2011-10-09

Mannheim, Stadtteil Neckarau: Wundt-Schule setzt UN-Konvention um

Neckarau: Bei Einschulung auch acht behinderte Kinder am Start / Eigens eingerichteter Unterrichtsraum erlaubt individuelle Förderung

Wundt-Schule setzt UN-Konvention um

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Cerny
Zunächst waren sie skeptisch, dann neugierig und nun sind sie begeistert: Die Eltern der Kinder in der Wilhelm-Wundt-Grundschule akzeptieren nicht nur die Idee, dass in der Klasse, in der ihre Kinder gehen, auch behinderte Schüler sind, sie unterstützen die Neuerung. Das jedenfalls ist die Erfahrung von Rektor Peter Deffaa mit der schulischen Inklusion.
Für die anfänglichen Bedenken hatte der Rektor Verständnis. Die Eltern befürchteten, dass sich das Unterrichtsniveau in der Klasse den schwächeren Schülern anpasst und damit sinkt. Doch das konnten Deffaa und seine Kolleginnen ausräumen. Das Gegenteil sei der Fall, erläutert der Rektor, die Kinder - sowohl die behinderten wie auch die nicht behinderten - würden verstärkt individuell gefördert. Um das zu gewährleisten, erhielt die Klasse einen deutlich größeren Raum und vor allem eine zweite Lehrerin.
"Eigentlich war die Integration von behinderten Kindern in Regelschule längst überfällig", stellt Rektor Deffaa fest. Denn auch Deutschland habe die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen unterschrieben. Darin heißt es unter anderem: "Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen ..."
Mannheim, Stadtteil Neckarau: Wundt-Schule setzt UN-Konvention um

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