Artikel vom 08.08.2011 - 23.30 Uhr
Schulamt will Inklusion »behutsam« angehen
Gießen (srs). Eine UN-Menschenrechtskonvention, seit 1. Januar 2009 rechtskräftig, stellt das hiesige Schulwesen vor Herausforderungen. Es verlangt, behinderte Kinder in Zukunft möglichst an allgemeinen Schulen zu unterrichten. Auch das Staatliche Schulamt in Gießen widmet sich derzeit verstärkt dem Thema der Inklusion.
»Behutsam« wolle man sich der Aufgabe nähern, betonte Amtsleiter Heinz Kipp am Montag in einem Pressegespräch. Denn es gelte, vielen Fragen und Unsicherheiten zu begegnen, unter anderem auch auf Seiten von Kindern, Eltern sowie Lehrern an Förderschulen. In diesem Schuljahr wolle man erste Schritte zur Inklusion diskutieren, erklärte Kipp. Sein Amt werde hierzu nun zunächst mit den Grundschulen im Landkreis Gießen sowie im Vogelsbergkreis ins Gespräch treten. »Der Paradigmenwechsel liegt darin, dass der Anspruch auf Teilhabe das Prinzip der Fürsorge ablöst«, fügte Volker Karger hinzu, Stellendezernent im Staatlichen Schulamt.
Nach einem Anfang Juni im Landtag verabschiedeten neuen Schulgesetz soll in Hessen jedes Kind mit Behinderung künftig die Regelschule besuchen dürfen. Gekoppelt ist dieser Anspruch allerdings daran, ob Räume, Ausstattung und Lehrkräfte ausreichend zur Verfügung stehen.
Schulamt will Inklusion »behutsam« angehen - Stadt - Gießener Allgemeine Zeitung
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