2011-04-28

Der Fall der Renate Lieckfeldt: Wegen Krebs abgelehnt: Die verhinderte Rektorin - Politik | STERN.DE

Wegen Krebs abgelehnt: Die verhinderte Rektorin

Sie ist zur Rektorin einer Hochschule gewählt worden und darf nicht antreten, weil sie Krebs hatte: Der Fall Renate Lieckfeldt entfacht die Debatte darüber, ob eine solche Entscheidung ethisch vertretbar ist. Von Friederike Ott

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Renate Lieckfeldt. Die gewählte Rektorin der HTWK in Leipzig darf ihr Amt nicht antreten© dpa
Sie hatten Transparente aufgehängt, Musiker engagiert und mit Megaphon vor der Universität protestiert. 24 Stunden lang hielten bis zu 50 Studenten das Rektorat der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig besetzt. Am Donnerstagmorgen um sieben Uhr war die Protestaktion beendet. Sie wollten auf das Schicksal ihrer neu gewählten Rektorin Renate Lieckfeldt aufmerksam machen. Sie soll ihren Posten nicht antreten - wegen Krebs. Dabei ist die Erkrankung überstanden. (...)
Im Augenblick sei die Wissenschaftlerin nicht krank, sondern behindert. Die Behinderung bestehe darin, dass der Krebs wieder ausbrechen kann. "Wenn man jemanden wegen seiner Behinderung nicht verbeamtet, ist das eine Diskriminierung und nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verboten", so der Anwalt. Außerdem verpflichte das Sozialgesetzbuch den Staat sogar, schwerbehinderte Menschen als Beamte zu beschäftigen.
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