Neue Wege zur Inklusion
Mittagsset (v. l.): Julie Mörschbecher, Benjamin Weinert und Janina Oehme sortieren Bestecke für Hamburger Krankenhäuser. Doch nicht für jeden ist die Werkstattarbeit der Traumberuf. Foto: Olbertz
VHS Oldesloe lädt ein zu einer Informationsveranstaltung, an die sich eine etwa einjährige Fortbildung anschließt
Inklusion - das ist für viele noch immer ein Fremdwort. Die Volkshochschule in Bad Oldesloe will das jetzt ändern. Was ist Inklusion? So lautet zunächst die Frage. "Inklusion beschreibt die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Normal ist vielmehr die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden. Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen, vielmehr ist es die Gesellschaft, die Strukturen schafft, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können", lautet eine Erläuterung. Doch von dieser Theorie, wie sie in der UN-Menschenrechtskonvention festgeschrieben ist, die ja auch in Deutschland gilt, ist Stormarn noch weit entfernt. "Es soll sich was bewegen in Stormarn - Stormarn bewegt", gibt VHS-Leiterin Karin Linnemann als Motto aus. Deshalb plant sie eine Infoveranstaltung unter dem Titel "Neue Wege zur Inklusion", an die sich eine etwa einjährige Fortbildung anschließen soll.
Dr. Stefan Doose von der Fachhochschule Lensahn steht als Projektentwickler hinter der Idee. "Wohnen, Freizeit, arbeiten inmitten der Gesellschaft - wie kriegen wir die Akteure dazu nachzudenken?", formuliert er als Ansatz. In der Regel gebe es für Behinderte nur Standardlösungen. "Ich habe in der Einrichtung XY einen Platz frei, das wäre genau das richtige für dich ...", bekämen viele Betroffene immer wieder zu hören. Für Doose ist das ein falscher Ansatz: "Wir müssen weg kommen von dieser Einrichtungszentrierung hin zur Personzentrierung." Der Behinderte mit seinen Wünschen und Problemen müsse im Mittelpunkt stehen, so Doose.
Neue Wege zur Inklusion
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