Von Bescheid zu Bescheid
Familie Hillinger aus Gröbming hat einen neunjährigen geistig behinderten Sohn, der viel Zeit, Aufmerksamkeit und Betreuung braucht. Vater Erich hat die Rolle des Hausmannes übernommen und schildert eindrucksvoll seinen Tagesablauf zwischen den notwendigen Tätigkeiten im Haushalt und der Versorgung von Moritz. Pro Jahr erhält die Familie 384 Stunden Familienentlastung. "Eine enorme Erleichterung. Das ist die Zeit, in der unsere elfjährige Tochter im Mittelpunkt steht, wir gemeinsam etwas unternehmen können oder einfach einmal nur selber etwas für sich zu tun, um wieder aufzutanken." Per Bescheid hätten die Stunden bereits vor dem Sparpaket auf 237 reduziert werden sollen, nach langem zähen Ringen und vielen Behördenwegen wurde doch wieder die ursprüngliche Anzahl zugestanden. Diese Einschätzung teilen Betreuer und Betroffene: Den Leistungsberechtigten wird der Zugang schon jetzt nicht leicht gemacht, Anträge für Leistungen würden oft erst nach einem halben Jahr beschieden - ein Problem auch für die Organisationen, die bis dahin nicht wissen, ob ihre bereits geleistete Tätigkeit überhaupt anerkannt wird oder sie selbst auf den Kosten sitzen bleiben. Und: Trotz Rechtsanspruch bleibt immer das Gefühl, trotzdem ein Bittsteller zu sein. Etwas, das Elisabeth Eckert so gar nicht leiden kann: "Ich mag nicht immer bitte, bitte sagen, nicht bei Bekannten, ob sie mir was helfen und auch nicht bei Behörden." Sie hat das Gefühl, für das hausgemachte Defizit des Landes büßen zu müssen: "Mir wurden kognitive Defizite bescheinigt - aber ich habe keine Schulden. Die machen die angeblich so gescheiten Politiker.""Mag nicht ständig bitte, bitte sagen" > Kleine Zeitung
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