7.12.2011
Kein Geld mehr für altersgerechten Umbau
Von Ariane P. Freier
Ein Treppenlift nimmt Gefahrenstellen im Haushalt ihre Tücken. Das Hilfsmittel für Barrierefreiheit lässt sich nahezu in jedem Treppenhaus nachträglich installieren und wird bislang gefördert. − Foto: djd
Passau. Clevere Haus- oder Wohnungsbesitzer haben an Investitionen in ihre Gebäude bislang den Staat beteiligt. Zur altersgerechten Modernisierung gab es zinsbegünstigte Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Bis zu 50 000 Euro oder Zuschüsse bis zu 2500 Euro je Wohneinheit (KfW-Programme 155 und 455), um etwa barrierefreie Bäder, Treppenlifte oder Motorsteuerungen für Rollladen und Co. zu installieren. Der Clou: Kredit und Zuschuss konnten nicht nur Senioren, sondern Hausbesitzer jeden Alters nutzen.
Erst fünf Prozent der Wohnungen fit fürs Alter Das ist vorbei. Zum Jahresende zieht sich die Bundesregierung aus ihrem Spezialprogramm "Altersgerecht umbauen" zurück und stoppt die Zuschüsse aus dem eigenen Haushalt. Ein herber Rückschlag angesichts des Erfolgs − denn seit 2009 wurden bundesweit 60 000 Wohneinheiten auf diesem Weg altersgerecht saniert, wie Heinrich Rösl, Präsident des Eigenheimerverbands Bayern e.V., sagt.
Und der Bedarf ist weiterhin groß: Nach einer aktuellen Studie des Bundesbauministeriums zum "Wohnen im Alter" wird die Zahl der über 65-Jährigen bis 2030 um knapp sechs Millionen steigen, die der über 80-Jährigen um mehr als zwei Millionen. Doch über 90 Prozent der 65-Jährigen und sogar zwei Drittel der über 90-Jährigen leben nach Schätzungen des Eigenheimerverbands derzeit noch in normalen, nicht altersgerecht ausgestatteten Wohnungen. Oder anders gesagt: Gerade einmal fünf Prozent aller Wohnungen sind wirklich altersgerecht ausgestattet.
Ziel des Programms "Altersgerecht Umbauen" sollte es sein, Eigentümer für die barrierefreie Sanierung und Wohnwertsteigerung zu mobilisieren und sie auch beim Kauf neu umgebauter Wohngebäude finanziell zu unterstützen. Dabei wurden gleichzeitig Erfahrungswerte über die baulichen Besonderheiten gewonnen und effektive, praktische Lösungen erprobt, um bundesweit einheitliche Standards für die Sanierung zu schaffen. Das KfW-Darlehen umfasste 100 Prozent der förderfähigen Kosten.
Einer der Modellstandorte war München: Eigentümer von mehr als 2000 Münchner Ein- und Zweifamilien- sowie Reihenhäusern nahmen am Projekt teil. Wie es nun, da die Mittel aus dem Bundeshaushalt gestrichen werden, mit deren Förderung weitergehen wird, bleibt abzuwarten.
Die KfW hat zwar beschlossen, das Programm im Alleingang als KfW-Eigenprogramm fortzuführen. Doch ist ungewiss, wie lange es sie geben wird – und vor allem, zu welchen Konditionen.
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19.12.2011 - Wirtschaft / Politik
KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ wird 2012 fortgeführt
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