2011-07-29

Menschen eine echte Chance geben > Kleine Zeitung

Menschen eine echte Chance geben

Trotz vereinfachten Kündigungsschutzes finden im Bezirk nicht mehr Menschen mit Beeinträchtigung einen Job. Es gibt aber Ausnahmen.
Gedore (im Bild Geschäftsführer Hermann Steinhöfler) zeigt soziales Engagement
Foto © BreitlerGedore (im Bild Geschäftsführer Hermann Steinhöfler) zeigt soziales Engagement
Um Menschen mit Beeinträchtigung den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, wurde Anfang des Jahres der Kündigungsschutz für begünstigte Behinderte verlängert: Von nun an gilt dieser erst vier Jahre nach der Einstellung, bisher trat der Schutz bereits nach sechs Monaten in Kraft. "Das hat sich aber nur bedingt bewährt", sagt Helmut Römer von der Joballianz, einem Teilbereich der Arbeitsvermittlung Oststeiermark (siehe Interview).
Denn auch ein halbes Jahr nach der Reform sei die Vermittlungszahl von Menschen mit Beeinträchtigung etwa gleich. "Pro Jahr betreut die Arbeitsvermittlung 1000 Menschen. Rund 220 finden finden dabei einen Arbeitsplatz", sagt Römer - in den unterschiedlichsten Sparten.
Ein Unternehmen, das sich seit Jahren bei der Integration von Menschen mit Beeinträchtigung verdient gemacht hat, ist der Werkzeughersteller Gedore in Birkfeld. "Rund zehn Prozent unserer 113 Mitarbeiter haben eine Beeinträchtigung - entweder psychisch oder körperlich", sagt Geschäftsführer Hermann Steinhöfler. Er sieht darin nichts Besonderes. "Bei der Anstellung eines Mitarbeiters weiß man ja um die Art der Behinderung. Probleme mit dem Gehen oder Stehen etwa sind kein Problem, wenn man nur am Bildschirm arbeitet." Sogar bei der geplanten Betriebsvergrößerung achte Gedore auf Mitarbeiter mit Behinderung. "Wir investieren bis 2014 drei bis vier Millionen Euro", sagt Steinhöfler, "dabei bedenken wir behindertengerechte Plätze mit."

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