Was ist Diskriminierung?
Die soziologische Definition besagt, dass Diskriminierung dann vorliegt, wenn Menschen, die einer Minderheit angehören, im Vergleich zu Mitgliedern der Mehrheit weniger Lebenschancen, das heißt weniger Zugang zu Ressourcen und weniger Chancen zur Teilhabe an der Gesellschaft haben. Das trifft in vielfältiger Weise auf behinderte Menschen zu, und die Barrieren, die ihnen den gleichberechtigten Zugang zur Gesellschaft verstellen, sind unschwer zu erkennen. Weniger offensichtlich ist die Verweigerung von symbolischer Macht, die bei behinderten Menschen ganz besonders greift. Symbolische Macht bezieht sich auf das Prestige, das den verschiedenen Mitgliedern der Gesellschaft zugeschrieben wird: Wer hat das Sagen, wer wird gehört, wer wichtig genommen oder sogar bewundert.Symbolische Diskriminierung verweigert gesellschaftliches Ansehen: Die Anderen werden unwichtig gemacht, man hat kein Interesse an ihnen und weiß nichts von ihnen. Entsprechende Themen finden keine Beachtung, weder in der Öffentlichkeit noch in Form individuellen Interesses. So haben z.B. Studierende einer Projektgruppe an der Alice Salomon-Fachhochschule (ASFH) in Berlin im Wintersemester 2005/2006 eine Befragung zum Thema Behinderung an der Hochschule durchgeführt. Dabei haben die meisten behinderten Studierenden die Fragebögen zurückgeschickt und ausführlich beantwortet, während von mehreren hundert Fragebögen, die an die nicht-behinderten Studierenden verteilt wurden, gerade mal ein Dutzend zurück kamen. Das Thema geht sie scheinbar nichts an.
Was bedeutet nun Diskriminierung aus Sicht der Betroffenen?...
Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft
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