlungsstelle Bad Honnef sind Unterlagen verschwunden.
Erst die „gesäuberten“ Akten im Jugendamt Königswinter, jetzt der neue Fall: Es geht um die Dokumentation einer Mutter, die zwei behinderte Kinder bei der angeklagten Petra W. (52) in der Tagespflege hatte. Die Papiere sind weg.
Die Mutter hatte sich bei der Vermittlungsstelle für Pflegekinder über Petra W., die Anna in der Badewanne ertränkt haben soll, beschwert. Ihr Kind würde etwa zum Essen gezwungen. Die Mitarbeiterin der Stelle machte einen Vermerk, heftete ihn in die Akte, die in einem Schrank verschlossen wurde.
Drei Monate nach dem Tod von Pflegekind Anna machte die Stadt Bad Honnef im Oktober 2010 die Vermittlungsstelle, in der Mitglieder der Frauenunion in einem kleinen Büro im Rathaus ehrenamtlich gearbeitet hatten, dicht. Offizielle Begründung: Die teils pensionierten Oberstudienrätinnen hätten nicht die nötige Qualifikation als Sozialpädagoginnen.
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