Hiller-Ohm: Rettungsschirme für Menschen mit Behinderungen
Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) hat am Dienstag gemeinsam mit rund 1.000 Menschen in Berlin anlässlich des Europäischen Protesttages für gleiche Rechte für Menschen mit Behinderungen demonstriert.Zur Demonstration vom Brandenburger Tor zur zentralen Abschlusskundgebung am Bundeskanzleramt hatten der Förderverein der Bundesinitiative "Daheim statt Heim", dem Hiller-Ohm angehört, sowie der Berliner Behindertenverband und der Sozialverband Deutschland aufgerufen."Wir haben heute symbolisch viele Rettungsschirme für Menschen mit Behinderungen aufgespannt", erklärt Hiller-Ohm. "Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Wir wehren uns dagegen, dass die über acht Millionen von Behinderung betroffenen Menschen in Deutschland noch immer bevormundet und ausgegrenzt werden. Behindert zu sein, bedeutet immer noch ein höheres Armutsrisiko zu haben. Politik und Gesellschaft müssen ihre Verantwortung gegenüber Menschen mit Behinderungen und ihren Familien konsequent wahrnehmen und die notwendige Unterstützung sicherstellen."
Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zur Kundgebung eingeladen war, sich lediglich schriftlich entschuldigte und nicht einmal eine Vertretung der Regierung schickte, löste breite Empörung bei den Betroffenen aus, die zum Teil unter großen Anstrengungen und von weit her zum Kanzleramt gekommen waren. "Das ist enttäuschend", so Hiller-Ohm.
Die UN-Behindertenrechtskonvention hat in Deutschland als Gesetz eingeführt, was die Behindertenbewegung seit Jahrzehnten fordert: Inklusion – dabei sein von Anfang an. "Menschen mit Behinderungen sind normaler Teil der Gesellschaft – wir müssen Chancen für selbstbestimmtes Leben, Wohnen, Arbeiten und echte Teilhabe schaffen", so Hiller-Ohm. "Das bedeutet, dass Kinder mit Behinderungen auf die gleichen Schulen gehen wie alle anderen Kinder auch. Ausbildung und Arbeit muss Menschen mit Behinderung genauso offenstehen wie allen anderen. Werkstätten und Förderschulen nur für Menschen mit Behinderung sollen zukünftig die Ausnahme sein. Jeder Mensch bestimmt, wo er wohnen und arbeiten möchte. Und wir müssen Barrieren bei Gebäuden, Straßen und Kommunikationsmitteln abbauen."Hiller-Ohm: Rettungsschirme für Menschen mit Behinderungen - HL-live.de
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