2011-03-24

Goch: "Behinderte werden behindert" | RP ONLINE

Goch

"Behinderte werden behindert"

VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 24.03.2011
Goch (RP) Noch mehr Förderung, noch mehr Individualität als bisher: Das Team des Hauses Freudenberg verzahnt nun die Arbeitswelt mit dem privaten Bereich. Und wird zum Modellfall. Die Humboldt-Uni Berlin ist mit im Boot.
Verwahren und manchmal sogar verstecken. Motto: Gebt Behinderten was in die Hand, lasst sie Bonbons und Schrauben sortieren, was Schönes basteln und verkauft es dann über den Mitleidsbonus. Es ist noch nicht lange her, wenige Jahrzehnte, da wurden Behinderte (um einen Leitspruch des Ganzen abzuwandeln) schlicht und einfach selbst behindert, von ihrem Umfeld. Keine Möglichkeiten, sich zu entfalten, wenig Förderung, schon gar kein positives Fordern. Und dann? Kam Haus Freudenberg.
Genau zugeschnitten
Anfänglich in Kleve, nun mit Zweigbetrieben im ganzen Kreis bieten die Bediensteten erstens den behinderten Beschäftigten genau auf ihre Fähigkeiten zugeschnittene Arbeitsplätze. Und auf der anderen Seite ist Haus Freudenberg ein Wirtschaftsbetrieb. Erfolgreich "am Markt", beispielsweise mit hochwertigen Möbeln und vielen anderen Produkten und Dienstleistungen. Das gibt Umsatz, das gibt Einnahmen. So kommen immer mehr Objekt-Einrichter aus den Niederlanden, und Möbel vom Haus Freudenberg in Goch stehen alsbald auch in Gebäuden der Berliner Humboldt-Universität.
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