2011-08-16

Immer mehr leben ambulant statt stationär -- kobinet

17.08.2011 - 07:00

Immer mehr leben ambulant statt stationär.

Düsseldorf (kobinet) In Nordrhein-Westfalen leben immer mehr Menschen mit Behinderung ambulant betreut in der eigenen Wohnung statt stationär in einem Behindertenwohnheim. Ihre Zahl hat sich von 2004 bis 2009 mehr als verdoppelt (von 15.200 auf 36.500), berichtet das nordrhein-westfälische Sozialministerium.

Mit einem Anteil von 47 Prozent liegt Nordrhein-Westfalen damit bundesweit im Spitzenfeld. Im Bundesdurchschnitt gibt es nach Informationen des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums rund 39 Prozent ambulant betreut wohnende Menschen mit Behinderung. "Das Leben in den eigenen vier Wänden ist für Menschen mit Behinde­rungen eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein Leben in der Mitte der Gesellschaft. Ich freue mich, dass wir diesen tollen Fortschritt errei­chen konnten", sagte nordrhein-westfalens Sozialminister Guntram Schneider.

Der Landesbehindertenbeauftragte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Norbert Killewald schilderte im Rahmen einer Tagung zum Wohnen das Bei­spiel eines 46jährigen Mannes mit Down-Syndrom. Dieser lebt seit Herbst letzten Jahres zum ersten Mal in seinem Leben in einer eigenen Wohnung. Hier erhält er einige Stunden pro Woche ambulante Unter­stützung, regelt seinen Alltag darüber hinaus alleine und fährt mit öffent­lichen Verkehrsmitteln zu seiner Arbeitsstelle in einer Werkstatt für Men­schen mit Behinderung. Zuvor hatte der Mann vierzig Jahre lang in ver­schiedenen Heimen gelebt. "So gut kann gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung gelingen – wenn die Rahmenbedingungen eben stimmen", betonte Norbert Killewald.

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen – so Minister Schneider – verlange seit 2009 unter anderem, dass Menschen mit Be­hinderungen selbst entscheiden können, wo und mit wem sie leben wollen. Dies sei schon seit vielen Jahren Leitlinie der Landesregierung und werde auch eine wichtige Rolle im Aktionsplan "Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv" spielen, den die Landesregierung noch in die­sem Jahr vorlegen will.

Immer mehr leben ambulant statt stationär -- kobinet

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