BEHINDERUNG: Den stumpfsinnigen „Downie“ gibt es nicht
Kinder mit Down-Syndrom müssen gefördert statt ausgegrenzt werden
Am 21. März ist der Welt-Down-Syndrom-
Tag. Was die Zossenerin Ariane Ullrich mit diesem Tag zu tun hat, erfuhr Heidi Borchert im folgenden Gespräch.
MAZ: Warum ist es für Sie wichtig, auf diesen Tag aufmerksam zu machen?
Ariane Ullrich: Seit unsere Tochter mit Down-Syndrom, kurz DS, geboren ist, sind wir zum ersten Mal direkt mit dem Thema Behinderung konfrontiert und merken, wie wenig man über behinderte Menschen weiß, wie man sie sieht und wie diskriminierend sie immer noch behandelt werden. Der Tag soll auffordern, sich damit auseinanderzusetzen und Toleranz zu leben, statt nur zu reden. (...)
Ullrich: Das Schlimmste, was einem Kind mit DS passieren kann, ist, dass es nicht gefördert, aber ausgegrenzt wird. Die Ausgrenzung erfolgt durch so genannte „Schutzzonen“, die unsere Kinder von ihrem sozialen Lebensumfeld trennen. Und fördern kann man nur, wenn man weiß, wie und was möglich ist. Durch schnelle Wissensvermittlung im Internet ist das heutzutage kein Problem mehr. Je mehr Eltern dafür kämpfen, dass auch diese Kinder eine Chance erhalten statt weggesperrt zu werden, desto eher wird die Gesellschaft die großen, vor allem sozialen Vorteile verstehen und genießen können, die sie mitbringen. Eine Selbsthilfegruppe dient der Stärkung der Interessen unserer Kinder und der Hilfe untereinander. Deshalb möchte ich jetzt eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen.
Eine im März 2009 von der Bundesrepublik ratifizierte UN-Konvention schreibt fest: Behinderte Kinder haben ab sofort das Recht, gemeinsam mit nicht behinderten Kindern eine „normale“ Kita und Regelschulen zu besuchen. Dieser Anspruch für das einzelne Kind gilt unabhängig von anders lautenden Schulgesetzen. Eine Zuweisung zur Sonderschule gegen ihren erklärten Willen müssen Kinder und ihre Eltern auch schon jetzt nicht mehr dulden. Wie sieht das im Landkreis Teltow-Fläming beziehungsweise speziell in ihren Heimatort Zossen aus?
Den stumpfsinnigen „Downie“ gibt es nicht - Kinder mit Down-Syndrom müssen gefördert statt ausgegrenzt werden - Märkische Allgemeine - Nachrichten für das Land Brandenburg
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