Wenn wir ehrlich sind, ist es für 90 Prozent der Bevölkerung selbstverständlich, wofür behinderte Menschen tagtäglich kämpfen müssen: Besuch des Kindergartens und der Schule, mit Bus und Bahn zu fahren, einer Arbeit nach zu gehen und eine Familie zu gründen. Aber ein selbstbestimmtes Leben ist für die europäische Behindertenbewegung das politische Programm. Die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen gibt hier die Zielsetzung vor: Gleichberechtigte Teilhabe in Kindergarten, Schule und Beruf. Persönliche Assistenz zur Umsetzung eines selbstbestimmten Lebens. Und beispielsweise das Recht auf Leben – auch schon vor der Geburt! Das sind Rahmenbedingungen, die Menschen mit Behinderung zurecht einfordern und deren Umsetzung nur in Zusammenarbeit mit Betroffenen auf gleicher Augenhöhe gelingen kann! Das Bild vom bemitleidenswerten behinderten Menschen, dem man vor allem helfen muss, seinem „untragbaren“ Leben ein Ende zu setzen, ist komplett zu revidieren. Erlösung sieht anders aus. Nicht der Mensch ist behindert, er wird behindert.
Was ist Glück? Franz-Joseph Huainigg im kobinet-Gespräch -- kobinet
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