Protest in Wiesbaden: Regierungsentwurf zur Inklusion missachtet UN-Konvention
08.04.2011 09:00 Uhr - WIESBADENVon Marianne Kreikenbom
Am Donnerstag fand im Landtag die Anhörung zum Regierungsentwurf des hessischen Schulgesetzes statt. Nicht einverstanden mit den Vorschlägen zum Thema Inklusion behinderter Kinder und Jugendlicher an hessischen Schulen sind die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hessen „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ sowie zahlreiche Elterninitiativen, zu denen auch die neu gegründete Initiative „Gemeinsam lernen in Wiesbaden“ zählt. Als Interessenvertreter behinderter Kinder und Jugendlicher hatten sie zu einer Protestaktion aufgerufen. Über hundert Mitstreiter für das Recht behinderter Kinder und Jugendlicher auf den Besuch der Regelschule versammelten sich am Donnerstagvormittag in Landtagsnähe auf dem Dernschen Gelände.
Konkret geht es um die 2009 von der Bundesregierung ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention und die Verwirklichung der inzwischen viel und kontrovers diskutierten Inklusion. Gemeint ist mit dem Begriff Inklusion – grob gesagt – die gesellschaftliche Einbeziehung behinderter Menschen von Geburt an. Ein inklusives Schulsystem beispielsweise muss niemanden eingliedern, weil es zuvor niemanden ausgegliedert hat.
„Bislang besuchen aber nur etwa zehn Prozent aller behinderten Kinder in Hessen eine Regelschule, alle anderen finden sich meist unfreiwillig und sortiert nach Art ihrer Behinderung in Sonderschulen wieder“, sagt Dorothea Friedrich. Sie ist Sprecherin der in Frankfurt beheimateten LAG sowie deren Vertreterin in Wiesbaden und zudem Vorstandsmitglied der Lebenshilfe.
Wiesbadener Tagblatt - Protest in Wiesbaden: Regierungsentwurf zur Inklusion missachtet UN-Konvention
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