2011-03-16

ForseA - 2004 Marsch aus den Institutionen - Ihsan Özdil, Coburg

Seit meinem Badeunfall 1979 setze ich mich mit der Situation von behinderten und älteren Menschen auseinander. Schon im Krankenhaus, während der Rehabilitationsphase, veranstalteten wir wöchentliche Treffen von und mit behinderten Menschen, um Erfahrungen auszutauschen. Wir hatten schon damals mitbekommen, dass wir, wenn wir uns den vermeintlich gut gemeinten Institutionen ausliefern, auf dem direkten Weg von der Klinik in die Heime verlegt würden, so wie es Einigen von uns erging.

Von der Beratungspflicht der Sozialämter haben wir damals vorerst nichts gewusst. Wie auch! Denn wir mussten zuallererst lernen, mit den Hilfsmitteln umzugehen. Den größten Teil unserer Zeit waren wir damit Beschäftigt, zu üben uns im Rollstuhl fortzubewegen. Wie sollten wir gleichzeitig noch das Bundessozialhilfegesetz (BSHG) studieren? Deshalb wäre eine breite Information über die Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens in gewohnter Umgebung seitens der Ämter sehr hilfreich gewesen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich heute, worauf es für viele Menschen mit Behinderung ankommt: Nämlich ihnen zu zeigen, dass sie gesetzliche Ansprüche haben und sie dabei zu unterstützen, diese auch in Anspruch nehmen zu können. Alten- und Pflegeheime dürfen für alle Menschen nicht die Endlösung sein. (...)
Als erster Vorsitzender des Vereins Behindertenselbsthilfe e.V. Coburg und über das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen – ForseA - versuche ich all die zu erreichen, die aus der Isolation heraus wollen.
ForseA - 2004 Marsch aus den Institutionen - Ihsan Özdil, Coburg

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...