Mittwoch, 12.10.2011
27 Tote in Behindertenheim: Unterschlagungen aufgedeckt
Kemerowo. Gegen den Direktor eines sibirischen Heimes für geistig behinderte Kinder wird wegen fahrlässiger Tötung und Amtsmissbrauch ermittelt. In dem Heim häuften sich Todesfälle – wie sich nun herausstellte, blieben die Kinder dort ohne geregelte Versorgung.| Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des zentralsibirischen Gebietes Kemerowo starben in dem Kinderheim in der Stadt Myski 2009 neun Insassen, 2010 waren es 15 Todesfälle und im ersten Halbjahr 2011 nochmals drei. Bei den Heimkindern seien von Ärzten starke Unterernährung und Pflegemängel festgestellt worden. In dem Heim war keine verlässliche Versorgung mit Essen und Trinken gewährleistet , die medizinische Versorgung war mangelhaft. So seien den Kindern von ärztlich nicht ausgebildeten Personal auch abgelaufene Medikamente verabreicht worden, heißt es. |
| Nach Angaben der Internetzeitung Wsgljad wurden in den letzten drei Jahren auch 670.000 Rubel (ca. 15.000 Euro) von den persönlichen Konten der Heimkinder zweckentfremdet. |
| Das Geld sei für den Erwerb von Baumaterial, Haushaltsgeräten und Autoersatzteilen verwendet worden. |
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