2011-10-13

DasErste.de - Plusminus - Kostenfalle Heim (12.10.2011)

Rückschau: Kostenfalle Heim

Wie die Pflege Kommunen arm macht

Rentner auf Bank (Quelle hr) Bild vergrößern Bildunterschrift: ]
(© hr) Im städtischen Altersheim in Dresden lebt Hildegard Weber seit anderthalb Jahren. Wie ihr geht es derzeit rund einer Millionen Älteren. Dabei wollen neun von zehn Deutschen gar nicht ins Heim: "Eigentlich wollte ich selbstständig wie bisher leben, meine Aufgaben alles weiter machen und mir ein bisschen helfen lassen, sauber machen und Essen auf Rädern - so hatte ich mir das vorgestellt.“ Das ging leider nicht. Für sie gab es keine passende ambulante Betreuung. Da bleibt nur der teure Weg ins Heim. Pflegeheime sind ein riesiger Markt. In vielen Kommunen gibt es sie im Überfluss. Auch Dresden ist ein Eldorado für Heimbetreiber, über 60 Heime gibt es bereits und es wird immer noch gebaut.

Burkhard Werner, Prof. für Pflegemanagement ist Mitbegründer der Bundesinitiative Daheim statt Heim, er kennt den Grund für den anhaltenden Boom bei Pflegeheimen: "Wenn sie sich anschauen, wie die Bundesländer in den letzten Jahrzehnten den Heimneubau gefördert haben, dass zwei Drittel der Heimneubaukosten von den Bundesländern gefördert werden aus Steuermitteln, während für ambulante Wohnformen wie Pflegewohngemeinschaften überhaupt keine Förderung vorgesehen sind." Ein falsches Anreiz-System. Die Folge: Zu viele Heimplätze, zu wenig ambulante Angebote. Die Kommunen sitzen in der Kostenfalle, erzählt Martin Seidel, Sozialbürgermeister Dresden:
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