Fulda: Kommune findet keinen Heimbetreiber
Von der Idee, dass jeder Sprengel ein eigenes Heim braucht, haben sich noch längst nicht alle Bürgermeister verabschiedet. Einen Investor sprich Bauherrn zu finden, ist dabei meist kein Problem. Potentielle Betreiber werden dagegen immer vorsichtiger. Ein Beispiel aus Hessen.
Fulda, August 2011. So entstehen Altenheime fast überall: Ein Investor kauft oder pachtet das Grundstück und baut darauf das Heim. Das vermietet er an einen Betreiber, der das Haus führt, Verträge mit den Bewohnern abschließt und für den wirtschaftlichen Erfolg des Projekts verantwortlich ist.
Hier liegt die Problemzone: Für Kommunen und Investoren wird es immer schwieriger, geeignete Betreiber zu finden. In Frage kommen private Pflegeunternehmen oder freigemeinnützige wie die AWO oder die Diakonie. Doch die werden vorsichtiger, wissend, das ein schlecht ausgelastetes Heim schnell von der Geldquelle zum Geldvernichter werden kann. Auch im Fuldaer Stadtteil Galerie scheint sich die Begeisterung bei potentiellen Betreibern in Grenzen zu halten. Entstehen soll hier ein Heim mit 70 bis 90 Plätzen. Der Bebauungsplan ist fertig, der Investor steht Gewehr bei Fuß, allein der Betreiber fehlt bisher. Wie die Fuldaer Zeitung berichtet, rechnet Bürgermeister Gerhard Möller damit, dass sich “in überschaubarer Zeit, vermutlich bis Jahresende” ein Betreiber findet. Möller nennt eine Heim laut Zeitungsbereicht “ein Stück soziale Infrastruktur, die ebenso wie ein Kindergarten, ein Supermarkt oder ein Stadtteilpark zu einem sich neu entwickelnen Stadtteil wie der Fulda-Galerie” gehöre.
Nach Ansicht von Christoph Lixenfeld von der Bundesinitiative Daheim statt Heim zeugt diese Auffassung zum einen von einer völlig unzeitgemäßen Auffassung von Sozialpolitik: “Sogar Betreiber von Heimen sagen, dass sie dort nicht leben möchten. Bürgermeister sollten deshalb keine Heime eröffnen, sondern über Alternativen dazu nachdenken, über Lösungen, die sich die Menschen wirklich wünschen.”
Daheim statt Heim e. V. - Thema Detailseite
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