2011-10-14

Inklusion: Mittendrin statt nur dabei – aber wie? - Lünen - DerWesten

Inklusion Mittendrin statt nur dabei – aber wie?

Lünen, 14.10.2011, Maike Braun
Auftaktveranstaltung zur Inklusion im Hansesaal.
Auftaktveranstaltung zur Inklusion im Hansesaal.
Lünen. Der junge Rollstuhlfahrer ist euphorisch: „Jetzt können wir gemeinsamen durchstarten, das ist fantastisch!“, ruft Christian ins Mikro. Das findet die Mutter einer „schwer geistig behinderten Tochter“, wie sie sagt, nicht. Ihr Kind sei „ein Versuchskaninchen der Inklusion“, die Regelschule sei darauf nicht vorbereitet.
Die Auftaktveranstaltung im Hansesaal zur Inklusion war, wie Moderatorin Kerstin Hermes es angekündigt hatte: Emotional, mit Ängsten und vielen offenen Fragen. Nächstes Jahr sollen erste Projekte in Lünen starten – vielleicht in Form einer Musterschule. Wie und wo, ist noch offen. Fest steht nur: Lünen – und vor allem den Schulen – steht ein radikaler Umbruch bevor.

Teilhabe für 11 000
Menschen in Lünen

Es ist ein Begriff, der alles auf den Kopf stellen wird. Inklusion – vereinfacht gesagt bedeutet das, dass künftig Menschen „nicht mehr anders gemacht werden, damit sie passen“, sagt Professor Dr. Markus Dederich (TU Dortmund), sondern umgekehrt: Schulen, Vereine oder Kultureinrichtungen müssen sich grundlegend verändern. Und zwar so, dass Menschen mit Behinderungen uneingeschränkten Zugang haben. In Lünen sind das rund 11 000 Menschen, die – ob blind oder taub, geistig behindert oder körperlich – das Recht auf barrierefreie Teilhabe an Schulen, Kneipen, Stadien, auf der Straße oder im Theater haben, wie Roland Borosch, Experte vom NRW-Integrationsministerium erklärt.
„Lünen will eine inklusive Gemeinde werden“, betont Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick bei der Begrüßung. Lünen muss auch, so wie alle Städte. Deutschland erkennt die UN-Konvention über die Rechte mit Behinderungen voll an, sie hat Gesetzeskraft. Die Inklusion kommt. Aber wie genau das gehen soll, weiß noch niemand genau.

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