2011-04-22

Soziales: Mehr Pflege, mehr Geld? - Koalition noch uneinig | News | ZEIT ONLINE

Mehr Pflege, mehr Geld? - Koalition noch uneinig

Berlin (dpa) - Für die Pflege der immer zahlreicheren Demenzkranken müssen die Beitragszahler voraussichtlich bald tiefer in die Tasche greifen. Der CDU-Pflegeexperte Willi Zylajew pochte angesichts gegensätzlicher Äußerungen in den Reihen der Koalition auf eine solide Finanzierung weiterer Leistungen.
Der Deutsche Pflegerat forderte Union und FDP auf, ihre Differenzen über die geplante Pflegereform rasch beizulegen. Nach Verhandlungen in der Koalition in den kommenden Wochen will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bis Sommer Eckpunkte vorlegen.
Zylajew geht von schwierigen Gesprächen beim Thema Finanzierung aus. «Eine Beitragssatzerhöhung bedeutet nun mal, dass man aus der eigenen Tasche mehr zahlen muss (...), auch wenn es nur wenige Euro sind», sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Doch die 2,3 Millionen Pflegebedürftigen und deren Angehörige erwarteten ausgeweitete Leistungen. «Diese gilt es nun mal zu finanzieren, wenn möglich langfristig.»
Der Pflegerat dringt auf frisches Geld für die Pflege. Bei den zurückliegenden Spitzentreffen mit Rösler seien sich alle Vertreter der Pflegebranche einig gewesen, «dass die gravierenden Probleme ohne zusätzliche Finanzmittel nicht in den Griff zu kriegen sind», sagte Präsident Andreas Westerfellhaus der dpa. «Wir haben keine Zeit mehr, lange darüber zu diskutieren, wo das Geld herkommen soll.»

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Grundrechte-Report 2002, S. 71-78
Menschenunwürdige Bedingungen in Pflegeheimen
Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte kam am 31. August 2001 für die Bundesrepublik zu einem erschreckenden Befund: «Das Komitee gibt seiner großen Sorge Ausdruck über die menschenunwürdigen Bedingungen in Pflegeheimen infolge von strukturellen Mängeln im Pflegebereich. » Das UN-Gremium forderte die Bundesrepublik dringend zu Maßnahmen auf, die Situation in den Pflegeheimen zu verbessern. 
grundrechte-report.de/2002 

24. The Committee expresses its grave concern about inhumane conditions in nursing homes owing to structural deficiencies in nursing, as confirmed by the Medical Service of the national associations of health insurances (MDS). 
unhchr.ch 

03.12.2010
Rösler muss im Gesundheitssystem Prioritäten für Pflege setzen / Mit mehr Geld sind die Herausforderungen nicht zu lösen

Berlin. Vor einer „Angstdebatte" um die Pflegeversicherung warnt der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch. „Diese lenkt vom eigentlichen Systemfehler in der Pflege ab. Bundesgesundheitsminister Rösler ist aufgefordert, Prioritäten im Gesundheitssystem für die Pflege zu setzen und nicht allein eine Finanzierungsdiskussion zu führen", so Brysch.

„Mehr Geld löst die Probleme nicht. Wir brauchen einen Systemwechsel", sagt Brysch.
 hospize.de 

bpa

"Pflege - so wertbeständig wie Gold"

"Anders als andere Branchen scheint die Pflege wertbeständig zu sein - ähnlich wie Gold." Mit dieser Einschätzung formulierte Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesseniorenministerium, eine Kernbotschaft der heute in Berlin eröffneten Bundesmitgliederversammlung und Fachtagung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa).
Dr. Kues stützte seine Aussage auf eine durch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erarbeitete Studie über das Markt- und Beschäftigungspotenzial der Pflege, die zum Auftakt der morgigen bpa-Fachtagung vorgestellt wird. Aus der Studie geht hervor: Wo Unternehmen anderer Branchen, wie etwa der Automobilindustrie, angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise in die roten Zahlen geraten und massenhaft Arbeitsplätze abbauen müssen, werden hunderttausende neue Pflegejobs eine rasant steigende Nachfrage befriedigen. Dr. Kues: "Das Marktvolumen der Pflege wird auf derzeit rund 29 Milliarden Euro geschätzt." Die Prognose des IW: Diese Zahl wird sich bis zum Jahr 2050 mehr als verdreifachen.
kma-online.de

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