17.08.2011 - 07:00
Immer mehr leben ambulant statt stationär
Mit einem Anteil von 47 Prozent liegt Nordrhein-Westfalen damit bundesweit im Spitzenfeld. Im Bundesdurchschnitt gibt es nach Informationen des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums rund 39 Prozent ambulant betreut wohnende Menschen mit Behinderung. "Das Leben in den eigenen vier Wänden ist für Menschen mit Behinderungen eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein Leben in der Mitte der Gesellschaft. Ich freue mich, dass wir diesen tollen Fortschritt erreichen konnten", sagte nordrhein-westfalens Sozialminister Guntram Schneider.
Der Landesbehindertenbeauftragte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Norbert Killewald schilderte im Rahmen einer Tagung zum Wohnen das Beispiel eines 46jährigen Mannes mit Down-Syndrom. Dieser lebt seit Herbst letzten Jahres zum ersten Mal in seinem Leben in einer eigenen Wohnung. Hier erhält er einige Stunden pro Woche ambulante Unterstützung, regelt seinen Alltag darüber hinaus alleine und fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu seiner Arbeitsstelle in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Zuvor hatte der Mann vierzig Jahre lang in verschiedenen Heimen gelebt. "So gut kann gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung gelingen – wenn die Rahmenbedingungen eben stimmen", betonte Norbert Killewald.
Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen – so Minister Schneider – verlange seit 2009 unter anderem, dass Menschen mit Behinderungen selbst entscheiden können, wo und mit wem sie leben wollen. Dies sei schon seit vielen Jahren Leitlinie der Landesregierung und werde auch eine wichtige Rolle im Aktionsplan "Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv" spielen, den die Landesregierung noch in diesem Jahr vorlegen will.
Immer mehr leben ambulant statt stationär -- kobinet
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