2011-10-14

Hilpoltstein: Nicht übereinander, sondern miteinander

13.10.2011 17:37 Uhr

Nicht übereinander, sondern miteinander




Hilpoltstein (HK) Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Mitbestimmung. So etwa könnte man die Thematik der Veranstaltung am Mittwoch im Auhof umreißen, bei der die Mitglieder des Bewohnerbeirates ihre Sichtweisen und Erkenntnisse dargestellt haben.




Hilpoltstein: Nicht übereinander, sondern miteinander
Auf großen Plakaten in der Auhofkapelle sind die Arbeitsergebnisse ausgehängt und werden von den Mitgliedern des Behindertenbeirats erläutert und zur Diskussion gestellt. - Foto: Klier
Menschen mit Einschränkungen, die schon lange in einer großen Einrichtung leben, haben sich auf den Weg gemacht, um ihre Wünsche und Rechte auf ganz neue, selbstbewusste Weise zum Ausdruck zu bringen. Der Bewohnerbeirat hatte nämlich an einer dreitägigen Fortbildung zum Thema „Rechte für Menschen mit Behinderungen“ in Pappenheim teilgenommen und präsentierte nun die Arbeitsergebnisse den Wohnbereichsleitern, Fachdiensten und Bereichsleitern. Andreas Ammon, der Leiter des Auhofs, freute sich über die Energie, die er gefühlt habe, als ihm die Teilnehmer des Workshops „UN BRK“ (UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen) berichtet hatten. Er habe richtig gespürt, von welch hoher Bedeutung es für die Betroffenen sei, mehr mitreden zu können. Das Ergebnis könne man folgendermaßen zusammenfassen: „Wir wollen den Mitarbeitern sagen, was uns wichtig ist, was wir wollen und auch was uns stört.“ Man wolle nicht übereinander, sondern miteinander reden.
An der Fortbildung hatten Marianne Leger, Sebastian Brandl, Walter Höft, Bertold Stubenrauch, Herbert Boscher, Markus Felber, Karl Obel, Günther Usbeck und Rainer Gärtner vom Behindertenbeirat teilgenommen, sowie Uwe Pihsowotzki als ehrenamtlicher externer Assistent und Volker Liedel als Assistent für den Bereich Fachdienste.
Sebastian Brandl erläuterte die drei Themen der Fortbildungsveranstaltung: etwas unternehmen können, mitreden können und mit Behinderung umgehen lernen. Auf großen Plakaten waren in der Auhofkapelle die Arbeitsergebnisse ausgehängt und wurden nun von den Mitgliedern des Behindertenbeirats erläutert und zur Diskussion gestellt.
Lob, Anregungen und Kritik der Betroffenen waren in großer Zahl zu lesen. So wurde etwa positiv aufgeführt, dass es Mitbestimmung bei der Freizeitgestaltung gebe, ein neuer Erlebnisbauernhof eingerichtet wurde, dass die „Leitung“ zu den Sitzungen komme und viele Kurse angeboten werden. Andererseits wurde bemängelt, dass manche Räume nicht für Rollstuhlfahrer geeignet sind, ebenso auch manche Geschäfte in der Stadt.
Betroffenheit löste die Feststellung aus, dass es Mitarbeiter gebe, die an der Meinung der Betreuten nicht interessiert und launisch seien. Im Gegenzug wurde aber auch die Hilfsbereitschaft positiv herausgestellt. „Man kann nicht immer guter Laune sein“, stellte ein Mitarbeiter treffend fest, „aber ich sag dann, weshalb. Dann ist es leichter.“
„Menschen, die nicht reden können, haben nichts zu sagen“, stand als Diskussionsthema im Raum.

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