FAKT | Das Erste | 15.08.2011 | 21:45 Uhr Beatmungspatienten: Wenn Pflege zum Risiko wird
In Deutschland gibt es Tausende Menschen, die nicht mehr selbständig atmen können und deshalb auf Maschinen angewiesen sind. Auf der Intensivstation können die Betroffenen nur so lange bleiben, bis die akute Notfallbehandlung abgeschlossen ist. Spezielle Pflegeheime für sie gibt es kaum. Private Pflegedienste haben die Lücke erkannt und bringen die sogenannten Beatmungspatienten in Wohngemeinschaften unter. Weil dabei keine verbindlichen Standards für das Pflegepersonal gelten, kommt es immer wieder zu gravierenden Pflegemängeln.
Beatmungspatienten bedürfen besonderer Pflege. In speziell eingerichteten Wohngemeinschaften bekommen sie die aber nicht immer.
Pflegekraft benennt Mängel
So berichtet die ehemalige Pflegeleiterin einer Beatmungs-WG bei FAKT von unhaltbaren Zuständen. Nachts habe ein Pfleger allein sechs Patienten betreuen müssen, die über zwei Stockwerke verteilt gewesen seien. Wenn sie oder ihre Kollegen im Erdgeschoss gewesen seien, hätten sie nicht gehört, was im ersten Stock passiere. Die Frau, die inzwischen gekündigt hat, erklärt, sie habe ihren Arbeitgeber darauf aufmerksam gemacht. Von ihm sei aber nur die lapidare Antwort gekommen, dass immer mal einer sterbe.
Experte fordert verbindliche Standards
Auch Peter Demel vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK) hat seine Erfahrung mit Wohngemeinschaften für Beatmungspatienten gemacht. Er hat viele von ihnen überprüft. Ergebnis: Rund ein Viertel hatte deutliche Mängel.Beatmungspatienten: Wenn Pflege zum Risiko wird | DasErste.de
Liebe Leser und Leserinnen,
AntwortenLöschenfatale Zustände in speziell eingerichteten Wohngemeinschaften sind nicht zu tolerieren. Dennoch scheint es mir, als ob in diesem Bericht nur die Missstände solcher Wohngruppen dargestellt werden. Wir bilden unser Personal für viel Geld in der Außerklinischen Beatmung aus und arbeiten ausschließlich nur mit drei jährig examiniertem Personal. Momentan sind wir nur in der 1:1 Versorgung tätig, jedoch auch sehr an Wohngruppen als Alternative interessiert. Aufgrund des aktuellen Fachkräftemangels in der Pflege bieten solche Wohngruppen die Möglichkeit in einer 2:6 Betreuung Patienten fachgerecht zu versorgen. Das wir eine Versorgung selbstverständlich nicht kostenlos anbieten können ist doch eigentlich klar. Selbstverständlich haben auch Intensivpflegedienste ein Wirtschaftliches Interesse. Auch wenn sich die Kosten zunächst einmal sehr hoch anhören, müssen die Ausgaben mit berücksichtigt werden (Personalkosten, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, Kfz-Kosten, Miete, EDV etc.). Werden diese Kosten entgegen gerechnet wird jeder verstehen weshalb ein so hoher Stundensatz nötig ist um eine qualitativ hohe Versorgung gewährleisten zu können.
Neben den schwarzen Schafen solcher Pflegedienste gibt es auch sehr viele die eine qualitativ hochwertige Arbeit leisten! Neben solchen Negativbeispielen sollten auch Positivbeispiele mit berücksichtigt werden.
Der Fachkräftemangel in der Pflegebranche wird langsam echt zum Problem. Zu Anonym: ich stimme zu. Die Kosten werden meist vollkmmen falsch interpretiert oder eingeschätzt. Auf der anderen Seite werden dann Dinge wie Blasenkatheter einer Wirtschaftlichkeitsanalyse unterzogen, unfassbar..
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