Fragen zu Fixierung von Senioren: Empörung über Pflege-Prüfung
Miesbach - Die schriftliche Abschlussprüfung der Altenpflege 2011 hatte es in sich. Eine Aufgabe bewertet es darin als Vorteil, dass die Fixierung von Senioren eine Arbeitserleichterung für das Personal bedeute, und sorgt damit für reichlich Ärger.
Gabriele Stirnemann, Lehrerin an der Miesbacher Altenpflegeschule, zeigt einen Fixiergurt. foto: Plettenberg
„Umso befremdlicher ist es dann, wenn durch so eine Prüfungsaufgabe durch die Hintertüre der Eindruck entsteht, dass eine Fixierung vielleicht doch nicht die allerletzte Möglichkeit sein muss.“ Dabei ist das Thema für Schulleiter Ulrich Brenner durchaus prüfungsrelevant, aber nicht in dieser Formulierung: „Man hätte hier auch eine kritische Abwägung fordern können. Aber es kann nicht sein, dass eine Arbeitsentlastung positiv gewertet wird bei einem so schlimmen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Bewohners.“ Zumal freiheitsentziehende Maßnahmen durch niedrige Betten, Signalmatten und weiteren Alternativen immer mehr aus dem Praxisalltag verdrängt werden.
So hat das bayerische Sozialministerium erst kürzlich einen von Praktikern gelobten Lehrfilm mit dem Titel „Eure Sorge fesselt mich“ herausgebracht, der zeigt, wie Fixierungen wirkungsvoll und human vermieden werden können.
Wie es dennoch zu dieser Prüfungsfrage kam?
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