Auslandssemester mit Behinderung Mit dem Rolli nach Barcelona
von Susanne Dohrn - 19.08.2011
„Mir war von Anfang an klar, dass ich ins Ausland gehen werden, wenn ich Spanisch studiere“, sagt Helle Deertz. Denn wenn man eine Fremdsprache so intensiv erlernt, müsse man sie auch im Land erleben. Außerdem wollte sie die Kultur des Landes besser kennenlernen. Also bewarb sich die 29-Jährige um ein Stipendium und ging von September 2006 bis August 2007 als Erasmus-Stipendiatin nach Barcelona. Mit dem Erasmus-Programm fördert die EU seit mehr als 20 Jahren Auslandsaufenthalte von Studierenden und Hochschuldozenten. Mehr als zwei Millionen Studenten haben an diesem Programm schon teilgenommen. Für Helle Deertz allerdings war der Aufenthalt eine besondere Herausforderung: Sie ist Rollstuhlfahrerin und 24 Stunden am Tag auf Hilfe angewiesen. Nach Barcelona zog sie nicht nur, weil sie dort auch noch Katalanisch lernen konnte – neben Spanisch die zweite Amtssprache in Katalonien –, sondern vor allem, weil die Stadt rollstuhlgerecht ist – mit abgesenkten Bürgersteigen, Fahrstühlen, barrierefreien Museen und Bussen. Am schwierigsten sei es gewesen, eine barrierefreie Wohnung zu finden, denn die gebe es in Barcelona kaum. „Ich habe bestimmt ein Jahr gebraucht, bis ich das alles organisiert hatte und es gab viele, viele Momente, in denen ich aufgeben wollte“, erinnert sich Deertz.
Mit dem Rolli nach Barcelona | vorwärts.de
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