2011-08-29

CSU contra Schavan Test für Down-Syndrom entzweit die Union - Politik - Tagesspiegel

CSU contra Schavan

Test für Down-Syndrom entzweit die Union
Berlin - Wegen der Förderung eines neuen Schwangerschaftsfrühtests auf das Down-Syndrom hat Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) nun auch Ärger mit der Schwesterpartei. Mit den Tests würden „Eltern unter Druck gesetzt, Behinderte diskriminiert und Abtreibungszahlen in die Höhe getrieben“, sagte der CSU-Politiker und Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Johannes Singhammer, dem Tagesspiegel.
Die öffentliche Förderung verbiete sich „auch aus Gründen, die in der deutschen Vergangenheit liegen“, betonte Singhammer unter Anspielung auf die Euthanasieprogramme der Nationalsozialisten. Außerdem sei es „geltendes Recht und von allen im Abtreibungsrecht vereinbart, dass eine Selektion menschlichen Lebens wegen Behinderung niemals stattfinden darf“.
Zuvor hatte bereits der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), seine Parteifreundin heftig kritisiert. Bei dem mit 230 000 Euro geförderten Testverfahren der Konstanzer GATC Biotech AG handle es sich um „Rasterfahndung, mit dem einzigen Ziel, Menschen mit Behinderung auszusortieren und zu töten“, sagte Hüppe dem Tagesspiegel.

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