Ruhig gestellt und angepasst
Bei fast 500.000 Kindern ist heute der Befund ADS oder ADHS attestiert worden. Viele von ihnen werden mit dem Medikament Ritalin behandelt, mit oft schweren Nebenwirkungen. Der Film vom 24. März ist jetzt in voller Länge in der SR-Mediathek zu sehen.Früher hießen sie "Zappelphilipp". Heute hat die Pharmaindustrie dafür eine richtige Krankheit ge-/erfunden: ADS oder ADHS nennt sich der Befund, der mittlerweile bei mehr als einer halben Million Kindern attestiert wurde. Gemeint ist dabei ein "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom", das wahlweise ohne oder mit Hyperaktivität auftreten kann.
Ruhig gestellt und angepasst
Bei fast 500.000 Kindern ist heute der Befund ADS oder ADHS attestiert worden. Viele von ihnen werden mit dem Medikament Ritalin behandelt, mit oft schweren Nebenwirkungen. Sehen Sie hier noch einmal das Feature von Ute Kunsmann in voller Länge.Autor: (c) SR
Länge: 00:45:00
Sendedatum: 24.03.2011
Sendereihe:
Zur Sendung: http://www.sr-online.de/fernsehen/1152/1198320.html
Ruhig gestellt und angepasst
Die Frau, die der Schweiz den Ritalin-Boom beschert hat
Von Felix Straumann. Aktualisiert am 15.04.2011 26 Kommentare
90.000.000 Euro jährlich
3 Prozent aller deutschen Kinder auf Ritalin & Co
Rein statistisch gesehen sitzt in fast jeder deutschen Schulklasse ein Kind, das morgens zum Frühstück "eine Ritalin" (= Medikament mit Wirkstoff Methylphenidat) einwirft. Die Pharmaindustrie setzte damit im Jahr 2009 rund 90 Millionen Euro um. Den Krankenkassen schmeckt das gar nicht und sie verweisen säuerlich auf Langzeitfolgen und alternative Therapieformen.
Nachdem die Barmer GEK in einer Pressemitteilung berichtet hatte, dass eine “Trendwende bei der ADHS-Behandlung” zu beobachten sei, war in sämtlichen Medien zu lesen, dass 2009 weniger Medikamente wie Ritalin usw. für ADS/ADHS-Kinder verschrieben wurden, von “Entwarnung” war die Rede. Man konnte also aufatmen - das Ende des Pharma-Wahnsinns schien gekommen.Nun legt die TK (Techniker Krankenkasse) mit ganz anderen Zahlen nach. Der wesentliche Unterschied zur Barmer-Studie: Es wird die Veränderung zwischen 2006 und 2009 betrachtet, bei der Barmer werden dagegen jährliche Veränderungen berücksichtigt (von 2005 auf 2006: plus 43.4%, von 2008 auf 2009: minus 1.2%). Die TK dagegen weist u.a. auf den Anstieg der pro Person verschriebenen Menge hin. Schon der Titel der TK-Pressemitteilung ist ziemlich unmissverständlich: “(Zu) viele Pillen für den Zappelphilipp?! Über 1,7 Tonnen Tabletten für AD(H)S-Kinder”. Dort ist zu lesen:
lehrerfreund.de
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